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Leon Bailey traf gegen Hoffenheim kunstvoll mit der Hacke. Bild: dpa

4:1 bei Hoffenheim : Hackentor startet Leverkusener Gala

In dieser Form ist Bayer auf dem Weg in die Champions League. Beim Topspiel bei Hoffenheim lässt Leverkusen dem Gegner keine Chance. Der erste Treffer ist ein besonderes Kunststück.

          Zu den ganz großen Straßenfegern der Fußball-Bundesliga gehört das Spiel Hoffenheim gegen Leverkusen weiterhin nicht. Auch an diesem Samstag war die Arena in Sinsheim mit rund 28.000 Zuschauern ein gutes Stück von Vollbesetzung entfernt, wobei vor allem der Leverkusener Block recht dünn besiedelt wirkte. Was die reine Quantität an diesem unwirtlichen Nachmittag nicht hergab, durfte man dafür über die Qualität des Besuchs sagen. Mit Marcus Sorg und Thomas Schneider waren gleich beide Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw anwesend, dazu Stefan Kuntz, der U-21-Auswahlcoach. Das hatte schon etwas zu sagen über die Qualität auf dem Rasen, hüben wie drüben gibt es einiges an Talent und (gereifter) Klasse zu sehen, was für die deutschen Nationalteams von Interesse ist oder werden könnte.

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          Für das Kunststück des Tages sorgte allerdings ein anderer: Ein Tor, wie das des Jamaikaners Leon Bailey zum Leverkusener 1:0 in der 43. Minute, aus dem Stand mit der Hacke, sieht man nicht oft. Und nicht zuletzt weil dieser Bailey danach weitere Kostproben seiner Extraklasse abgab, baute Bayer den Vorsprung nach der Pause durch Julian Baumgartlinger (51.) und zwei Treffer von Lucas Alario (70./90.+3) noch aus. Sieben Tore und sechs Vorlagen gehen nun schon auf das Konto des 20 Jahre alten Bailey – eine Entdeckung und eine Attraktion für die Bundesliga, in der Leverkusen durch das 4:1 sogar auf Platz zwei kletterte, zumindest bis zum Schalker Spiel an diesem Sonntag. Die TSG hingegen, die durch Adam Szalai nur verkürzen konnte (87.), war abermals zu harmlos und droht die europäischen Ränge allmählich aus den Augen zu verlieren.

          Alles in allem war es eine intensive, oft aber auch kleinteilige Angelegenheit zwischen diesen beiden Teams, die nicht dafür bekannt sind, mutlos zu Werke gehen. Der Ansatz der Trainer Heiko Herrlich und Julian Nagelsmann besteht darin, den Begriff Fußballspielen beim Wort zu nehmen. In der ersten Hälfte ergab das allerdings ein weitgehendes Patt, Neutralisation auf gehobenem Niveau, wobei auch die beiderseits griffige Zweikampfführung den Spielfluss immer wieder bremste. Bayer – im Vergleich zum 1:3 gegen die Bayern mit Aranguiz, Baumgartlinger und Alario für Bellarabi, Kohr und Havertz – zeigte die bessere, weil strukturiertere Spielanlage, drang aber zu selten in die gefährliche Zone vor.

          Am vielversprechendsten war der Diagonalpass, mit dem Bailey nach 19 Minuten zum ersten Mal die Hoffenheimer Defensive durchschnitt, Brandt aber war beim Abschluss zu zögerlich. Die TSG besaß Vorteile, wenn es ans Kontern ging. Für Uth stürmte diesmal Szalai von Beginn an, doch nach Gefahr sah es vor allem dann aus, wenn sich Serge Gnabry ein wenig Raum bot - und einmal etwas unverhofft, als Geiger von der rechten Seite flankte, und Sven Bender den Ball so ablenkte, dass dieser sich auf die Latte des Leverkusener Tores senkte.

          In Sinsheim setzte das Schmuddelwetter vor allem den Spielern zu.

          Als es schon auf ein torloses Pausenresultat hinauszulaufen schien, kam, von etwas Glück und Hoffenheimer Unachtsamkeit begünstigt, noch Baileys großer Moment. Brandts Flanke von der rechten Seite wurde von Hübner so abgefälscht, dass der Ball bei Bailey landete. Mittig vor dem Tor und mit dem Rücken zum Ziel schien die Frage, in welche Richtung er sich drehen würde. Doch Bailey tat das Unerwartete und wählte den Schuss mit der linken Hacke. Haarscharf an Geiger und Vogt vorbei nahm der Ball den Weg ins rechte Eck.

          Nach der Pause erwischte Hoffenheim den besseren Start, nach nur 24 Sekunden krachte ein Schuss von Rupp aus gut 20 Metern an den Pfosten, wenig später zielte Zuber knapp vorbei. Auf der anderen Seite saß gleich der erste Versuch durch Baumgartlinger, Bailey hatte an der Entstehung mitgewirkt. Nagelsmann brachte nun nacheinander Kramaric für Rupp, Uth für Bicakcic und Amiri für Grillitsch – doch Bayer hatte Bailey. Dessen glänzende Vorarbeit brachte Alario in die Position, für das 3:0 und damit die Entscheidung zu sorgen.

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