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Bayern München : Rummenigge erklärt seine Aussagen zu Kovac

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Ist jetzt wieder eitel Sonnenschein? Niko Kovac (links) und Karl-Heinz Rummenigge bei der Double-Feier in München Bild: Picture-Alliance

Vor allem vom Vorstandschef gab es lange keine Rückendeckung für den Bayern-Trainer. Nun spricht Karl-Heinz Rummenigge über sein Verhalten – und versucht zu erklären, warum er Niko Kovac nicht schützte.

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          Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat nach eigener Aussage Trainer Niko Kovac mit der lange Zeit fehlenden öffentlichen Rückendeckung nicht verletzen wollen. „Ich wollte ihm nicht wehtun. Ich wollte nur alle auf unser gemeinsames Ziel fokussieren“, sagte Rummenigge in einem Interview dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ und bezog sich auf die Phase nach dem 5:0 im Endspurt der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Dortmund. „Ich habe anschließend sehr bewusst öffentlich polarisiert und versucht, durch meine Aussagen einen Kontrapunkt zu setzen. Sowohl der Trainer als auch die Mannschaft sollten begreifen, dass wir noch nichts gewonnen hatten.“

          Das System FC Bayern basiere auf Erfolg, sagte der 63-Jährige. „Der Erfolg ist Teil unserer Klub-DNA. Diesen Erfolgsdruck haben wir uns selbst auferlegt, und dem muss jeder beim FC Bayern standhalten. Das weiß Niko auch, er war hier bereits als Spieler tätig.“ Auf die Frage, ob der deutsche Fußball-Rekordmeister definitiv mit Kovac als Trainer in die neue Saison gehe, antwortete Rummenigge: „Ich kenne keinen Verein, der seinen Trainer nach dem Double entlassen hätte.“ Kovac hat in München einen Vertrag bis in den Sommer 2021.

          Rummenigge stellte derweil eine angestrebte grundsätzliche Reform der Champions League ab 2024 infrage. „Warum müssen wir eigentlich überhaupt etwas verändern? Um die Champions League beneidet uns die ganze Welt. Sie ist der mit Abstand beste und am schwierigsten zu gewinnende Wettbewerb der Welt“, sagte Rummenigge. „Ich bin auch kein großer Freund der Idee, die Gruppenphase zu erweitern. Wir haben jetzt schon bei dem aktuellen Modell mit den Vierergruppen oft zum Ende hin sogenannte Dead Games, wo es um nichts mehr geht.“

          Juventus Turins Vereinsboss Andrea Agnelli treibt als Präsident der ECA, einer Interessenvertretung der europäischen Fußballvereine, unterstützt von spanischen und französischen Spitzenklubs eine Reform der Königsklasse von 2024 an voran. Wenn der neue Vermarktungszyklus beginnt, könnten 96 Teams in einer dreistufigen Champions League spielen. Der Zugang zur lukrativen Top-Liga erfolgt aber nicht mehr über die Plazierung in der nationalen Liga, so die Idee.

          Der FC Bayern und Borussia Dortmund als deutsche Branchenführer fühlen sich der Bundesliga verpflichtet, wollen aber von der europäischen Konkurrenz ökonomisch nicht abgehängt werden. „Alle rennen immer dem Geld hinterher. Aber wohin geht dann dieses Geld? Es ist ja nicht so, dass wir jetzt eine Gewinnexplosion hätten und unsere Aktionäre daran partizipierten“, sagte der ECA-Ehrenvorsitzende Rummenigge. „Das Geld wandert in die Spielergehälter und Beraterhonorare. Am wichtigsten wird es sein, dass der Europapokal nicht an den Wochenenden ausgetragen wird. Denn das würde einen zu großen Kampf mit den nationalen Ligen erzeugen.“

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