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Nach Nagelsmann-Interview : Keine Hoffnung bei Nationalstürmer Timo Werner

  • Aktualisiert am

Wohl vor dem Absprung: Leipzigs Stürmer Timo Werner Bild: EPA

RB Leipzig festigt den dritten Tabellenplatz in der Bundesliga mit einem Sieg. Noch in dieser Woche kann es das Nagelsmann-Team in die Champions League schaffen. Torjäger Timo Werner gerät immer mehr in den Fokus.

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          Auch Trainer Julian Nagelsmann rechnet mit einem Abgang von Fußball-Nationalstürmer Timo Werner bei Bundesligaklub RB Leipzig nach dieser Saison. „Ich glaube nicht, dass er nächstes Jahr noch hier ist“, sagte der Coach im Rahmen der Partie bei der TSG 1899 Hoffenheim in einem vorab aufgezeichneten Interview von DAZN. Die Chance, dass Werner bleiben werde, sei „nicht allzu groß ehrlich gesagt.“

          Bundesliga

          Der 24 Jahre alte Werner steht Medienberichten zufolge dicht vor einem Transfer zum englischen Premier-League-Klub FC Chelsea. Der Stürmer kann die Sachsen diesen Sommer für eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen. „Wir sind froh, dass Timo jetzt noch da ist“, sagte RB-Sportdirektor Markus Krösche in der Halbzeit. „Sicherlich wird es da vielleicht auch eine Veränderung geben, das muss man sehen, das wird die Zeit zeigen. Wenn es etwas zu vermelden gibt, werden wir das machen.“

          Leipzig steuert derweil immer stärker auf eine weitere Champions-League-Teilnahme zu. Nach dem an diese Aussagen anschließenden 2:0 (2:0)-Sieg bei der TSG darf sich RB am Wochenende erstmal zufrieden zurücklehnen und die Konkurrenz in der Bundesliga beobachten. „Wir haben es diese Woche selber in der Hand, es klar zu machen, das ist schon mal gut. Zwei Siege von uns und wir sind dabei“, sagte Nagelsmann nach dem Erfolg an seiner alten Wirkungsstätte.

          Ziel ist die Champions League

          Mit dem dritten Auswärtssieg in Serie baute Leipzig den Vorsprung auf die Verfolger Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen vorerst auf sechs Punkte aus. In der kommenden Woche stehen die beiden Heimspiele gegen Fortuna Düsseldorf und Borussia Dortmund an, ehe es zum Saisonfinale gegen den FC Augsburg geht.

          „So kurz vor Saisonende musst du nicht mehr extrem glänzen, sondern deine Punkte einfahren“, sagte der starke Kevin Kampl. „Das Ziel ist, die Champions League zu erreichen. Es war heute die Möglichkeit für uns, vorzulegen - und das haben wir gemacht.“ Zudem ist RB nach dem 3:0 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Tottenham Hotspur noch in der laufenden Spielzeit in der Königsklasse vertreten.

          Während Nagelsmann nach der Partie noch lange und lautstark mit seinen Assistenten auf der Rasen diskutierte, lehnte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zufrieden über der Balustrade der VIP-Tribüne in Sinsheim und applaudierte den Leipzigern. Gegen eine starke TSG reichten RB die beiden Treffer des Spaniers Olmo (9./11. Minute) in einer furiosen Anfangsphase. Dabei hatten die Gäste allerdings Glück, dass Schiedsrichter Tobias Welz zuvor einen Foulelfmeter für Hoffenheim nach Videobeweis wegen Handspiels der Hausherren zurücknahm.

          „Ich habe die Mannschaft ausgebildet, insofern wäre es schlimm, wenn sie gar nichts können“, scherzte Nagelsmann über den Gegner. „Wir hatten die letzten Wochen den Spielverlauf nicht immer auf unserer Seite, heute schon. Bei dem Elfmeter hatten wir etwas Glück. Am Ende war es ein wildes Spiel, es ging hin und her, aber am Ende haben wir das Spiel hochverdient gewonnen.“

          Mit einem freundlichen Klaps verabschiedete sich der 32-Jährige von Alexander Rosen, der ihn einst zum jüngsten Trainer der Bundesliga-Geschichte machte. Hoffenheims Sportchef koordinierte zwar das sechsköpfige Betreuerteam nach der Trennung Chefcoach Alfred Schreuder am Dienstag und sprach zwar nach dem Abpfiff in die Mikrofone, saß aber während der Partie auf der Tribüne. Co-Trainer Matthias Kaltenbach dirigierte die Kraichgauer am Spielfeldrand.

          Werner in die Premier League?

          Mit der neunten Heimniederlage in dieser Spielzeit verpasste die TSG den möglichen Sprung auf einen direkten Europa-League-Platz. „Das Ergebnis ist bitter, das haben wir uns anders vorgestellt“, sagte  Rosen. „Die Leistung war hervorragend, genauso wollen wir unser Team sehen. Wir haben richtig gut, richtig intensiv gespielt. Das war richtig Hoffenheim-Style. Mit diesen Leistungen werden wir uns zwangsläufig belohnen.“

          Unter Nagelsmann, der von Februar 2016 bis Juni 2019 die Hoffenheimer trainierte, hatte der Klub erstmals die Europa League und dann die Champions League erreicht. „Wenn wir drei Spiele gewinnen, dann schaffen wir das“, sagte Rosen mit Blick aufs internationale Geschäft. In Augsburg, gegen Union Berlin und in Dortmund – so lautet das Restprogramm der TSG.

          Derweil würde Torwart Bernd Leno vom FC Arsenal Timo Werner als mögliche Verstärkung für den FC Chelsea sehen, falls der Nationalspieler im Sommer zu Arsenals Stadtrivalen wechseln sollte. Eine Bestätigung für den Transfer nach dieser Saison gibt es bisher nicht, Leno traut Werner den Sprung von RB Leipzig in die Premier League aber zu.

          Werner sei sehr herzlich willkommen in London, sagte der 28-jährige Leno, der wie Werner beim VfB Stuttgart groß wurde, dem TV-Sender Sky. Er verstehe sich mit dem Stürmer sehr gut, erklärte der einstige Schlussmann von Bayer Leverkusen. „Timo weiß, was auf ihn zukommt. Die Premier League ist schneller und physischer. Das liegt Timo aber mit seinen Qualitäten und seinem Killerinstinkt“, sagte Leno über den 24-Jährigen und fügte hinzu: „Ich muss es leider sagen: Es könnte sein, dass er Chelsea verstärkt – falls er dahin gehen sollte.“

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