https://www.faz.net/-gtm-7szxs
 

Kapitalerhöhung beim BVB : Dortmund weiter Nummer zwei

  • -Aktualisiert am

Der Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Bild: dpa

Borussia Dortmund will an der Börse auf einen Schlag 114 Millionen Euro einsammeln. Mancher malt sich schon einen Großangriff auf die Bayern aus. Dieser wird vielleicht kommen – aber nicht jetzt.

          1 Min.

          Wenn ein Fußballklub wie Borussia Dortmund an der Börse auf einen Schlag mehr als 114 Millionen Euro einsammelt, weckt das beim Publikum natürlich Phantasien. Mancher malt sich schon eine Art Großangriff auf Bayern München aus. Vielleicht wird dieser Angriff kommen – irgendwann in der ferneren Zukunft, aber nicht jetzt.

          Eine Einmalzahlung der genannten Größenordnung, mag sie für deutsche Verhältnisse noch so hoch erscheinen, genügt nicht, um den Wettbewerbsvorteil auszugleichen, den der FC Bayern über vier Jahrzehnte erworben und stetig untermauert hat. Aber das frische Geld wird den Dortmundern ermöglichen, ein Stück näher an den Rekordmeister heranzurücken, darum geht es den Verantwortlichen des BVB.

          Die aktuelle Klubführung erscheint klug genug, nicht nur auf die Münchner zu achten, die der Konkurrenz in der vergangenen Saison so früh enteilt waren wie nie zuvor. Unabhängig vom Blick auf die Bayern bietet sich der Borussia eine verheißungsvolle Perspektive: Der BVB besitzt die große Chance, seine Position als „zweite Kraft“, als einziges stabiles Gegengewicht zu der bajuwarischen Fußballmacht zu festigen und Verfolger wie Schalke, Leverkusen oder Wolfsburg auf Abstand zu halten.

          Mit den Millionen von der Börse und der „echten Liebe“ seiner zehn Millionen Sympathisanten schickt der BVB sich an, auf dem deutschen Markt immer stärker zu werden – vielleicht sogar stark genug, seine Position am Verhandlungstisch mit umworbenen Spielern entscheidend zu verbessern und nicht Jahr für Jahr eine seiner Spitzenkräfte abgeben zu müssen, weil in Manchester, Madrid oder München neben dem Erfolg noch mehr Geld (und vielleicht auch Erfolg) lockt.

          Immerhin kein Selbstbedienungsladen mehr

          Der wirtschaftliche Impuls, den die Börsenmillionen ermöglichen, muss sich nicht gleich auf die Tabelle auswirken – Zweiter ist Dortmund ja schon. Den Borussen wäre schon damit gedient, wenn sie Marco Reus, ihren aktuell wertvollsten Spieler halten könnten – der Ausstiegsklausel in seinem Vertag und dem Interesse des FC Bayern zum Trotz.

          In Dortmund geboren und heimisch könnte er zur Symbolfigur einer neuen Widerstandskraft werden. Falls es gelingt, Reus zu halten, gehen frisches Geld und echte Liebe eine Allianz ein, die den Bayern keine Angst einflößen, ihnen aber klar machen dürfte, dass der BVB kein Selbstbedienungsladen ist. Damit wäre für Dortmund schon viel gewonnen.

          Weitere Themen

          Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests Video-Seite öffnen

          Olympische-Spiele in China : Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests

          Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele versucht China die Ausbreitung von Corona-Fällen mit strikten Maßnahmen zu verhindern. 72 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit den Spielen wurden bereits bestätigt. Die breite chinesische Öffentlichkeit wurden vom Kauf der Tickets ausgeschlossen.

          Topmeldungen

          Ein Händler schaut an der New Yorker Börse auf die Kursentwicklungen.

          Kursrutsch : Das Beben der Tech-Aktien

          Viele Technologie-Aktien notieren dieses Jahr tief im Minus. Dafür gibt es drei Gründe. Anleger müssen trotzdem nicht unbedingt besorgt sein.

          Druck, Zwang, Hintertür : Die Welt kämpft mit der Impfpflicht

          Überall wird diskutiert, wie man so viele Menschen wie möglich gegen Corona impfen kann. Doch nur wenige Länder haben sich bisher für eine echte allgemeine Impfpflicht entschieden. Was lässt sich von den Beispielen rund um den Globus lernen?