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Bayern-Chef Rummenigge : „Auf einmal stand Bierhoff im Büro – wie James Bond“

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„Es gibt keine Jobgarantie für Niemanden beim FC Bayern“: Karl-Heinz Rummenigge Bild: EPA

Trotz des 5:0 im Topspiel gegen Dortmund bekommt Bayern-Trainer Kovac keine Jobgarantie ausgestellt. Vorstandschef Rummenigge spricht dazu über die Personalie Kahn – und kritisiert die Führung der Nationalmannschaft.

          Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat Niko Kovac keine Jobgarantie beim FC Bayern über die Saison hinaus gegeben. „Es gibt keine Jobgarantie für Niemanden. Jeder muss bei Bayern München liefern“, sagte Rummenigge am Sonntag in der Fußball-Talkshow „Wontorra“ des TV-Senders Sky. Das sei das Prinzip bei Bayern. „Es gibt Druck, aber du musst damit fertig werden“, sagte er. Der Vertrag von Kovac ist bis einschließlich 30. Juni 2021 datiert. Rummenigge betonte, dass man die Saison in alle Ruhe zu Ende spielen wolle. Danach werde wie in jedem Klub analysiert. Der Vorstandschef räumte ein, dass es im Herbst „kritische Wochen“ gegeben habe. Die letzten sechs Bundesliga-Spiele müsse der FC Bayern im Stil des 5:0 gegen Borussia Dortmund absolvieren. „Dann ist die Qualität so groß, dass es schwer ist, gegen uns überhaupt einen Punkt zu holen“, sagte er.

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          Auf die Frage, ob der Job von Kovac gefährdet sei, wenn dieser nicht Meister werde, antwortete Rummenigge: „Wir werden Meister.“ Nach namhaften Vorgängern sei es für Kovac nicht leicht, sagte Rummenigge. Er fügte hinzu, dass der FC Bayern wie jeder Klub „nach der Saison analysiert, was gut und weniger gut gelaufen ist“. Später versicherte Rummenigge, die Vereinsführung werde Kovac „im positiven Sinne begleiten. Es hat ihn bei Bayern München bisher keiner infrage gestellt“.

          Rummenigge kündigte nach den Zugängen der französischen Weltmeister Lucas Hernández und Benjamin Pavard weitere Umgestaltungen am Kader an. „Das sind zwei absolute Topspieler im defensiven Bereich. Die werden uns verstärken. Wir werden vielleicht noch was machen. Auch möglich, dass wir den einen oder anderen Abgang haben“, sagte er. Pavard kommt für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart, Hernández für den Rekordbetrag von 80 Millionen von Atlético Madrid. In der Offensiv sind die Münchner an Chelsea-Teenie Callum Hudson-Odoi interessiert.

          Personalspekulationen um Leipzigs Nationalstürmer Timo Werner kommentierte Rummenigge nicht. Auch bei Leverkusens Super-Talent Kai Havertz hielt er sich zurück. Den würde er an der Stelle von Bayer-Geschäftsführer Rudi Völler jetzt auch nicht verkaufen, sagte Rummenigge. Die Dienste von Fiete Arp (19) vom Zweitligaverein Hamburger SV hat sich der FC Bayern schon gesichert. „Wir haben schon eine gute Mannschaft“, sagte Rummenigge. Phase eins des Umbruchs laufe, nächstes Jahr dann Phase zwei. „Und dann wird man sehen, ob möglicherweise noch eine Phase drei vonnöten sein wird“, führte der Vorstandschef aus. Es werde den einen oder anderen Abgang geben. Nach den zwei Zugängen für die Abwehr gibt es Spekulationen um Wechsel von Mats Hummels oder Jérôme Boateng.

          Rummenigge kritisierte zudem die Führung der Nationalmannschaft um Bundestrainer Joachim Löw wegen der Art und Weise der Ausbootung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng noch einmal. Die Zeitspanne zwischen den Länderspielen im November und März hätte man „intelligenter und sympathischer nutzen können, um das besser vorzubereiten“, sagte Rummenigge. Von Löws Entscheidung, künftig auf das Weltmeister-Trio von 2014 zu verzichten, sind beim FC Bayern alle überrascht worden. „Auf einmal stand Oliver Bierhoff in meinem Büro. Das kam mir vor wie eine James-Bond-Aktion, das war für alle nicht so toll“, sagte Rummenigge. Die Münchner wollen Arjen Robben und Franck Ribery nach dieser Saison einen würdigen Abschied bereiten. „Wir möchten das ganz zielbewusst anders machen, als der DFB das mit unseren drei Nationalspielern vor Kurzem gemacht hat“, sagte Rummenigge und ergänzte: „Wir werden mit den beiden Spielern ein Abschiedsspiel machen, weil sie es verdient haben.“

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