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3:0 gegen Mitaufsteiger : Köln begeistert im Kellerduell

  • -Aktualisiert am

Legte den Grundstein für den Kölner Erfolg: Angreifer Simon Terodde Bild: EPA

Mit dem Heimerfolg gegen den SC Paderborn gelingt den Rheinländern der Schritt aus der direkten Abstiegszone, der unterlegene Gegner indes fällt am Tabellenende weiter zurück. Der Führungstreffer sorgt derweil für Diskussionen.

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          Viele, viele Wochen hatte das treue Publikum im Müngersdorfer Stadion auf eine echte Siegesfeier warten müssen, keinen einzigen Punkt hatten sie vor dem 3:0 gegen den SC Paderborn in der laufenden Saison vor heimischer Kulisse erspielt. Damit setzten sie den zarten Aufschwung, der am vorigen Spieltag mit einem 1:1 beim FC Schalke begonnen hatte fort, sogar die direkten Abstiegsplätze hat der FC verlassen. Und kurioserweise hätte die Partie beinahe exakt so begonnen wie die Begegnung in Gelsenkirchen vor zwei Wochen aufgehört hatte: mit einem Kopfballtor von Jonas Hector nach einer Ecke. Doch diesmal flog der Ball des Kapitäns knapp über das Tor (2.).

          Bundesliga

          Dieser erste Höhepunkt deutete früh an, dass die Kölner mit aller Macht die ersten Heimpunkte der Saison in der Stadt behalten wollten. Sie wirkten in der Anfangsphase wacher, giftiger und entschlossener, was dann tatsächlich schnell mit einem Tor belohnt wurde. Ein abgeblockter Schuss von Ellyes Skhiri landete bei Simon Terodde, der aus sieben Metern zum 1:0 traf (9.). Allerdings mussten die Kölner rund drei Minuten lang warten, bis sie wirklich jubeln konnten, so lange brauchten die Videoassistenten an ihrem Arbeitsplatz auf der anderen Rheinseite, bis sie erkannt hatten, dass Teroddes Mitspieler Sebastiaan Bornauw zwar im Abseits gestanden hatte, aber eben passiv.

          Die im ganzen Fußballland gelobte Paderborner Offensivkraft blieb hingegen lange verborgen. Bis auf einen Freistoß von Kai Pröger aus fast 30 Metern, der knapp am Tor vorbei flog, brachten die Ostwestfalen vor der Halbzeit keine einzige gefährliche Aktion zu Stande (20.). Wobei den Kölnern nach der flotten Anfangsphase ebenfalls nicht mehr viel einfiel. Seltsamerweise zogen sie sich immer tiefer in die eigene Hälfte zurück, von dem aktiven Fußball, den Trainer Achim Beierlorzer immer wieder fordert, war zwischenzeitlich kaum noch etwas zu sehen. Der SCP kombinierte fast ungestört bis weit in die Kölner Hälfte hinein, was fehlte, waren Ideen, die zu Chancen führten. Je näher die Pause rückte, desto klarer entwickelte das Duell den Charakter eines Spiels zwischen zwei Abstiegskandidaten, die mit erheblichen Mängeln an Selbstvertrauen und fußballerischer Qualität zu kämpfen haben.

          Erklärend für das mäßige Niveau lässt sich vielleicht anführen, dass beide Teams enorm unter Druck standen, nachdem sowohl Fortuna Düsseldorf als auch Union Berlin ihre Partien am Samstag gewonnen hatten, und der FC Augsburg einen überraschenden Punktgewinn gegen den FC Bayern holen konnte. Und so musste das Publikum sich an den kleinen Dingen erfreuen, an dem stark spielenden Noah Katterbach, zum Beispiel. Der 18 Jahre alte Verteidiger vom 1. FC Köln lebt einen großen Kindertraum; als Achtjähriger wurde er bei einem Probetraining aus 100 Kandidaten ausgewählt, seither durchlief er alle Jugendteams des rheinischen Traditionsvereins.

          Am siebten Spieltag auf Schalke stand er nun erstmals in der Bundesliga in der Startelf, bevor er an diesem Tag Premiere im heimischen Stadion hatte. In einer der seltenen gefährlichen Momente der zweiten Hälfte schoss der Teenager allerdings lieber selbst aufs Tor, statt dem mitgelaufenen Louis Schaub eine wunderbare Chance aufzulegen (56.). Doch schon zwei Minuten später durfte Schaub dann doch jubeln, als er am Ende eines schönen Konters per Kopf einen haltbar wirkenden Ball ins Tor befördert hatte (59.), Die Flanke hatte Kevin Schindler geschlagen.

          Davon erholten die Paderborner sich nicht mehr, sie liefen an, die Chancen hatte aber die Kölner. Bornauw köpfte noch eine Ecke zum 3:0 ins Tor (85.), am Ende konnten die Kölner sich sogar ein klein wenig grämen, dass sie ihre vielen Chancen in der Schlussphase nicht zu einem höheren Sieg genutzt haben. Aber das trübte die Freude über diesen ersten Heimsieg seit März auch nicht mehr.

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