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Bei Spiel von Holstein Kiel : Kuriose Elfmeter-Entscheidung in zweiter Liga

  • Aktualisiert am

Jubelten über zwei Tore: die Kieler Fußball-Profis (blaue Trikots) beim Heimspiel gegen Bochum Bild: dpa

Weil Holstein-Profi Michael Eberwein unerlaubt eingreift, entscheidet der Schiedsrichter auf Strafstoß. Bochum kommt nochmal ran, am Ende aber jubeln dennoch die Kieler. Darmstadt trifft spät und gewinnt.

          2 Min.

          Trotz eines kuriosen Elfmeters hat der kriselnde Fußball-Zweitligaverein VfL Bochum vor dem Pokalduell mit Bayern München kein neues Selbstvertrauen sammeln können. Der ehemalige Bundesligaklub verlor zum Auftakt des elften Spieltages bei Holstein Kiel mit 1:2 (1:1) und steckt damit weiter im Tabellenkeller fest. An der Spitze verpasste Überraschungsteam Erzgebirge Aue durch das 0:1 (0:0) bei Darmstadt 98 den möglichen Sprung auf Platz zwei.

          2. Bundesliga

          Jae-Sung Lee (9.) und Janni Serra (52.) erzielten die Kieler Tore, für die aufregendste Szene aber sorgte ein Auswechselspieler: Kiels Michael Eberwein bereitete sich in der 37. Minute neben dem eigenen Tor auf einen möglichen Einsatz vor, als er einen ungenauen Abschluss des Bochumers Silvere Ganvoula mit dem Fuß stoppte, bevor der Ball die Torauslinie passiert hatte. Schiedsrichter Tino Gerach (Landau-Queichheim) entschied nach Ansicht der Videobilder auf Strafstoß und Gelbe Karte gegen den Kieler Akteur. Ganvoula (39.) verwandelte zum zwischenzeitlichen 1:1. „Jetzt können wir darüber lachen. Michi muss sich wahrscheinlich den Rest der Saison ein paar Sprüche anhören“, sagte Kiel-Trainer Ole Werner nach Abpfiff bei Sky.

          In den Fußball-Regeln 2019/20 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) heißt es unter Punkt 3.7: „Bei einer Spielunterbrechung aufgrund eines Eingriffs durch einen Teamoffiziellen, einen Auswechselspieler oder einen ausgewechselten oder des Feldes verwiesenen Spieler wird das Spiel mit einem direkten Freistoß oder Strafstoß fortgesetzt.“

          In der vergangenen Woche war im Bundesliga-Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen eine ähnliche Szene passiert. In dieser hatte ein Auswechselspieler der Leverkusener ebenfalls einen Ball gestoppt, bevor dieser die Torauslinie gänzlich passiert hatte. Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) entschied auf Abstoß. Der Unterschied: Der Ball wurde nicht auf dem Teil der Torauslinie gestoppt, der zum Strafraum gehört. Der Video-Assistent überprüfte die Szene, Dingerts Entscheidung blieb jedoch bestehen, da der Video-Assistent nur bei einem Strafstoß hätte eingreifen dürfen.

          Obwohl VfL-Torhüter Michael Riemann anschließend noch kurz vor der Pause einen Foulelfmeter von Serra (45.+3) parierte, sprang für die Mannschaft von Thomas Reis in Kiel aber nichts Zählbares hinaus. Der VfL, der am Dienstag (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal sowie bei Sport1 und Sky) in der zweiten Pokalrunde Rekordsieger München empfängt, rangiert damit weiter auf Relegationsplatz 16, die Störche schoben sich zunächst auf den sechsten Platz vor.

          Aue knüpfte in einer chancenarmen Begegnung in Darmstadt nicht an das furiose 4:3 gegen den 1. FC Nürnberg aus der Vorwoche an, ist aber weiter Vierter hinter dem Spitzen-Trio Hamburger SV, VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld. Das Team von Trainer Dirk Schuster, der Gegner Darmstadt 2015 in die Bundesliga geführt hatte, musste den Gegentreffer in der Schlussphase hinnehmen: Dario Dumic (87.) war nach einer Ecke erfolgreich.

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