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Karl Lauterbach im Interview : „Ich sehe Fußball-EM und Olympia sehr kritisch“

„Die eine oder andere Bemerkung könnte man sich sparen“, sagt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Bild: Jens Gyarmaty

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist immer wieder Angriffsziel des Sports. Im Interview spricht er über Bundesliga-Kritiker, seinen Streit mit Rudi Völler, langfristige Corona-Schäden für Kinder und einen fehlenden Plan B des IOC-Präsidenten.

          6 Min.

          Herr Lauterbach, sind Sie ein Populist?

          Michael Wittershagen
          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nein. Wenn ich ein Populist wäre, dann würde ich sagen: Die Pandemie ist jetzt vorbei! Die Fußballstadien müssen geöffnet werden, das Spiel kann wieder beginnen.

          Sie haben in den vergangenen Monaten oft die gegenteilige Position vertreten und gewarnt: vor Geisterspielen; davor, der Fußball würde anderen Gruppen Testkapazitäten wegnehmen; vor möglichen Schäden auch von Sportlern nach einer Covid-19-Erkrankung. Sie sind deshalb immer wieder zum Angriffsziel des Sports geworden. Wie gehen Sie damit um?

          Ich versuche es nicht so sehr an mich ranzulassen. Mir geht es um die Sache, um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Pandemie. Im Großen und Ganzen kann man der Bundesliga gar keinen Vorwurf machen. Es hat Verstöße von Spielern gegeben, aber danach haben die Vereine recht drastisch durchgegriffen. Und natürlich wird weiter gedrängelt, aber das gehört dazu. Die Vereine müssen für ihre Fans und ihren Betrieb kämpfen. Ich finde es auch nicht unangemessen, dass da Druck ausgeübt wird. Die eine oder andere Bemerkung – von wegen „Populist“ und so –, das könnte man sich sparen. Das ist auch nicht unbedingt fair, das sagen ja auch Leute, die mich persönlich gar nicht unbedingt kennen.

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