https://www.faz.net/-gtm-a7rgr

Streit mit Leverkusens Amiri : DFB sperrt Hübner – aber nicht wegen Rassismus

  • Aktualisiert am

Nach dem Spiel zwischen Union Berlin und Bayer Leverkusen kam es zu Tumulten. Bild: EPA

Nach der Aufregung um eine Beleidigung von Nationalspieler Nadiem Amiri sehen die DFB-Ermittler keine Anhaltspunkte für rassistische Äußerungen. Union-Verteidiger Florian Hübner ist erleichtert. Dennoch wird er gesperrt.

          2 Min.

          Beleidigung ja, Rassismus nein. Union Berlins Abwehrspieler Florian Hübner ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes nach dem Streit mit Bayer Leverkusens Nadiem Amiri für zwei Spiele gesperrt worden. Für den Vorwurf einer rassistischen Beleidigung fanden die Ermittler des DFB-Kontrollausschusses allerdings keine Anhaltspunkte.

          Bundesliga

          Hübner fehlt den Eisernen in der Fußball-Bundesliga somit wegen unsportlichen Verhaltens in den Partien am Samstag beim FC Augsburg und eine Woche später gegen Borussia Mönchengladbach. Der 29-Jährige muss zudem eine Geldstrafe von 20.000 Euro bezahlen. Gegen Amiri waren keine Ermittlungen eingeleitet worden.

          „Für mein Verhalten in der verbalen Auseinandersetzung mit dem Leverkusener Spieler Nadiem Amiri bin ich zu Recht bestraft worden. Von grundlegender Bedeutung ist für mich, dass das Sportgericht und der DFB davon ausgehen, dass ich selbst zuvor verbal attackiert worden bin und dass meine Äußerungen nicht diskriminierend oder in irgendeiner Weise rassistisch waren“, wurde Hübner in einer Mitteilung seines Vereins am Donnerstag zitiert.

          Die DFB-Ermittlungen gegen Hübners Teamkollegen Cedric Teuchert wurden laut Union Berlin eingestellt. Ein Vergehen des Stürmers gegen die DFB-Rechts- und Verfahrensordnung konnte demnach nicht festgestellt werden. Während und nach dem Bundesliga-Spiel am vergangenen Freitag zwischen Union und Bayer (1:0) war es zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Spielern beider Vereine gekommen. Im Mittelpunkt stand ein Streit zwischen Hübner und Amiri nach dem Abpfiff.

          Anschließend hatte Leverkusens Jonathan Tah von einer rassistischen Beleidigung gegen Amiri berichtet, die er jedoch selbst nicht gehört hatte. Einen Zeugen für die kolportierte Wortwahl „Scheiß Afghane“ gab es letztlich offenbar nicht mehr. Wie Tah zu den Anschuldigungen kam, ist weiter unklar. Wie der DFB mitteilte, konnte auch Amiri im Laufe der Ermittlungen nicht ausschließen, „dass die Wortwahl eine andere war“.

          „Der Nachweis einer rassistisch motivierten oder diskriminierenden Handlung konnte nicht erbracht werden. Dem Sportgericht ist ferner bekannt, dass sich Hübner und Amiri am Tag nach dem Spiel wechselseitig für das jeweilige Fehlverhalten entschuldigt und der gegenseitigen Wertschätzung versichert haben“, wurde Sportrichter Hans E. Lorenz in einer DFB-Mitteilung zitiert.

          Union Berlin hatte sich schützend vor seine Spieler gestellt und sieht sich nun durch das Urteil bestätigt. „Wir kennen Florian Hübner bereits einige Jahre und Cedric Teuchert genießt seit dem letzten Sommer unser Vertrauen als Teil unseres Teams. Beide schätzen wir als faire Sportler und als verantwortungsvolle Menschen. Für uns war und ist es eine Selbstverständlichkeit, sie vor falschen öffentlichen Anschuldigungen und Vorverurteilung in Schutz zu nehmen“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler.

          Weitere Themen

          Proteste gegen geplante Super League Video-Seite öffnen

          Leeds United : Proteste gegen geplante Super League

          Die Spieler von Leeds United setzten vor dem Heimspiel gegen den FC Liverpool ein deutliches Zeichen. „Earn It" stand auf ihren Trikots mit denen sie sich vor dem Spiel warmmachten und auf denen auch das Logo der Champions League zu sehen war.

          Topmeldungen

          Bedankt sich für die Unterstützung in den vergangenen Tagen: der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder am Dienstag in München

          Nach Rückzug in der K-Frage : Als Verlierer wird Söder in der CSU nicht gesehen

          Markus Söder zieht seine Bewerbung um die Kanzlerkandidatur der Union zurück – und zählt dabei auf, wie viele in der CDU sich für ihn ausgesprochen haben. Für CSU-Generalsekretär Blume ist er gar „erkennbar der Kandidat der Herzen“.
          Hubertus Heil

          Corona-Krise : Heil will neue Testpflicht für Betriebe schon verschärfen

          Gerade erst ist die neue Corona-Arbeitsschutzverordnung in Kraft getreten, da kündigt die SPD eine Verschärfung der umstrittenen Testangebotspflicht an. Sie wettert dabei gegen „Profitimaximierung“ in der Wirtschaft.
          Die Kuppel des Reichstagsgebäudes am 26. Juli 2008.

          F.A.Z. Einspruch : Das Parlament als Polizeibehörde

          Angeblich verfrachtet die „Notbremse“ nur in Bundesrecht, was auf Landesebene so oder ähnlich oft ohnehin schon galt. Doch dieser Formwechsel ist für den Einzelnen und auch für die Demokratie bedrohlicher, als es zunächst scheinen mag. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.