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0:2 gegen Köln : Blankes Chaos beim Hamburger SV

  • -Aktualisiert am

Fängt das denn schon wieder an? Van der Vaart und der HSV stecken weiter im Keller fest Bild: dpa

Der HSV kann einfach keine Tore schießen. Auch mit Rückkehrer Ivica Olic wird es nicht besser. Nach dem 0:2 gegen Köln, bei denen Risse doppelt trifft, bleiben die Hamburger ein Abstiegskandidat.

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          Der HSV kann keine Tore schießen – dabei bleibt es auch nach dem Einkauf Ivica Olics. Beim 0:2 der Hamburger gegen einen sehr gut eingestellten 1. FC Köln konnte auch Olic keine Impulse setzen. Der FC vertraute einer sicheren Defensive und zur Stelle, als es darauf ankam: Marcel Risse (62. und 77. Minute) schoss die Tore für die Rheinländer. Mit seinen kümmerlichen neun Treffern bleibt der HSV ein Abstiegskandidat, während die beeindruckenden Kölner die Auswärtspunkte 14 bis 16 sammeln und bei nun 22 Punkten Richtung Mittelfeld klettern. Es war eine ernüchternde Niederlage zum Rückrundenstart für den HSV.

          Ivica Olic war schon seit Freitag in der Stadt, hatte sich vom Teamarzt untersuchen lassen und am Nachmittag mit den neuen (und einigen wenigen alten) Kollegen trainiert. Während seine ehemalige Mannschaft dann abends den FC Bayern auseinandernahm, nächtigte Olic in einem Hamburger Hotel – und mag zumindest einmal drüber nachgedacht haben, dass ihn und seine Familie dieser neue Vertrag einer sicheren Zukunft im Fußball ein gutes Stück näher bringt.

          Denn Olic ist ja auch deshalb zurück zum HSV gegangen, weil er sich das Wort „Anschlussverwendung“ in den Vertrag hat schreiben lassen: Wenn die aktive Zeit als Profi 2016 ausläuft, soll der Kroate in die gerade von Bernhard Peters völlig umgekrempelte Nachwuchsarbeit eingebunden werden.

          Damit gilt für den 35 Jahre alten Stürmer ähnliches wie für Jaroslav Drobny, den gleichaltrigen Torwart: Einsatz und Leistung, Professionalität und Geduld machen sich manchmal auch beim HSV bezahlt – selbst mit Abstechern nach München und Wolfsburg, wie eben bei Olic. Der Vater zweier Söhne war bei allen Bayern- und Wolfsburg-Gastspielen der vergangenen Jahre immer mit großem Applaus bedacht worden – 115 Pflichtspiele und 48 Tore von Januar 2007 bis Mai 2009 sind eine Marke, die den Fans in Erinnerung blieb.

          Die Kölner dagegen freuen sich über einen perfekten Jahresstart Bilderstrecke

          Und Olic selbst hatte aus seiner Vorliebe für die Hansestadt als Alterssitz ja kein Geheimnis gemacht. So durften sich zumindest bis zum Anpfiff viele im Hamburger Lager als Sieger fühlen. Das zumindest war Peter Knäbels Worten zu entnehmen: „Unter den aktuellen Umständen ist dieser Transfer das Maximum dessen, was wir erreichen können“, sagte der Sportdirektor des HSV.

          Dass Olic am Samstag gegen die auswärtsstarken Kölner dann auch gleich begann, der im Trainingslager dauerverletzte Pierre-Michel Lasogga auf die Bank musste und Olic in der dritten Minute seinen ersten Torschuss abfeuerte, kam wohl vielen auf der Tribüne vertraut vor. Ein Muster an Kampfgeist und Bereitschaft war der Dauerläufer immer gewesen.

          So endete die Woche vor dem Rückrundenstart mit einem nächsten Bonbon für die Fans nach dem Kühne-Deal in den Tagen davor. Dass der 1,6 Millionen Euro Ablöse teure Olic kein Signal für die Zukunft ist, verweist indes auf die Hamburger Abstiegsnöte. Ob die Finanzen oder die Punktausbeute – es brennt im Hier und Jetzt, da braucht man Soforthelfer.

          Ohne die verletzten Valon Behrami und Lewis Holtby versuchte sich Heiko Westermann allein vor der Abwehr, davor sollten Petr Jiracek, Rafael van der Vaart und Mohamed Gouaida das Spiel antreiben. Gegen abwartende Kölner machte der HSV seine Sache ordentlich. Der 21 Jahre alte Timo Horn im Kölner Tor zeigte seine Klasse, als er Westermanns Kopfball in der neunten Minute abwehrte. Danach wurde immer wieder Olic gesucht, der nominell einzige Stürmer.

          Die beste Chance hatte aber der Kölner Anthony Ujah; seinen Schuss in der 23. Minute parierte Drobny mit dem Fuß. Die Partie wurde nun aus Sicht der Hamburger zum Abbild ihrer Leistungen der Hinrunde – bemüht, aber ideenlos, kaum torgefährlich, hinten wacklig. Viel zu oft versuchte es der HSV durch die Mitte. Der FC probierte nicht allzu viel, schien mit einem Punkt zufrieden. In der Defensive war Trainer Peter Stögers Mannschaft fast immer Herr der Lage.

          Und daraus schien der FC Mut zu schöpfen. Daniel Halfar und Slawomir Peszko waren mir ihrer Doppelchance in der 53. Minute dem Führungstreffer nah, wäre nicht Torwart Drobny zur Stelle gewesen. Beim HSV regierte nur das blanke Chaos in einem hektischen, umkämpften Spiel. Nach einem Fehlpass Westermanns in der Vorwärtsbewegung reagierte der FC schnell, setzte Marcel Risse in Szene und der erzielte das 1:0. Dass HSV-Coach Joe Zinnbauer später Lasogga und Maximilian Beister und brachte, blieb ohne Effekt, denn wieder Risse entschied die Partie in der 77. Minute.

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