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Krise beim FC Bayern : „Fragen Sie nicht so blödsinnige Fragen“

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Thomas Müller: „Wir müssen Flagge zeigen und uns zusammenreißen.“ Bild: Reuters

Nach dem 1:1 gegen Freiburg geht beim kriselnden FC Bayern die Angst um. Eine Woche vor dem Topspiel in Dortmund liegen bei einigen Münchnern auch noch die Nerven blank.

          Nach einem weiteren Offenbarungseid verließen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß beinahe fluchtartig ihre Logenplätze. Ein paar Minuten später tauchten die beiden Bosse von Bayern München im Kabinengang auf – mit versteinerter Miene. Einlassungen zum erschütternden 1:1 (0:0) gegen den SC Freiburg verkniffen sie sich. Tatsächlich muss Rummenigge und Hoeneß beim Anblick der Mannschaft zunehmend angst und bange werden.

          Die, die redeten beim FC Bayern, klangen wie Spieler eines Abstiegskandidaten, denen nichts mehr einfällt außer Durchhalteparolen. „Es hilft nichts“, sagte Thomas Müller, „wenn wir jetzt auseinanderfallen. Wir müssen Flagge zeigen und uns zusammenreißen, es ist jetzt unsere Aufgabe, unseren Mann zu stehen.“ Eine Woche vor dem Spitzenspiel bei Borussia Dortmund wissen die Münchner offensichtlich nicht mehr weiter.

          Eventuelle Gedanken an eine europäische Super League sollten sich erst einmal erledigt haben – der FC Bayern verbreitet in seiner derzeitigen Verfassung nicht mal bei den vermeintlich Kleinen der Bundesliga Angst und Schrecken. „Unser Spiel ist gerade nicht super“, sagte Müller. Tatsächlich ist es völlig einfallslos im Spielaufbau, es gibt keinen Masterplan – das Gefüge ist zudem erschreckend instabil.

          Selbst Sportdirektor Hasan Salihamidzic konnte und wollte die offensichtlichen Defizite nicht kleinreden. „Träge ausgesehen“ habe das, was die Bayern angeboten hätten, sagte er, zugleich beschleiche ihn stets das „Gefühl, wenn der Gegner in unsere Hälfte kommt, wird es gefährlich“. Und häufig trifft er auch, zu beobachten beim Tor von Nicolas Höler (89.) keine zehn Minuten nach der Führung der Münchner durch Serge Gnabry (80.).

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          Der „Stachel sitzt natürlich tief“, sagte Müller zum Ausgleich. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte seine Gattin Lisa, die im sozialen Netzwerk Instagram gegen Trainer Niko Kovac stichelte. „Mehr als 70 Minuten, bis der mal nen Geistesblitz hat“, schrieb sie, als ihr Mann in der 71. Minute eingewechselt wurde. Kurze Zeit später verschwand der Beitrag. „Gar nichts“ wolle er dazu sagen, entgegnete Kovac auf Fragen nach dem Post.

          Der Vorfall passt irgendwie ins Bild eines Klubs, bei dem gerade wenig bis nichts stimmt. Die Bayern scheinen durcheinander, sie sind ratlos und hilflos bei den Versuchen, ihre anhaltende Krise zu bewältigen. Auf die Frage, warum denn von den Fortschritten, die Trainer Kovac Woche für Woche in Aussicht stelle, nichts zu sehen sei, sagte Salihamidzic: „Das frage ich mich auch, das ist so leicht nicht zu beantworten.“

          Tatsache ist: Kovac kann derzeit keine Lösungen anbieten für die vielen Probleme, die den FC Bayern quälen. Und als Salihamidzic gefragt wurde, ob der Trainer denn auch bei einer Niederlage am kommenden Samstag beim vier Punkte vor den Münchnern liegenden BVB noch zu halten sei, platzte ihm beinahe der Kragen: „Fragen Sie nicht so blödsinnige Fragen“, sagte der Sportdirektor – und stürmte aus dem Kabinengang. Souveränität sieht anders aus.


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