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Jürgen Klopp : Watzkes ewiger Sehnsuchtstrainer

  • -Aktualisiert am

Enge Freundschaft: Hans-Joachim Watzke mit Jürgen Klopp. Bild: EPA

Launiger Abend: Jürgen Klopp und Hans-Joachim Watzke erinnern sich an gemeinsame Zeiten. Bei der Vorstellung des Buches „Echte Liebe. Ein Leben mit dem BVB“ wird klar, dass die Borussia ihren Trainer vermisst.

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          Es war Jürgen Klopp, der irgendwann auf den Gedanken einging, der am Donnerstagabend den meisten der 400 Gäste während der Vorstellung der Biographie des BVB-Geschäftsführers Hans-Joachim Watzke in den Sinn gekommen sein musste. Watzke und der Fußballtrainer hatten von ihrer „Männerfreundschaft“ geschwärmt und sich mit Zuneigung, Bewunderung und Anerkennung überschüttet. Der Saal feierte Klopp, während irgendwo in der Stadt der heutige BVB-Trainer Lucien Favre inmitten der sportlichen Krisenstimmung dieses Oktobers sitzen musste. Mit dem Gefühl, bestenfalls der zweitbeste Trainer für Borussia Dortmund zu sein. „Das ist schade an der Geschichte“, sagte Klopp also, „der BVB ist gerade Achter, und es ist möglicherweise nicht so cool, wenn der ehemalige Trainer, der im Rückblick ja noch viel besser war, als er es tatsächlich war, dann hier sitzt, und alles ist Friede, Freude, Eierkuchen.“ Man kann niemandem einen Vorwurf für diese Konstellation machen, dass aber genau in dieser angespannten Lage beim BVB ein Buch erscheint, in dem die Einzigartigkeit Klopps und die enge Freundschaft Watzkes zum dem 52 Jahre alten Schwarzwälder beschrieben wird, ist zweifellos etwas unglücklich.

          Unter den Zuhörern geriet dieser aktuelle Bezug aber schnell zur Nebensache. Im Rahmen des Literaturfestivals Lit. Ruhr stellten der F.A.Z.-Redakteur Michael Horeni und Watzke ihr gemeinsames Buch „Echte Liebe. Ein Leben mit dem BVB“ vor. Das Werk über das Leben des Borussia-Geschäftsführers Watzke ist als geschickte Mixtur aus autobiographischen Elementen und Außenansichten angelegt; Horeni beschreibt den Unternehmer aus dem Sauerland aus der Perspektive des Journalisten und Beobachters, während Watzke selbst viele Vorgänge und Erinnerungen aus seiner eigenen Perspektive schildert. Wobei es auch ein übergeordnetes literarisches Motiv gibt. Die Autoren haben „Echte Liebe“ ihren Vätern gewidmet. Denn Horeni und Watzke, aber auch Klopp haben den Fußball als große verbindende Kraft erlebt. Für alle drei bot das Spiel eine Welt voller prägender Erlebnisse in ihren Beziehungen zu den Vätern.

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