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Kommentar zum Veh-Abschied : Große Niederlage nach dem Sieg

  • -Aktualisiert am

Das Gesicht der neuen Frankfurter Fußballkultur: Trainer Armin Veh geht allerdings am Saisonende Bild: dpa

Ein größerer Rückschlag als der Abschied von Armin Veh ist für Eintracht Frankfurt derzeit kaum vorstellbar. Der Trainer steht wie kein Zweiter für die Erfolge der vergangenen drei Jahre. Es wird schwer, ihn zu ersetzen.

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          Eine solche Partie könnte man sich schon jetzt, zwei Monate vor dem Ende der Saison, als eine Art Wendepunkt vorstellen - als das Spiel, in dem Eintracht Frankfurt die Kurve bekommen und sich ein weiteres Jahr in der ersten Liga gesichert hat. Dafür spricht: Die Frankfurter haben ein Spiel gedreht, das schon verloren schien; und sie haben die schöne Erfahrung gemacht, dass es bisweilen auch für schwache Spiele drei Punkte gibt - was vielleicht noch wichtiger ist als dieses 2:1 und der neue Sechs-Punkte-Vorsprung vor den Stuttgartern.

          Die Eintracht hat sich in dieser Saison schon zerrissen und dabei keinen Erfolg gehabt, das war zuletzt beim Ausscheiden in der Europa League gegen Porto so und das eine oder andere Mal auch in der Bundesliga. Nun war es andersherum, und deshalb sah es lange auch so aus, als würde die Mannschaft von Armin Veh den Stuttgartern freundliche Hilfe leisten, ihre lange Serie von Niederlagen zu beenden. Dass es nicht so kam, war eine Willensleistung nach schwierigen Wochen und gegen einen angeschlagenen Gegner. Das ist fürs Erste schon mal eine ganze Menge.

          Der DFB-Pokal ist seit drei Wochen passé, die Europa League seit ein paar Tagen, jetzt kommt bis zum Ende der Saison nur noch Bundesliga, elf Mal insgesamt. Hamburg, Freiburg, Nürnberg, Gladbach, Wolfsburg, Mainz, Schalke, Hannover, Hoffenheim, Leverkusen, Augsburg - das Programm bis zum 10. Mai, dem Ende der Saison, klingt schon ein wenig nach Countdown. Immerhin, mit den Bayern und Dortmund, den vermeintlich Unbesiegbaren in der Liga, bekommen es die Frankfurter nicht mehr zu tun.

          Diese Perspektive hätten andere Konkurrenten im Abstiegskampf auch gerne. Viel wichtiger aber ist, dass sie Gegner wie Stuttgart niederhalten können, obwohl sie mit der Last von schweren neunzig Minuten und der eines unglücklichen Ausscheidens ins Spiel gegangen waren. Unter solchen Voraussetzungen jedenfalls werden sie in kein Spiel der Saison mehr gehen müssen.

          Wie kann die Eintracht Armin Veh ersetzen?

          Mit anderen Worten: So schwer wie gegen Stuttgart wird es, was die Bedingungen beim Anpfiff betrifft, nicht mehr werden. Gute Perspektiven also. Und auch dass die Eintracht ein Spiel spät entscheiden kann, anstatt es spät herzuschenken, wie es so oft in dieser Saison der Fall war, ist ein Posten auf der Habenseite nach diesem 23. Spieltag. Schwach spielen, spät gewinnen - das war so ungefähr das Maximum.

          Das Gegenteil dürfte in der Personalie Armin Veh der Fall sein. Der Trainer wird Frankfurt verlassen, und ein größerer Rückschlag ist für den Verein derzeit kaum vorstellbar, einen - inzwischen unwahrscheinlicheren - Abstieg in die zweite Liga mal ausgenommen. Es ist die große Niederlage nach dem Sieg. Veh steht wie kein Zweiter für die Erfolge der vergangenen drei Jahre und für die neue Frankfurter Fußballkultur. Es wird schwer, ihn ohne Substanzverlust zu ersetzen.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

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