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Kommentar zu Eintracht Frankfurt : Veränderung ohne Not

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Als diese Aufnahme entstand, redeten noch Trainer und Kapitän miteinander - jetzt ist Amanatidis nur noch Stürmer Bild: dpa

Eintracht Frankfurt geht mit einem neuen Kapitän in die Saison 2009/10. Trainer Skibbe hat Christoph Spycher die Armbinde übergestreift. Ioannis Amanatidis darf sich zu Recht degradiert fühlen, wie Uwe Marx meint.

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          Wann sollte ein Trainer einen neuen Kapitän bestimmen? Zum Beispiel dann, wenn der alte nicht mehr da ist. Oder wenn dieser seine Aufgabe schlecht erfüllt hat. Oder wenn es einen anderen gibt, der es besser macht. Oder, wenn all das nicht zutrifft, um ein Zeichen zu setzen. Es sieht so aus, als habe sich Michael Skibbe für ebendiese Variante entschieden. Christoph Spycher hat das Zeug zum Kapitän von Eintracht Frankfurt, aber Ioannis Amanatidis nach zwei Jahren durch den Schweizer zu ersetzen ist eine Veränderung ohne Not.

          Was hätte Spycher gesagt, wenn er nicht befördert worden wäre? Nichts. Er war Stellvertreter, er ist in der Mannschaft anerkannt genug, zu seinem Glück dürfte nichts gefehlt haben. Amanatidis dagegen darf sich zu Recht degradiert fühlen. Das hat noch nicht einmal mit dem Naturell des extrovertierten Griechen zu tun. Auch sanftere Gemüter dürften sich daran stoßen, die Kapitänsbinde abgeben zu müssen, obwohl sie sich nichts vorzuwerfen haben.

          Die Knochen hingehalten

          Amanatidis war der passende Kapitän der Eintracht, als Friedhelm Funkel hier Trainer war, und er wäre es unter Skibbe immer noch. Es sei denn, man wollte ihm anlasten, in der vergangenen Saison zu lange verletzt ausgefallen zu sein. Dieser Punkt liegt verborgen hinter einer Fassade aus wohlfeilen Formulierungen. Aber er ist zu erahnen, wenn Skibbe sagt, dass Verteidiger wie Spycher seltener ausfallen als Stürmer.

          Mal abgesehen davon, dass niemand wissen kann, welcher Muskel als Nächstes reißt oder welcher Knochen als Nächstes bricht: Die Verletzungsgeschichte von Amanatidis ist eine besondere – er bewahrte in der vergangenen Saison im Spiel gegen Karlsruhe durch einen Kraftakt und einen späten Siegtreffer seine Richtung Abstieg taumelnde Mannschaft vor der Niederlage und seinen Trainer vor dem wahrscheinlichen Rausschmiss. Er spielte, obwohl er verletzt war. Danach wurde er operiert und fiel monatelang aus. Die Heldentat von einst kann natürlich keine Jobgarantie für einen Kapitän sein. Aber sie erklärt den Spieler Amanatidis.

          Aus Prinzip, nicht aus gutem Grund

          Wer Michael Skibbe ist, muss sich erst noch zeigen. Es gibt Trainer, die kommen zu einem neuen Verein und krempeln erst einmal ein paar Sachen um. Aus Prinzip, nicht aus gutem Grund. Damit jeder sieht, wie durchsetzungsstark sie sind. Es wäre für alle ein Gewinn, wenn Skibbe anders tickte.

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