https://www.faz.net/-gtm-8p3mi

3:0 gegen Frankfurt : Leipzig spielt den Hradecky-Marsch

Im Gefühl des Sieges: Timo Werner (l.) und Salif Keita bejubeln das 2:0 Bild: Reuters

Lukas Hradecky entscheidet die Partie in Leipzig frühzeitig mit einem Aussetzer: Der Eintracht-Torhüter beflügelt RB mit einem Handspiel außerhalb des Strafraums. Der Tabellenzweite bleibt Bayern München auf den Fersen.

          2 Min.

          Einen Monat nachdem der FC Bayern dem Aufsteiger des Jahres beim 3:0 eine Lehrstunde erteilt hatte, machte RB Leipzig im ersten Spiel des neuen Jahres vollkommen unbeeindruckt von diesem Rückschlag gegen Eintracht Frankfurt genau so weiter, wie es Trainer Ralph Hasenhüttl und sein Team unbedingt wollten: mit schnellem und erfolgreichem Fußball.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Diesmal aber bekam der Tabellenzweite im Spitzenspiel der Bundesliga dabei in Rekordzeit ganz unerwartet Unterstützung. In der dritten Minute war es erst ein Ausrutscher und dann ein Blackout von Eintracht-Torwart Lukas Hradecky, der dem Spiel ganz früh die entscheidende Richtung gab. Der nach einem harmlosen Rückpass plötzlich außerhalb des Strafraums auf dem Boden krabbelnde Hradecky sah nach seinem Handspiel, nachdem er an der Strafraumgrenze gestolpert und hingefallen war, ganz berechtigt die Rote Karte.

          Die entscheidende Szene: Lukas Fradecky spielt den Ball mit der Hand Bilderstrecke

          Den folgenden Freistoß wehrte sein für den Kurzzeitstürmer Hrgota eingewechselte Nachfolger Heinz Lindner dann zwar spektakulär ab, doch mit dem Nachschuss traf Marvin Compper aus wenigen Metern (6. Minute). Eine 1:0-Führung und dazu fast über die komplette Spielzeit in Überzahl – diese perfekte Ausgangsposition ließ sich RB Leipzig nicht mehr nehmen. Der Tabellenzweite siegte verdient mit 3:0 durch einen Treffer von Timo Werner (45.) sowie ein Eigentor von Jesús Vallejo (67.).

          Leipzig großzügig mit den Chancen

          Leipzig verpasste es allerdings, weit früher für die Entscheidung zu sorgen. Erst scheiterte Yussuf Poulsen (10.) aus fünf Metern am hervorragend reagierenden Torwart Lindner, dann Werner (13.). Die Leipziger hatten sich zuvor jeweils schnell und geschickt in den Rücken der Frankfurter Abwehr gespielt.

          Nach rund zwanzig Minuten fand die Eintracht dann besser ins Spiel. Die FRankfurter verteidigten nun aufmerksamer – und kamen in Unterzahl selbst zu gelegentlichen Angriffen. Die beste Möglichkeit bot sich Ante Rebic, der sich im Dribbling gegen zwei Leipziger durchsetzte und alleine auf RB-Torwart Peter Gulasci zulief, aber Fernandes da Silva konnte mit einer Grätsche in letzter Sekunde doch noch entscheidend stören (26.).

          Acht Minuten später war es wiederum Rebic, der dem Ausgleich nahe kam. Doch den schönen Schuss des Stürmers konnte Gulasci gerade noch mit einer Hand abwehren. Zwischen diesen Möglichkeiten mussten Rebic und die Eintracht kurz zittern, um nicht ihren zweiten Spieler an diesem Abend zu verlieren. Rebic hatte mit dem Arm ausgeteilt, nachdem er zuvor schon die Gelbe Karte gesehen hatte. Schiedsrichter Aytekin beließ es bei einer kräftigen Ermahnung.

          Zur Halbzeit konnten die stabilen und angesichts der Verhältnisse kompakt verteidigenden und clever konternden Frankfurter eine 3:0-Führung nach Eckstößen vorweisen. Aber sie lagen dennoch schon entscheidend zurück. Werner hatte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte wiederum eine Leipziger Standardsituation zum 2:0 mit einem Kopfball nach Freistoß von Keita genutzt. So bitter die erste Halbzeit für Frankfurt begann, endete sie auch.

          Und auch noch ein Eigentor

          Bei ihrem Auftakt mit Pech und Pannen halfen die Frankfurter dann RB auch beim 3:0. Vallejos Rettungsversuch kurz vor der Linie nach einem gar nicht harten Schuss von Halstenberg ging buchstäblich nach hinten los (67.). Mit diesem in der zweiten Halbzeit ohnehin nie gefährdeten Sieg erfüllte Leipzig punktgenau die erste Vorgabe von Hasenhüttl. „Wir haben gezeigt, dass wir eine Macht im eigenen Stadion sind und wollen diesen Lauf fortsetzen“, hatte der Trainer angekündigt.

          Und mit Blick auch auf das kommenden Heimspiel in einer Woche gegen den Tabellendritten Hoffenheim hinzugefügt: „Wir haben in der Rückrunde zwei Spiele mehr vor heimischer Kulisse, das sehe ich als klaren Vorteil.“ Wer glaube, dass sich RB wegen der starken Hinrunde weniger Druck machte, täusche sich. „Wir haben den Ehrgeiz, den bisherigen Saisonverlauf zu toppen.“ Den Anfang, soviel lässt sich sagen, hat Leipzig jedenfalls gemacht.

          Weitere Themen

          Rhein-Derby vor leeren Rängen Video-Seite öffnen

          Düsseldorf gegen Köln : Rhein-Derby vor leeren Rängen

          Am Wochenende trifft Fortuna Düsseldorf auf den 1. FC Köln. Doch auch das Rhein-Derby muss in dieser Saison ohne die Fans stattfinden. Doch auch als Geisterspiel sei das Aufeinandertreffen der beiden Vereine etwas Besonderes, wie beide Trainer beteuerten.

          Topmeldungen

          Proteste gegen das in Peking geplante „Sicherheitsgesetz“ für Hongkong: Eine Demonstrantin gestikuliert gegenüber Polizeikräften im Hongkonger Geschäftsviertel von Causeway Bay.

          China gegen Hongkong : Ein Land, ein System

          China versucht mit aller Macht, was bislang stets misslungen ist: Hongkong dauerhaft ruhigzustellen. Peking fordert damit auch Washington heraus.
          Entscheiden ist die Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Hier heißt das Gebot der Stunde nicht Altersvorsorge, sondern Risikoabsicherung und Eigenheimfinanzierung.

          Die verlorenen Jahre : Was Gutverdiener finanziell oft falsch machen

          Bei Abschlüssen von Geldanlagen, Krediten und Versicherungen hapert es oft an der Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Gedanken an die Altersvorsorge taugen nicht, wenn das finanzielle Gerüst im Hier und Jetzt nicht passt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.