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0:0 in Wolfsburg : Die große Lücke bei Leverkusen

  • -Aktualisiert am

Keine Tore für Leverkusen: Lucas Alario findet es zum Schreien. Bild: EPA

Der VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen trennen sich zum Abschluss des ersten Bundesliga-Spieltages ohne Tore. Beide Werkteams zeigen vor 500 Zuschauern Fußball mit beherzten Zweikämpfen.

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          Das Händeschütteln gleich nach dem Abpfiff besaß etwas Verräterisches. Oliver Glasner eilte von Spieler zu Spieler. Der Cheftrainer des VfL Wolfsburg brach nach dem 0:0 im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen zu einem Gratulationsparcours in den eigenen Reihen auf. Glasner klopfte auf Schultern in Serie. Deutlich verhaltener trat sein Kollege ab. Dass Leverkusens Cheftrainer Peter Bosz weniger glücklich aussah, dürfte an der harmlosen Vorstellung seines Teams gelegen haben. Bayer Leverkusen hatte Glück, dass die Wolfsburger ihr deutliches Chancenplus nicht nutzen konnten.

          Bundesliga

          Die sechs fleißigen Männer, die während der Halbzeitpausen im Wolfsburger Stadion den Rasen pflegen, bekamen trotz des Mangels an Toren viel zu tun. Im ersten Heimspiel der Saison hatten weder die heimischen VfL-Profis noch ihre Berufskollegen aus Leverkusen den Willen gezeigt, den schönen Rasen oder die Beine des Gegenübers zu schonen.

          Dass nach einer ungewöhnlich kurzen Saisonvorbereitung gleich wieder energisch gegrätscht und getreten wurde, war im Duell der beiden ambitionierten Vereine überraschend. Bestimmt verstärkt sich der Eindruck beherzter Zweikämpfe, wenn in einem fast menschenleeren Stadion ein lauter Aufschrei erfolgt. Aber insgesamt zeigten die Löcher im Rasen und die Vielzahl an Freistößen, dass sich die Teams wenig Freiraum gönnten.

          Bayer Leverkusen kann zwar immer noch wunderbar kombinieren, ließ jedoch das nötige Tempo vermissen. Die Wolfsburger Spieler zeigten mehr Leidenschaft. Vier Tage nach ihrem erfolgreichen Ausflug nach Albanien, wo in der Europa-League-Qualifikation ein 4:0-Erfolg bei FK Kukesi gelang, wirkte der VfL erstaunlich munter und mutig. Es fehlte eine Belohnung, die sich zählen und bejubeln ließ.

          Für Leverkusen bleibt die Spielzeit 2020/21 ganz eindeutig mit der Frage verbunden, wer diese nicht zu übersehende Lücke schließen soll. Bisher war es die Mannschaft gewohnt, sich auf den Schwung und die Angriffslust von Kai Havertz verlassen zu können. Nach dem Wechsel des Nationalspielers zum FC Chelsea werden nun Aufrücker oder Nachrücker gesucht.

          Im Rahmen der Dienstreise nach Wolfsburg mochte sich noch niemand mit Nachdruck empfehlen. Was die Elf um Kapitän Charles Aránguiz zeigte, war in der Offensive viel zu wenig. Es fehlte am letzten Biss oder der Bereitschaft, den ersten Sieg der Saison erzwingen zu wollen. „Im Spiel nach vorne und physisch müssen wir uns verbessern“, gestand Bayer-Cheftrainer Bosz.

          Wie man die Bühne des bezahlten Fußballs besser für sich nutzt, zeigte ein bundesweit noch unbekannter Verteidiger des VfL Wolfsburg. Maxence Lacroix, vom FC Sochaux zu den Niedersachsen gewechselt, zeigte eine nahezu fehlerfreie Leistung als innerer Bestandteil der Vierer-Abwehrkette. Nach der anfänglichen Nervosität bei seiner Premiere im DFB-Pokal trat der 20 Jahre alte Franzose dieses Mal deutlich sicherer auf. Lacroix bekam vom Wolfsburger Publikum, das lediglich aus 500 glücklichen Gewinnern einer Eintrittskartenverlosung bestehen durfte, mehrfach Szenenapplaus. Der fiel nicht gerade laut aus, dürfte sich zum Einstand aber richtig gut angefühlt haben.

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