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1:0 „auf“ Schalke : Leverkusen gewinnt das Millionenspiel

  • -Aktualisiert am

Ohne Elfmeterschießen haben Kießling (links) und Bellarabi auch wieder etwas zu lachen Bild: dpa

Nach dem tränenreichen Aus in der Champions League lacht Bayer wieder. Durch ein 1:0 „auf“ Schalke ist Leverkusen Dritter und liegt sechs Punkte vor den Königsblauen. Mann des Abends ist Bellarabi mit einem frechen Tor.

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          Vor der Partie gegen Bayer Leverkusen hatten Trainer und Manager des FC Schalke 04 von einem „Sechs-Punkte-Spiel“ gesprochen. Zwar wurden auch nach dieser Partie nicht mehr Zähler vergeben als sonst. Aber das nützte den Gelsenkirchenern wenig. Nach dem 0:1 gegen den unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Einzug in die Champions League liegt Schalke in der Tabelle sechs Punkte hinter Leverkusen. „Wir haben zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht. Wir sind nie richtig ins Spiel gekommen und haben die falschen Entscheidung getroffen“, sagte Schalke-Coach Roberto Di Matteo.

          Die zweite Heimniederlage der Saison schwächt die Position der Westfalen, die in den verbleibenden acht Runden noch fünfmal auswärts antreten müssen. Leverkusen hatte in dieser Saison noch kein Bundesligaspiel nach einer Führung verloren. Karim Bellarabi sorgte mit seinem Tor aus der 35. Minute dafür, dass diese Serie hielt.

          Bei den Bayer-Profis schwanden gegen Ende der Partie zwar die Kräfte, das verlorene Champions-League-Spiel gegen Atletico Madrid mit Überlänge und Elfmeterschießen hinderte die Leverkusener aber nicht daran, ihren knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen und auf den dritten Tabellenplatz vorzurücken. „Das war ein sehr gutes Spiel, wir haben verdient gewonnen„, sagte Trainer Roger Schmidt. „Das Atletico-Spiel war noch etwas in den Knochen drin. Aber wir wussten, wie wichtig das Spiel ist. Jetzt stehen wir da, wo wir am Ende stehen wollen“, fügte Torschütze Bellarabi hinzu.

          Schalke und Huntelaar verpassen den Anschluss ein wenig Bilderstrecke
          Schalke und Huntelaar verpassen den Anschluss ein wenig :

          Nach gut einer halben Stunde war in der Südkurve der Arena gerade Beifall aufgebrandet. Die dort sitzenden Schalke-Anhänger hießen Jefferson Farfan herzlich willkommen in der Arena, die er ein Jahr lang nur als Besucher betreten hatte. Kaum hatte der vermisste Flügelspieler begonnen, sich warmzulaufen, da nahm diesseits der Kreidestriche auf der Südseite das Unheil für Schalke seinen Lauf. Von Simon Rolfes mit einem Pass in die Schnittstelle versorgt, plazierte Bellarabi den Ball aus spitzem Winkel ins Tor. Simon Wellenreuther, im kurzen Eck eigentlich günstig postiert, machte abermals keine besonders gute Figur und ließ den wuchtig geschossenen Ball passieren.

          Der junge Torhüter der Königsblauen hatte schon in einigen anderen Begegnungen Schwächen gezeigt, die nicht folgenlos geblieben waren. Die Schalker Hoffnung, Stammtorwart Ralf Fährmann werde wieder zur Verfügung stehen, hatte sich zerschlagen. Nach einem Anriss des hinteren Kreuzbandes wäre die Rückkehr in den Wettkampfmodus für Fährmann noch zu früh gekommen.

          Auf der Gegenseite verkörperte Bernd Leno zwischen den Pfosten ein Plus, das für Bayer sprach. In der Anfangsphase machte er die beste Chance der ersten Halbzeit zunichte, als er mit einem Hechtsprung einen Schuss von Klaas-Jan Huntelaar parierte. Dieser Auftakt brachte Schalke weder in Schwung noch in Stimmung.

          Das galt besonders für Leroy Sané. Der Neunzehnjährige, zuletzt als Himmelsstürmer und Torschütze aufgefallen, musste drei Minuten vor dem Pausenpfiff seinen Wochenenddienst beenden – ohne dass, von außen betrachtet, Anzeichen für eine Verletzung zu erkennen waren. Anstelle des Talents beorderte Trainer Di Matteo den zuletzt wenig eingesetzten Star Kevin-Prince Boateng als zweiten Stürmer neben Huntelaar in die Spitze. Der exzentrische Profi hatte zum dritten Mal nacheinander in der Bundesliga nicht der Schalker Startelf angehört.

          Kurz nach dem Seitenwechsel hätte Boateng fast ein Tor vorbereitet. Seine Flanke war zwar nicht für Christian Fuchs gedacht, landete aber bei dem Mittelfeldspieler, dessen Volleyschuss das Ziel knapp verfehlte. Schalke rannte dem Rückstand engagiert hinterher, aber auch vergebens.

          In der Schlussphase nahm auch Farfan die Arbeit auf dem Rasen auf. Aber seine Rückkehr blieb das einzige, was Schalke für die nächsten Wochen Mut machen dürfte. Die Gelsenkirchener mühten sich redlich, brachten ihre Angriffe aber zu selten zum Abschluss, um wenigstens noch einen Punkt retten zu können. Bellarabi hatte sogar die Chance, den Leverkusener Vorsprung auszubauen.

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