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Bayern München : Der große Abschied des Philipp Lahm

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Ein letztes Mal: Philipp Lahm und Xabi Alonso mit der Meisterschale. Bild: EPA

Mit dem Meistertitel für die Bayern endet die Karriere von Philipp Lahm. München feiert auch ohne weitere Pokale in dieser Saison kräftig – und der scheidende Kapitän wird emotional. Nur einer fehlt bei der Party.

          Diesen Meistermoment wird Philipp Lahm niemals vergessen. Zum letzten Mal zeigte der 33-Jährige als Bayern-Kapitän mit der Schale in der Hand tausenden Fans auf dem Münchner Marienplatz. Lahm & Co. ließen sich auf dem Rathausbalkon feiern, der Weltmeister war bei seiner Dankesrede tief berührt. „Es ist für mich immer etwas Besonderes hier oben zu stehen. Ich möchte mich bei jedem Einzelnen bedanken für die unglaubliche Unterstützung“, sagte Lahm vor dem rot-weißen Fahnenmeer und kämpfte mit den Tränen. Die Teamkollegen sangen eine Lobeshymne für den nach anderthalb Jahrzehnten im Profifußball scheidenden Lahm.

          Die Meister-Bayern um die Entertainer Franck Ribéry, Rafinha und Thomas Müller zeigten sich am Samstagabend nach dem 4:1 gegen den SC Freiburg ihrem Anhang wie gewohnt in Tracht. Trainer Carlo Ancelotti kündigte bei seiner Premiere gleich mal weitere Trophäen an. „Wir wollen zusammen noch viele Titel gewinnen. Mia san Mia.“ Dann sind außer Lahm auch Xabi Alonso und Tom Starke nicht mehr dabei. Die deutsche Meisterschaft sei kein Trostpreis, hob Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf dem Rathausbalkon hervor. „Wenn man fünfmal in Folge Meister wird, ist es etwas Außergewöhnliches“, sagte Rummenigge. „Mit dieser Mannschaft, mit diesem Geist, wird es wieder möglich sein, auch wieder mehr zu erreichen“, erklärte Präsident Uli Hoeneß.

          Vom Rathaus ging es weiter zur klubinternen Feier, zuvor hatten die Münchner schon nach dem 4:1 (1:0) gegen den SC Freiburg in der Allianz Arena gefeiert. Weltmeister-Kapitän Lahm reckte dort im rot-silbernen Konfettiregen die elf Kilogramm schwere Schale für das 27. Championat des FC Bayern in die Höhe. Ausgelassen tanzten die Münchner Stars nach dem fünften Meistertitel nacheinander über den Rasen – und natürlich fehlten auch die Bierduschen nicht.

          Ein Bild fürs Familienalbum: Lahm mit Sohn, Frau und Meisterschale. Bilderstrecke

          Der verletzte Manuel Neuer, sonst besonders eifrig bei der traditionellen Jagd mit dem riesigen Weißbierglas, verdrückte sich an Krücken lieber schnell in die Katakomben. Arjen Robben war der Münchner, der Ancelotti als Erster erwischte. „Meine erste Weißbier-Dusche war sehr kalt, aber es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagte Ancelotti. Assistenzcoach Hermann Gerland und Thomas Müller übergossen gleich danach Lahm.

          Gemeinsam mit Alonso stieß der langjährige Kapitän Lahm frisch geduscht schon mal an. „Ich hab so viele schöne Momente geschenkt bekommen, das war unglaublich“, sagte Lahm, der insgesamt achtmal deutscher Meister wurde. Gerne stellte er sich mit Ehefrau und Sohn zum Familienfoto mit Meisterschale auf. Reichlich Kinder freuten sich auf dem Rasen mit ihren berühmten Fußball-Papas und kickten gleich mal ein bisschen vor der Bayern-Kurve. Der verletzte Jérôme Boateng fehlte. „Ich habe ihn nach dem Spiel nicht gesehen. Er hat Muskelprobleme und wird untersucht. In den nächsten Tagen werden wir eine genaue Diagnose haben“, sagte Trainer Ancelotti. Der Münchner Innenverteidiger hatte in dieser Saison wiederholt Probleme und verpasste viele Spiele.

          Bei ihrem Saisonfinale gewannen die Münchner dank Robben (4. Minute), Arturo Vidal (74.), Ribéry (90.+1) und Joshua Kimmich (90.+4) am Ende doch noch standesgemäß. Robert Lewandowski (30 Saisontore) ging am Samstag leer aus und musste den Titel des Torschützenkönigs dem Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (31 Treffer) überlassen. „Ich freue mich, dass ich die zweite Saison in Folge 30 Tore erzielt habe“, sagte Lewandowski. Im Kampf um die Freiburger Europa-League-Teilnahme traf Rekordjoker Nils Petersen (76.) für die Freiburger, die als Tabellensiebter weiter hoffen dürfen. Die Breisgauer können sich aber noch für die Europa League qualifizieren, sollte Dortmund das Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt gewinnen. „Wir sind mehr als stolz auf Platz sieben. Wir sind nächste Woche alle Dortmund-Fans“, sagte Petersen.

          Die Höhe des Bayern-Sieges hatte an diesem Nachmittag mit Gänsehautmomenten durch die letzten Auftritte von Weltmeister-Kapitän Lahm und dem spanischen Allesgewinner Xabi Alonso nicht die höchste Bedeutung. Allen beim Rekordchampion war nur wichtig, Lahm und Alonso siegreich in die Fußball-Rente zu entlassen. Alonso (82.) und Lahm (87.) wurden bei ihren Auswechslungen lautstark bejubelt. Der Sieg glückte auch dank Starke. Der Bayern-Torhüter zeichnete sich in seinem letzten Auftritt als Profi wiederholt aus. Die Party konnte starten.

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