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Köln verliert schon wieder : „Es kotzt einen an“

  • Aktualisiert am

Was ist nur los zur Zeit? Diese Frage stellt sich wohl auch Köln-Profi Rafael Czichos. Bild: Reuters

Der Tabellenführer der zweiten Bundesliga befindet sich kurz vor dem Saisonende in einer Krise. Gegen Darmstadt setzt es die nächste Pleite, die Lilien indes sichern sich dadurch den Klassenverbleib. Die Stimmung in Köln ist gereizt.

          Der 1. FC Köln muss seine Aufstiegs-Feierlichkeiten um mindestens eine weitere Woche verschieben. Zum Auftakt des 31. Spieltags in der zweiten Fußball-Bundesliga kassierte der Tabellenführer beim 1:2 (0:1) gegen Darmstadt 98 schon die achte Saison-Niederlage und ist damit seit vier Spielen ohne Sieg. Der sechste Aufstieg in die Bundesliga kann damit unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz noch nicht an diesem Wochenende fixiert werden. Die aufgekommene Kritik an Trainer Markus Anfang dürfte sich trotz des bevorstehenden Aufstiegs verschärfen.

          2. Bundesliga
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          Nach dem Spiel gab es deutlich vernehmbare „Anfang raus“-Rufe von den Rängen. „Natürlich nimmt man das wahr“, sagte Torhüter Timo Horn: „Aber die zweite Halbzeit sollte Beweis genug sein, dass die Mannschaft intakt ist und der Trainer uns erreicht.“ Dieser sagte nach dem Spiel: „Ich kann meiner Mannschaft nur vorwerfen, dass sie nicht mehr Tore gemacht hat. Ich kann meinen Jungs aber nicht vorwerfen, dass sie nicht wollten“, erklärte Anfang. „Ich kann auch den Unmut verstehen. Es ist ärgerlich und tut weh. Heute ist es echt bitter und es kotzt einen an, wenn man das Spiel nicht gewinnt. Jetzt müssen wir das sacken lassen.“

          Die Darmstädter haben derweil nur zwei von acht Partien unter Trainer Dimitrios Grammozis verloren und sicherten so schon drei Spiele vor dem Saisonende den Klassenverbleib. Den vierten Sieg unter Grammozis sicherte Joker Felix Platte vier Minuten nach seiner Einwechslung (76.). Die erste Führung durch Serdar Dursuns (34.) elftes Saisontor hatte Jhon Cordoba mit seinem 17. Treffer ausgeglichen (66.).

          Die ohne Florian Kainz (gesperrt) und Anthony Modeste (Oberschenkelprobleme) angetretenen Gastgeber, die auch noch früh Christian Clemens durch eine Knie-Verletzung verloren (32.), taten sich in der ersten Halbzeit extrem schwer gegen die vom ehemaligen FC-Profi Grammozis gut eingestellten Südhessen. Diese nutzten dann auch noch ihre erste nennenswerte Torchance durch Dursuns Kopfball.

          Nach einer kurzen Schockphase erhöhten die Kölner den Druck, agierten aber meist zu umständlich und zu langsam. Ein Ruck ging erst nach der Einwechslung von Louis Schaub durch das Team. Sieben Minuten danach traf Cordoba nach einer Flanke des eifrigen Dominick Drexler per Kopf. Köln blieb am Drücker, ließ sich dann aber eiskalt auskontern. Zudem verletzte sich Mittelfeldspieler Christian Clemens schwer. Der Profi erlitt nach Vereinsangaben eine „schwere Knieverletzung“. Um welche Verletzung es sich genau handelt, gab der Verein nicht bekannt.

          Jubeln gemeinsam über den Klassenverbleib in Liga zwei: die Darmstadt-Profis und ihre Fans

          Der FC Ingolstadt hat sich derweil im Kampf gegen den Abstieg auf den Relegationsplatz vorgearbeitet. Die Oberbayern gewannen gegen Dynamo Dresden mit 1:0 (0:0). Wenn der 1. FC Magdeburg am Samstag nicht gegen die SpVgg Greuther Fürth gewinnt, bleiben die Ingolstädter auf dem 16. Rang und dürfen dank des Tores von Sonny Kittel (47. Minute) wieder mehr auf die Rettung hoffen. Aus vier Spielen unter dem neuen Trainer Tomas Oral verbuchte der FCI satte zehn Punkte.

          Vor 11.208 Zuschauern hatten die Ingolstädter mehr vom Spiel, Darío Lezcano verfehlte vor der Pause wiederholt den Führungstreffer. Nach dem Seitenwechsel schlug dann Kittel mit einem wuchtigen Freistoß aus knapp 20 Metern zu.

          Dresden, das vor einer Woche noch Köln besiegt hatte, wurde danach mutiger. Ingolstadt nutzte seinerseits den Platz nicht für das erlösende 2:0. Lezcano traf nach einem Eckball zwar ins Tor (61.). Doch wegen eines Fouls an Dynamo-Keeper Markus Schubert zählte der Treffer nicht.

          Ingolstadt ließ mehrere gute Chancen aus. Die Gäste retteten auch mit vereinten Kräften auf der Linie (81.). In der Nachspielzeit traf Dynamo zum vermeintlichen Ausgleich – doch es war Abseits.

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