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3:2 gegen Mainz : Leverkusen gewinnt nach der Pokal-Schlacht

Leverkusens Hakan Calhanoglu (links) zerrt an Stefan Bell. Bild: AFP

Drei Tage nach der bitteren Pokal-Niederlage gegen die Bayern setzt Leverkusen seine Siegesserie in der Liga fort. Das 3:2 gegen Mainz ist schon der sechste Sieg in Folge. Zwei Elfmeter verzerren das Ergebnis.

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          In den Tagen vor dem Spiel bei Mainz 05 hatte Bayer Leverkusen mit fehlgeleiteter Aggressivität für Schlagzeilen gesorgt. Die Schlägerei mit Ordnern im Leverkusener Stadion, in die Innenverteidiger Emir Spahic samt seines Bruders und einiger Freunde nach dem Pokalspiel gegen Bayern München am vergangenen Mittwoch verwickelt war, dürfte mit großer Sicherheit dazu führen, dass der Klub ein Ende der Zusammenarbeit mit dem bosnischen Nationalspieler nach Ende der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen herbeiführen wird.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Daran wird wohl auch ein Transparent mit der Aufschrift „Emir, einer von uns“ nichts mehr ändern, mit dem einige Leverkusener Anhänger in Mainz ihre schwer nachvollziehbare Solidarität mit dem Spieler bekundeten, der sich zwischenzeitlich offenkundig immerhin bei dem Ordner entschuldigt hat, der bei der Schlägerei mehrere Zähne verloren hatte. Bayer-Geschäftsführer Schade kündigte am Samstag eine Entscheidung nach einem weiteren Gespräch an diesem Montag an. „Es ist eine traurige Geschichte, die aus dem Nichts kam. Sie ist zu groß, dass ich sie als Trainer glattbügeln könnte“, sagte Coach Roger Schmidt.

          1:0 - Heung-Min Son trifft zur Führung für Bayer Leverkusen. Bilderstrecke
          1:0 - Heung-Min Son trifft zur Führung für Bayer Leverkusen. :

          Beim 3:2-Sieg in Mainz fehlte Spahic wegen einer Verletzung. Auch ohne ihren Abwehrspieler beherrschten die Leverkusener die Begegnung nach Belieben. Dank der Treffer von Heung-Min Son (15. Minute), Stefan Kießling (60.) und Hakan Calhanoglu sowie zwei Mainzer Elfmetertoren von Ja-Cheol Koo (78./89.) behält Leverkusen beste Karten im Kampf um einen Champions-League-Platz.

          Der Tabellenvierte dominierte die Begegnung vom Anpfiff weg durch aggressives Pressing und schnelle Kombinationen der technisch brillanten und schnellen Angreifer Hakan Calhanoglu, Karim Bellarabi und Son. Bei einem Kopfball von Lars Bender (12. Minute) und nach einem Alleingang von Heung-Min Son (14.) waren die Mainzer noch im Glück, nach einer Viertelstunde war es dann aber soweit: Son brachte sein Team nach Flanke von Calhanoglu per Kopfball in Führung.

          Die Leverkusener Überlegenheit begründete sich in der höheren individuellen Qualität: Die Werkself agierte gegen die nach dem Ausfall des verletzten Innenverteidigers Niko Bungert ungewohnt instabile Mainzer Defensive fast nach Belieben. Die individuelle Unterlegenheit wollte der Mainzer Trainer Martin Schmidt aufwiegen mit der „Leidensbereitschaft“ seiner Spieler. Leidensbereit mussten die Rheinhessen indes nur den Fortgang der Partie ertragen.

          Nachdem Son zu Beginn der zweiten Halbzeit die frühzeitige Entscheidung noch fahrlässig vergab (52.), sorgte Torjäger Stefan Kießling mit dem 2:0 für klare Verhältnisse. Die Mainzer durften froh sein, dass es der Gegner bei einem weiteren Treffer durch den Freistoß-Kunstschützen Calhanoglu beließ (73.). Das 1:3 durch einen Elfmeter von Ja-Cheol Koo (78.) leitete zwar noch ein spätes Aufbäumen ein, das einen weiteren Elfmetertreffer durch Koo (89.) bescherte.

          Dennoch muss Mainz 05 nach der ersten Niederlage nach vier ungeschlagenen Spielen wieder mit Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen zurechtkommen. Bayers Kapitän Rolfes sprach nach dem Spiel von einem Sieg für den Ordner, der in der Prügelei mit Spahic verletzt worden war: „Er ist schließlich auch Mitglied des Vereins. Wir wünschen ihm alles Gute.“

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