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Karl-Heinz Rummenigge : „Ich freue mich für meinen Freund Pep Guardiola“

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Das waren noch Zeiten: Karl-Heinz Rummenigge (links) und Pep Guardiola Bild: Picture-Alliance

Die Aufhebung der Europapokalsperre für Manchester City sorgt weiter für Debatten. Bayern Münchens Vorstandschef Rummenigge kritisiert die Uefa. Unzufrieden ist er auch damit, dass es 2020 keinen Weltfußballer geben wird.

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          Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bewertet den Europapokal-Freispruch für Manchester City mit Trainer Pep Guardiola kritisch. Der für die Champions League zuständige Ausschuss des Europäischen Fußball-Verbandes Uefa habe „keine tolle Arbeit geleistet, so sieht es zumindest aus“, befand Rummenigge bei einer Video-Pressekonferenz zur „Audi Digital Summer Tour“ am Montag. „Alles, was ich aus verschiedenen Quellen gehört habe, war es vorab nicht gut organisiert.“

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          Der Internationale Sportgerichtshof Cas hatte vor zwei Wochen eine Europapokalsperre von zwei Jahren für Man City durch die Uefa aufgehoben. Die Beweise seien unzureichend oder die Taten verjährt, begründete der Cas sein Urteil. Der Kontinentalverband hatte dem Topklub aus der englischen Premier League vorgeworfen, die Regeln des Financial Fair Plays gebrochen zu haben. City wies die Vorwürfe zurück. „Ich freue mich für meinen Freund Pep Guardiola, weil ich weiß, was es für ihn bedeutet, an der Champions League teilzunehmen“, sagte Rummenigge. Seine Münchner könnten beim angepeilten Finalturnier der Champions League ab dem 12. August im Halbfinale auf die Engländer treffen.

          Rummenigge sprach sich für eine Nachjustierung der Finanzregeln aus. „Als wir das Financial Fairplay vor zehn Jahren eingeführt haben, hieß es, dass man nicht mehr Geld ausgeben darf, als man einnimmt. Das sollte man wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Deswegen müssen wir das Financial Fairplay etwas modifizieren“, urteilte Rummenigge. „Wir müssen eine veränderte Regel finden, die von allen akzeptiert wird. Das betrifft die Spieler, Agenten und auch die Vereine. Denn das Financial Fairplay wird am Ende allen nutzen.“

          Rummenigge erwartet im Zuge der Coronavirus-Pandemie weiterhin herausfordernde Zeiten für den Fußball. „Die gesamte Welt und jede Branche ist von der Pandemie betroffen und der Fußball macht da keine Ausnahme. Wir sind alle glücklich, dass wir unsere Saison beenden konnten“, sagte er. Auch die Premier League sei nun beendet, Deutschland habe mit der Fortsetzung der Bundesliga ein gutes Beispiel gegeben. „Im kommenden Jahr ist sicherlich ein größerer finanzieller Einbruch zu erwarten“, sagte Rummenigge. In der abgelaufenen Saison hat nur das letzte Viertel der Spiele ohne Zuschauer stattfinden müssen. Das kann in der neuen Saison mehr Spiele der Klubs betreffen.

          Rummenigge bedauert es, dass in diesem Jahr nicht der Goldene Ball für den besten Fußballer der Welt vergeben wird. „Robert Lewandowski spielt eine fantastische Saison. Er spielt vielleicht die beste Saison seiner Karriere“, sagte Rummenigge. Die Fifa hat ihre Weltfußballerkür bislang nicht gestrichen, hier dürfen die Fußball-Weltstars weiter hoffen. Die Gewinner des seit 1956 vergebenen Ballon d'Or werden von internationalen Fachjournalisten gewählt. Zwischen 2010 und 2015 fand die Wahl unter dem Dach des Weltverbandes Fifa statt, als Ersatz für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres. Seit 2016 vergibt die Zeitschrift „France Football“ den Goldenen Ball wieder selbst.

          Lewandowski erzielte in dieser Saison sechs Tore im DFB-Pokal, 34 in der Bundesliga und führt die Torjägerliste in der Champions League mit elf Treffern an. Eine Weltfußballerehrung ist ein Wunsch von ihm. Erstmals in der Geschichte des Ballon d'Or wird in diesem Jahr wegen der Corona-Krise zumindest damit keiner ausgezeichnet. Weil unter anderem zahlreiche Ligen nicht zu Ende gespielt werden konnten und die EM sowie die Copa America verschoben werden mussten, sei diese Entscheidung getroffen worden, hieß es in der Begründung von „France Football“.

          Das sei schade, da die meisten Ligen ihre Saison hätten zu Ende spielen können, meinte Rummenigge. Allerdings wurde die Spielzeit in Frankreich abgebrochen. Wegen der Coronavirus-Pandemie absolviert der FC Bayern mit seinem Partner Audi in diesem Jahr keine Interkontinentalreise, sondern die sogenannte Audi Digital Summer Tour. Neun Tage lang finden dabei unter anderem Social-Media-Veranstaltungen mit Spielern, Fans und ehemaligen Bayern-Akteure statt.

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