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Kritik an den Kritikern : Der FC Bayern holt zum Rundumschlag aus

Die drei Medienkritiker aus München: Karl-Heinz Rummenigge (links), Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic (rechts) bei der denkwürdigen Pressekonferenz. Bild: fcbayern.TV

Denkwürdige Pressekonferenz beim FC Bayern: Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Aufsichtsratschef Uli Hoeneß wettern gegen Kritiker und Medien – und mahnen gar die Achtung der Würde des Menschen an.

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          Die Pressekonferenz beim FC Bayern München fing schon mit einem Paukenschlag an: Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zitierte mit den Worten „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und sah Artikel 1  in der Berichterstattung über den FC Bayern und insbesondere seine nach der 0:3-Niederlage des Nationalteams in den Niederlanden hart kritisierten Nationalspieler wie Manuel Neuer, Mats Hummels und Jerome Boateng, aber auch Spielern wie Arjen Robben und Franck Ribery zum Teil verletzt. „ Ich weiß nicht, ob der Fußball eine Sonderrolle einnimmt“, sagte Rummenigge.

          Was folgte, dürfte als denkwürdigste Pressekonferenz des deutschen Rekordmeisters seit Giovanni Trapattonis „Flasche leer“-Auftritt vor 20 Jahren in die Geschichte des FC Bayern eingehen.

          Rummenigge und Aufsichtsratschef Uli Hoeneß holten in der halbstündigen Pressekonferenz im Presseraum am Trainingsgelände an der Säbener Straße zu einem Rundumschlag  aus. Rummenigge wie auch Hoeneß und Sportchef Hasan Salihamidzic warfen sowohl Journalisten wie auch vielen Experten – von denen einige früher selbst für die Bayern gespielt hätten – Respektlosigkeit vor, Rummenigge sprach von Abrechnungen mit einzelnen Spielern. „Man macht sich offensichtlich keine Gedanken mehr über Werte wie Würde und Anstand. Polemik scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Das gilt für Medien wie Experten.“ Hoeneß verwendete gar das Wort „widerlich“, um manche Berichterstattung zu beschreiben.

          Anlass für den Auftritt der Bayern-Führung waren die Kritiken in den vergangenen Wochen nach den Niederlagen der Bayern in der Bundesliga gegen Hertha BSC Berlin und Borussia Mönchengladbach sowie der Umgang besonders mit den deutschen Nationalspielern des FC Bayern während der vergangenen Tage im Zuge der Diskussion um den Zustand der Nationalmannschaft und den Bundestrainer Joachim Löw.

          „Wir lassen uns das nicht mehr gefallen in der Zukunft“

          Alle drei Protagonisten nahmen sich dezidiert einzelne Medien, Journalisten oder Experten vor, um ihnen künftig eine härtere Gangart auch juristischer Natur anzukündigen. Rummenigge gab bekannt, dass der Klub zuletzt zweimal Unterlassungserklärungen gegen die Springer-Presse erwirkt habe und künftig auch Gegendarstellungen erwägen würde. „Wir lassen uns das nicht mehr gefallen in der Zukunft“, sagte Rummenigge. „Wir werden uns diese hämische und herabwürdigende Berichterstattung nicht mehr bieten lassen. Wir werden unsere Spieler, unseren Trainer und auch den Klub vom heutigen Tag an schützen."

          Der Vorstandsvorsitzende übt zudem Kritik am Umgang der Medien mit vermeintlichen Fehlinformationen und falschen Fakten über den FC Bayern. An ein Online-Medium gerichtet maßregelte er die Redaktion. „Paste and Copy bei der Bild-Zeitung ist nicht die Erfüllung eines Jobs“, sagte Rummenigge, der seine Erregung mit eiskalter Miene zu überspielen versuchte. Zudem bezweifelte er die Korrektheit der Arbeitsweise einiger Medien. „Es wird nur noch gedealt zwischen Beratern und Verlagen, um an Interna zu kommen. Dafür wird als Gegenleistung gelobt. Das ist eine Unart.“

          Hoeneß sprach dezidiert über die Berichterstattung des Nachrichtensenders n-tv über die Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw und bezeichnete beispielsweise eine Umfrage unter Jugendspielern als „würdelos“. Salihamidzic konterte explizit die Kritik seines ehemaligen Mitspielers Stefan Effenberg an seiner Person.

          Salihamdizic war es schließlich auch,der als einziger direkt Stellung bezog zu Trainer Niko Kovac. Der Trainer "steht bei mir nicht infrage, er weiß, dass wir hinter ihm stehen", sagte er. „Wir müssen uns doch nicht öffentlich Küsschen geben, die Bundesliga ist keine Dschungelshow.“

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