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Ivan Klasnic : Nach dem Comeback zurück in den Wartestand

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Die Gebete wurden erhört: Ivan Klasnic ist zurück auf der Bundesliga-Bühne Bild: AP

Mit dem 2:0 in Cottbus festigte Bremen seine Position als erster Bayern-Jäger. Wichtiger aber war das beispiellose Comeback von Ivan Klasnic nach seiner Nierentransplantation. Doch gegen Real Madrid am Mittwoch muss Werder auf den Kroaten verzichten.

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          Nach dem mutmachenden Comeback muss Ivan Klasnic wieder zurück in den Wartestand. Doch die Sensationsrückkehr, zwei Tore in Cottbus und die Vorfreude auf Real haben die Großwetterlage beim SV Werder wieder stabilisiert. Trotz der hart bestraften Trainings-Prügelei zwischen Boubacar Sanogo und Carlos Alberto bleiben die Bremer mit einem 2:0 (1:0) bei Schlusslicht Energie Cottbus die Bayern-Jäger Nummer eins in der Fußball-Bundesliga.

          „Das hat für uns keine große Rolle gespielt“, erklärte Manager Klaus Allofs nochmals zu den suspendierten Streithähnen, die sich am Sonntag wieder zum Mannschafts-Training melden durften. „Alles andere werden wir sehen“, meinte Chefcoach Thomas Schaaf im Hinblick auf seinen Kader für den Champions-League-Hit am Mittwoch gegen Madrid.

          Klaus Allofs: „Man kann sich im Leben irren“

          Der Bremer Hauptdarsteller des 14. Spieltages allerdings wird gegen Real definitiv fehlen - Rückkehrer Klasnic wurde von Werder bei der Europäischen Fußball-Union Uefa gar nicht für die Gruppenphase der Königsklasse gemeldet. „Vor einem halben Jahr hat noch niemand damit gerechnet, dass Ivan zurückkommt“, sagte Kollege Tim Borowski. „Ich war positiv überrascht, dass es auf diesem Niveau schon geht“, meinte Allofs und schloss an: „Man kann sich im Leben irren. Aber wir sollten uns einfach freuen, dass er wieder spielt.“

          Wieder mittendrin: Klasnic jubelt mit den Kollegen wie in alten Zeiten

          Klasnic selbst konnte seine Europacup-Nichtberücksichtigung erst gar nicht verstehen: „So viele Spieler haben wir doch gar nicht.“ Trainer Schaaf will seinen Stürmer, der mit einem speziellen Schutzgürtel antrat, behutsam wieder heranführen. Schließlich hatte der 27-jährige Kroate wegen seiner schweren Verletzung 342 Tage nicht in der Bundesliga gespielt. Sein Comeback mit einer Spenderniere ist im deutschen Profifußball beispiellos.

          „Wir haben gemerkt, dass Ivan ungeduldig ist“

          „Von totalem Optimismus bis zu totalem Pessimismus gab es alle Meinungen“, erinnerte Allofs an die kritischste Zeit. Die Niere seiner Mutter wurde abgestoßen, erst die zweite Transplantation des Organs seines Vaters im März lief erfolgreich. „In elf Monaten hatte ich viele Qualen. So ein Spiel ist da das kleinste Problem“, kommentierte Klasnic sein Comeback. Alle Zweifler habe er mit dieser Rückkehr mundtot gemacht, „es ist wie ein Traum“, ließ Klasnic in der Lausitz nur kurz einen Einblick in sein Innenleben zu.

          Als die Kameras zum ersten Interview nach all den Qualen angingen, schienen alle düsteren Gedanken abzufallen: „Es war einfach nur schön. Man kann es erreichen, wenn man den Willen hat.“ Dann zeigte sich Klasnic ganz als Profi: „Ich muss mich wieder etablieren in der Mannschaft, muss Gas geben, auch wenn ich weniger spielen sollte.“ Schaaf, der beim Frühstück vor der Partie in Cottbus die Comeback-Nachricht verkündet hatte, blieb vorsichtig: „Wir haben schon gemerkt, dass Ivan ungeduldig ist. Aber man muss sehen, wie weit ist er und was kann man ihm zumuten.“

          „Er hat gezeigt, dass er die Bundesliga angenommen hat“

          Ein Risiko bleibt. Der Kroate hatte am 17. Dezember 2006 sein letztes Bundesligaspiel für den SV Werder bestritten, bevor er wegen seiner schweren Erkrankung um die Fortsetzung seiner Karriere bangen musste. „Ich finde es toll. Ivan ist jemand, der unserem Spiel gut tut“, sagte Allofs. Schon beim 2:0 gegen sich hartnäckig wehrende Cottbuser zeigte Klasnic in seinen 64 Einsatz-Minuten einige gute Aktionen, wenn auch mit Steigerungsbedarf. Wichtig sei erst einmal: „Er hat gezeigt, dass er die Bundesliga wieder angenommen hat“, so Schaaf.

          Der Favorit benötigte vor 14.685 Zuschauern im Stadion der Freudschaft allerdings erst einen umstrittenen Elfmeter, um durch das siebente Saisontor von Diego (63. Minute) in die Erfolgsspur zu kommen. Beim 2:0 des eingewechselte John Jairo Mosquera (83.) war der Widerstand der tapferen Cottbuser (weiter nur acht Punkte) schon gebrochen.

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