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Zweitliga-Relegation : Regensburg bejubelt Durchmarsch – Löwen-Fans randalieren

  • -Aktualisiert am

Weil Münchner Fans randalierten, mussten das Spiel rund eine Viertelstunde unterbrochen werden. Bild: dpa

1860 München muss nach einer 0:2-Heimniederlage gegen Jahn Regensburg in die dritte Liga. In der Schlussphase muss die Polizei einschreiten, weil Münchner Chaoten beinahe für einen Spielabbruch sorgen.

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          Als der nicht nur auf dem Platz unrühmliche Abschied feststand, gab es beim TSV München 1860 niemanden mehr, der Haltung bewahrte. Die Spieler sackten auf den Rasen, am Boden war die Mannschaft allerdings schon lange vor dem Abpfiff des Relegations-Rückspiels gegen Jahn Regensburg. 0:2 mussten sie sich im eigenen Stadion geschlagen geben und steigen nach dem 1:1 in der ersten Partie vor vier Tagen aus der Zweiten Bundesliga ab.

          Regensburger Jubeltraube in München

          Für den negativen Höhepunkt und beinahe für den Spielabbruch sorgten am Dienstag Münchner Chaoten, die zehn Minuten vor dem Ende mit herausgerissenen Sitzschalen warfen und versuchten, den Platz zu stürmen. Dabei wurden zehn Polizisten leicht verletzt, wie die Polizei in einer ersten Bilanz bekanntgab. Nach einer Viertelstunde pfiff der Schiedsrichter die zu diesem Zeitpunkt längst entschiedene Partie wieder an, obwohl der Regensburger Torwart Philipp Pentke vor der „Löwen“-Kurve bis zum Schluss gefährlich lebte und mehr damit beschäftigt war, Gegenstände vom Platz zu entfernen. „Wir haben über die zwei Spielen nie unser Niveau erreicht. Wir waren nie hundertprozentig die Mannschaft, die wir sein sollten“, sagte der Münchner Mittelfeldspieler Michael Liendl.

          Vitor Pereira, der glücklose Trainer der Münchner, der nun seinen Job los sein dürfte, hatte von seiner Mannschaft eine bessere Organisation sowie mehr Ruhe und Leidenschaft gefordert. Aber Wille, die Relegation erfolgreich zu bestreiten, war bei den „Löwen“ allenfalls in den ersten zehn Minuten zu spüren. Sie begannen die Partie engagierter als das Hinspiel vor vier Tagen, agierten jedoch spielerisch einfallslos. Allein mit langen Bällen versuchten sie, die Regensburger Defensive zu knacken.

          Die Profis aus der Oberpfalz suchten hingegen nach spielerischen Lösungen – mit Erfolg. Nachdem der Jahn mehr und mehr Kontrolle über das Spiel bekommen hatte, tauchte er immer häufiger gefährlich vor dem Tor von Stefan Ortega auf. Ein feines Zuspiel von Erik Thommy von links in den Strafraum nutzte Kolja Pusch in der 30. Minute zum 1:0. Aus der „Löwen“-Kurve drangen nicht nur Schmähgesänge, sondern auch die Aufforderung an die Spieler: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“

          Doch bei Sechzig herrschte nach dem Gegentreffer erst recht Verunsicherung – und trotzdem kam die Mannschaft in dieser Phase zu einer hochklassigen Chance. Christian Gytkaer scheiterte nach feinem Zuspiel des ansonsten schwachen Stefan Aigner an Regensburgs Torhüter Philipp Pentke. Im Gegenzug fiel der wichtigste Treffer des Abend. Marc Lais köpft den Ball nach Marcel Hofraths Halbfeldflanke zum 2:0 ins Tor (40.).

          Pereira brachte nach der Pause in Sascha Mölders und Ivica Olic zwei routinierte Stürmer, ließ dafür Aigner und Gytkaer auf der Bank. Aber das Signal, noch einmal alles zu versuchen, kam bei seiner Mannschaft nicht an. Die Regensburger standen kompakt und lauerten nun mit Vorteil, auf eigene Konter und hatten deshalb auch in der zweiten Hälfte die besseren Chancen als die „Löwen“. In der Schlussphase standen die Randalierer im Fokus, ehe die Regensburger in der Münchner Arena ihren Aufstieg bejubelten.

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