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Kommentar zum BVB-Attentat : Facetten des Wahnsinns

Mit Polizeieskorte: Nach dem Anschlag ging es für die Spieler des BVB kurzzeitig zu Fuß weiter. Bild: AFP

Welche Narben vom 11. April 2017 bleiben, auch über das nun gesprochene Urteil hinaus, wird von außen kaum je zu ermessen sein. Borussia Dortmund ist etwas Ungeheuerliches widerfahren. Umso erstaunlicher ist es, wie der Verein aktuell dasteht.

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          Die berstenden Fenster des Busses der Boca Juniors, die Bilder verletzter und verstörter Spieler in den Katakomben des Estadio Monumental, eine (Fußball-) Welt aus den Fugen – all das erinnerte am Wochenende entfernt, aber immer noch verstörend genug an das, was den Dortmunder Spielern am 11. April 2017 widerfahren ist: Als der nun zu 14 Jahren Haft verurteilte Attentäter Sergej W. drei Sprengsätze zündete, deren Wirkung nach allem, was man inzwischen weiß, tödlich hätte sein können.

          Es sind, wie gesagt, völlig unterschiedliche Facetten des Wahnsinns: Hier die Schaudern machende Tat eines Einzelnen, der aus Habgier über Leichen zu gehen bereit war, dort der bis zum Exzess übersteigerte Fußballfanatismus, in den sich soziale Probleme einer Gesellschaft in Zerrüttung mischen, mit dem Ergebnis einer – nicht nur in diesem Fall – lebensgefährlichen Enthemmung.

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