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Trainersuche des FC Bayern : Rummenigge und das Missverständnis mit Wenger

  • Aktualisiert am

„Das ist eine überraschende Geschichte“: Arsene Wenger Bild: Picture-Alliance

Wer hat wen angerufen – und was gesagt? Arsene Wenger ist verärgert vom Verhalten des FC Bayern bei der Suche nach einem neuen Trainer. Nun äußert sich Karl-Heinz Rummenigge über die Irritationen.

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          Karl-Heinz Rummenigge will die Irritationen um die Absage des FC Bayern München an Trainer Arsène Wenger möglichst bald in einem persönlichen Gespräch mit dem Franzosen ausräumen. „Ich habe kein Interesse, mit ihm Stress zu haben“, sagte der Vorstandschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters und erklärte nach dem Münchner 4:0 gegen Borussia Dortmund am Samstagabend im Bundesliga-Topspiel.

          Bundesliga

          „Vielleicht haben wir uns irgendwie missverstanden“, sagte Rummenigge. Das Gespräch fand auf Deutsch statt, das Wenger als Elsässer perfekt spricht. „Ich habe vor Arsène wahnsinnig großen Respekt. Ich kenne ihn über 30 Jahre. Ich habe überhaupt kein Problem mit ihm. Wir werden sicherlich in nicht allzu ferner Zukunft miteinander telefonieren und die Dinge ausräumen“, sagte Rummenigge.

          Wenger hatte zuvor er Darstellung des FC Bayern bezüglich eines möglichen Engagements beim FC Bayern widersprochen. Nicht er habe sich in München angeboten, sondern er sei von Rummenigge angerufen worden, sagte der Franzose dem TV-Sender beIN Sports. „Er hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte, weil sie nach einem Trainer suchen“, sagte Wenger, der beim FC Arsenal in London eine Ära geprägt hatte. Die Bayern hatten dagegen am Donnerstag via „Bild“-Zeitung mitgeteilt, Wenger habe bei Rummenigge angerufen und sich nach dem Trainer-Job erkundigt. Der Elsässer sei aber „keine Option“ bei der Suche nach einem Nachfolger für Niko Kovac.

          „Das ist eine überraschende Geschichte“, konterte Wenger. „Aus Höflichkeit“ habe er Rummenigge zurückgerufen und „maximal vier bis fünf Minuten“ mit dem Münchner Vorstandschef gesprochen. „Ich habe ihm gesagt, dass ich darüber nicht nachgedacht habe und dass das ein wenig Zeit braucht. Wir haben zusammen entschieden, in der kommenden Woche wieder zu telefonieren.“ Das sei „die wahre Geschichte“.

          Zur tatsächlich richtigen Version trug Bayern-Präsident Uli Hoeneß nichts bei. „In dieser Geschichte war ich überhaupt nicht involviert, und zwar von A bis Z nicht“, sagte Hoeneß am Samstagabend im ZDF. Um wirklich zu wissen, was passiert sei, müsse man Rummenigge und Wenger „gegenüberstellen“. Das sei aber nicht seine Aufgabe, sagte Hoeneß.

          Rummenigge traut derweil Torjäger Robert Lewandowski nach 16 Treffern an den ersten elf Spieltagen zu, Gerd Müllers Bundesligarekord von 40 Toren in einer Saison zu überbieten. „Es geht nicht besser“, sagte Rummenigge nach dem 4:0 des FC Bayern gegen Dortmund zur Form des 31 Jahre alten Polen, der am Samstagabend schon wieder zweimal traf.

          „Ich habe gedacht, dieser Rekord von Gerd Müller ist für die Ewigkeit. Aber ich glaube, Robert ist der Erste, der wirklich in die Grenzbereiche reinkommen kann, dass er es schaffen kann, den Gerd-Müller-Rekord zu gefährden“, sagte Rummenigge. Der legendäre „Bomber“ Müller hatte die Rekordmarke in der Saison 1971/72 erzielt.

          Gegen den BVB avancierte Lewandowski bereits zum ersten Spieler überhaupt, der an elf Bundesliga-Spieltagen nacheinander treffen konnte. „Es ist ja schon erstaunlich, dass er in jedem Spiel ein bis drei Tore macht mittlerweile. Und das in einer Qualität, vor der man nur den Hut ziehen kann“, sagte der frühere Topstürmer Rummenigge.

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