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Frankfurter Neuzugang : Hauge bringt „Tricks“ von Ibrahimovic zur Eintracht

Im Fokus bei der Eintracht: Jens Petter Hauge Bild: Jan Huebner

Der jüngste Neuzugang in Frankfurt ist Jens Petter Hauge. Er kommt aus Mailand, wo er aber nicht viel spielte. Dafür durfte er einen Star aus der Nähe bewundern. Auch zu Erling Haaland hat er Kontakt.

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          Als Jens Petter Hauge am Donnerstag auf seinen Landsmann Erling Haaland angesprochen wird, verzog der 21 Jahre alte Norweger auf dem Podium im Pressekonferenzraum keine Miene. Hauge, der neue Eintracht-Profi, wirkte bei seiner Präsentation in der WM-Arena ernst und konzentriert. Englisch war die Sprache seiner Wahl, er wollte ausdrücklich keinen Dolmetscher an seiner Seite haben. Der Dortmunder Bundesliga-Star Haaland sei „ein phantastischer Spieler“, er sei „schwer zu stoppen“, sagte Hauge.

          Bundesliga
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          An diesem Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky), zum Bundesliga-Auftakt beim BVB, treffen die beiden „guten“ Freunde gleich aufeinander. Die Wiedersehensfreude wird auf beiden Seiten dementsprechend groß sein. Hauge und Haaland kennen sich aus der A-Nationalmannschaft und den Junioren-Auswahlteams. Er versuche wie Haaland hart an sich zu arbeiten, dieser inspiriere ihn, hatte Hauge an anderer Stelle gesagt.

          Bevor Hauge vom AC Mailand Anfang dieser Woche nach Frankfurt wechselte, telefonierten beide miteinander. Haaland weckte bei seinem neun Monate älteren Nationalmannschaftskollegen die Vorfreude auf die Bundesliga. Wie Ante Rebić, sein ehemaliger Teamkollege in Mailand, der ihm ebenfalls zum Wechsel an den Main geraten hatte. „Ante hat nur Positives über den Klub und die Stadt gesagt“, berichtete Hauge, der hervorhob, dass er an das „Projekt Frankfurt“ glauben würde.

          „Ich habe nicht so viel gespielt“

          Der Norweger fühlt sich fit für einen Einsatz in Dortmund. „Auch wenn ich in der Vorbereitung nicht viel gespielt habe, bin ich in einer tollen Verfassung“, sagte Hauge. Er habe „ gut trainiert und hart gearbeitet. Wenn der Trainer will, dass ich im Kader bin, bin ich bereit.“ Momentan würde ihm nur die Spielpraxis fehlen, teilte er mit. Einsatzzeiten im italienischen Spielbetrieb hatte er zuletzt nicht erhalten, in den finalen neun Saisonspielen blieb ihm nur der Platz auf der Bank. Unter dem Strich spielte Hauge in Mailand nie über 90 Minuten.

          „Ich habe nicht so viel gespielt, aber ich schaue mit einem guten Gefühl zurück, weil ich viel gelernt habe.“ Beim AC machte er noch die Saisonvorbereitung mit. Seine bevorzugte Position ist die linke Außenbahn. Dort ist in Frankfurt aber das Hoheitsgebiet von Filip Kostić, der unantastbar ist. Käme es jedoch noch zu einem Vereinswechsel des Serben, wäre Hauge, der über sich sagt, „viel rennen“ zu können, als dessen Nachfolger wohl die erste Wahl.

          Aktuell ist der vielseitige Hauge vermutlich auf der rechten Seite am besten aufgehoben, wo Danny da Costa und Erik Durm sportlich keine Ansprüche auf einen Stammplatz anmelden konnten. „Ich sehe mich selbst nicht auf einer festen Position und kann mich sehr gut der Spielweise des Teams anpassen.“ Hauge hat in Mailand bewiesen, dass er auf Topniveau spielen kann. Dieses zukünftig konstant abzurufen, wird seine Herausforderung bei den Hessen sein.

          Hauge spielt mit der Eintracht in dieser Saison in der Europa League. Für den AC Mailand traf er bei seinem Debüt gleich in Glasgow, im Rückspiel war der Norweger ebenfalls erfolgreich. Hauge war den Italienern in der Europa-League-Qualifikation aufgefallen, als er noch in Diensten von Bodø/Glimt bei der Niederlage in San Siro mit einem Tor und einer Torvorlage überzeugte.

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          Fünf Millionen Euro an Ablösesumme ließ sich der AC Hauge dann kosten, zu diesem Zeitpunkt war das der Rekordpreis in Norwegen. Zu seinen Teamkollegen in Mailand gehörte auch der Superstar Zlatan Ibrahimović. Es sei „unglaublich, wie Ibra trainiert. Er legt die Latte sehr hoch. Mit ihm macht man keine leichten Fehler“, sagte Hauge. Er übt weiter fleißig an den „Tricks“, die ihm Ibrahimović gezeigt habe.

          Aus der Bundesliga sollen in der Vergangenheit auch Wolfsburg und Leipzig Interesse an einer Verpflichtung von Hauge gehabt haben. Mit dem Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche, der davor in Leipzig arbeitete, habe er schon oft gesprochen, sagte Hauge. Dessen Landsmann Jan-Åge Fjørtoft ist in Frankfurt in bester Erinnerung. „Ich wäre stolz, wenn sich die Menschen einmal so an mich erinnern wie an ihn.“ In einem möchte Hauge ihm jedoch nicht nacheifern. „Ich hoffe, dass ich den Klub nicht vor dem Abstieg bewahren muss“, sagte er und grinste diesmal.

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