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Leon Andreasen : Die Rückkehr des Kriegers

  • -Aktualisiert am

Leon Andreasen Bild: firo Sportphoto

Zweieinhalb Jahre war Leon Andreasen verletzt. 20 Mal bereitet er sein Comeback vor. Nun ist er eine treibende Kraft bei Hannover 96. Den schönsten Moment seines Lebens erlebt er aber in Kopenhagen.

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          Der Tiefpunkt ist erreicht, als Leon Andreasen 20 Tage in einer hannoverschen Spezialklinik für Phantomschmerzen festsitzt. „Ich weiß doch, dass ich mir nichts einbilde“, sagt Andreasen. Weil aber kein Arzt herausfinden kann, woher die ständigen Beschwerden in der rechten Leiste kommen, willigt Andreasen auf sanften Druck des Vereins ein. Die Spezialklinik soll die letzte Möglichkeit sein, den Fußballprofi Leon Andreasen zu retten. Vielleicht bildet er sich die Leiden ja nur ein, vielleicht hilft eine Therapie, die nicht an der Leiste, sondern am Kopf ansetzt. Leon Andreasen, ein eingebildeter Kranker?

          Nach zwanzig Tagen können die Ärzte ihm nur sagen: Der Schmerz kommt aus der Leiste und ist real. Nur wie er zu beseitigen sein könnte, das sagt Leon Andreasen damals im Herbst 2010 wieder einmal keiner. Die Irrfahrt geht weiter. Noch einmal fast zwölf Monate vergehen in seiner zweieinhalbjährigen Leidensgeschichte, ehe er in Kopenhagen die Männer findet, die alles verändern. Mit einem relativ simplen Eingriff.

          Er wollte endlich Taten sprechen lassen

          Zuletzt, beim Trainingslager der dänischen Nationalmannschaft in Helsingør bei Kopenhagen, hat Leon Andreasen alle Medien-Anfragen schroff gekontert: „Kun fem minutter“ - nur fünf Minuten wollte der 29 Jahre alte Profi über seine Krankheitsgeschichte und die wundersame Rückkehr in die erste Auswahl des dänischen Fußballverbandes berichten. Er wollte endlich Taten sprechen lassen - dreieinhalb Jahre nach seinem letzten Länderspiel im Frühjahr 2009.

          Bilderstrecke

          Samstag, 8. September 2012, 21.13 Uhr: Nationaltrainer Morten Olsen nimmt Thomas Kristensen vom Feld und bringt Leon Andreasen. Später sagt Andreasen: „Es mag langweilig klingen. Aber dieser Moment war einer der schönsten in meinem Leben.“ Sein Auftritt in einem Pflichtspiel für Arbeitgeber Hannover 96 liegt da schon rund einen Monat zurück; beim 3:0 in der Europa-League-Qualifikation bei St. Patrick in Dublin schießt er ein Tor.

          Es ist schon jetzt das Comeback des Jahres, eine Rückkehr, die für Andreasen aber erst mit dem Einsatz für die geliebte dänische Nationalmannschaft vollständig wird. Die „Drenge“, die „Jungs“, wie die erste Auswahl genannt wird - das ist in Dänemark Kulturgut. Leon Andreasen gehört nun wieder dazu.

          „Hätte ich nur besser auf meinen Körper gehört“

          2005 ist er von Aarhus GF in die Bundesliga gekommen, er gilt als größtes Talent der „Superliga“, Werder Bremen greift zu, scheut sich nicht, einen zu holen, der als undiszipliniert gilt, als Heißsporn mit überschäumendem Temperament. Doch der zum Mittelfeldspieler umfunktionierte Stürmer findet keinen Platz in Thomas Schaafs Team: Torsten Frings ist von den Bayern zurück und blockiert seine Position. „Leon wollte zu viel, er war sehr ungeduldig“, sagt Schaaf. Im Winter 2006/2007 leiht Werder ihn nach Mainz zu Trainer Jürgen Klopp aus.

          Andreasen machte seine Sache gut, doch Mainz steigt ab und Werder holt ihn zurück. Wieder scheitert Andreasen auf dem Weg zum Stammspieler. Die Unzufriedenheit mit der Reservistenrolle treibt ihn nach nur einer Halbserie zum FC Fulham. Der aggressive, kampfstarke Platzhirsch und der englische Fußball - das sollte passen. Doch Andreasen bleibt nur Trainer Roy Hodgsons liebster Ergänzungsspieler.

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