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Klinsmann und Hertha BSC : 22 Seiten Nachtreten

Er ist längst weg – doch der Ärger bleibt: Jürgen Klinsmanns Episode als Hertha-Trainer endet im Streit. Bild: dpa

Von Selbstkritik keine Spur: Jürgen Klinsmanns Protokoll seiner Zeit bei Hertha BSC zeichnet das Bild eines unfähigen Klubs. Dessen Manager Michael Preetz wehrt sich. Wie konnte es so weit kommen?

          4 Min.

          Es war am 22. Januar 2020, Meeting in London. Jürgen Klinsmann will nach wochenlangen Gesprächen mit der Hertha-Führung um Präsident Werner Gegenbauer seinen neuen Vertrag „ultimativ nagelfest“ machen – mit bereits ausgehandelten und erweiterten Kompetenzen. Wenige Tage nach dem Rückrundenstart verlangt der ehemalige Bundestrainer endlich „Planungssicherheit“. Eigentlich hatte Klinsmann diese Dinge schon in der Winterpause mit der Hertha klären wollen, doch da sich die Sache nicht so entwickelte, wie er wollte, bat er am Vortag Hertha-Investor Lars Windhorst um ein Treffen. Das Gespräch vom 22. Januar entwickelte sich laut Klinsmann wie folgt:

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Lars Windhorst ruft aus dem Büro von Hertha-Präsident Werner Gegenbauer an, stellt auf Lautsprecher und redet Klartext: „Herr Gegenbauer, ist es richtig, dass es keinen Börsengang ohne Klinsmann gibt?“ Er antwortet: „Richtig.“ „Herr Gegenbauer, ist es richtig, dass es keine 150 Millionen Aufstockung gibt ohne Klinsmann?“ Er antwortet: „Richtig.“ „Herr Gegenbauer, ist es richtig, dass wir Tesla und Amazon nur an Land ziehen können, wenn Klinsmann Trainer ist?“ Er antwortet: „Richtig.“ Also, sagt Lars zu ihm: „Können Sie den Deal jetzt zumachen in den nächsten sieben bis zehn Tagen?“ Er antwortet: „Machen wir.“ Was passiert in den folgenden Wochen? Gar nichts.

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