https://www.faz.net/-gtm-9ohan

Investor Lars Windhorst : Hertha BSC und das viele neue Geld

  • Aktualisiert am

Ob Valentino Lazaro noch lange in Berlin spielt, ist ungewiss. Bild: dpa

Durch den spektakuläre Investorendeal mit bis zu 250 Millionen Euro eröffnet den Berlinern ganz neue Möglichkeiten. Wie geht der Klub mit dem vielen neuen Geld um? Vor allem einer ist nun gefordert.

          Megastars wie Lionel Messi und Neymar bleiben für Hertha BSC zwar auch weiterhin unbezahlbar, der spektakuläre Investorendeal mit bis zu 250 Millionen Euro eröffnet den Berlinern aber ganz neue Möglichkeiten. Der Fußball-Bundesligaverein will näher an die deutschen Topklubs heran, träumt von der Rückkehr ins internationale Geschäft und geht dafür ein beachtliches Risiko ein. Das Geld vom gerade bei den Fans nicht unumstrittenen Unternehmer Lars Windhorst soll zum Großteil in die Mannschaft fließen. Doch es geht auch um die Begleichung von Schulden aus der Vergangenheit.

          Über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor erwarb Windhorst zunächst 37,5 Prozent an der Profiabteilung und zahlt dafür 125 Millionen Euro. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, sollen 80 Prozent dieser Summe in den Kauf neuer Spieler investiert werden, um das Team des neuen Trainers Ante Covic zukunftsfähig zu machen. Für weitere 12,4 Prozent Anteile könnten zusätzlich mehr als 100 Millionen an den Hauptstadtklub fließen. Damit könnten Altlasten getilgt werden.

          Manager Michael Preetz ist nun gefordert. Das Geld muss auf dem Transfermarkt sinnvoll eingesetzt werden. Sicher scheint, dass nicht nur ein Superstar verpflichtet wird, sondern verteilt über die nächsten Jahre vielmehr eine neue Achse gebildet werden soll, die die Mannschaft führen kann. Dabei ist auch Geduld gefragt. Hertha will auch weiter auf seine gute Nachwuchsarbeit setzen und Spielern aus der eigenen Akademie Chancen zur Entwicklung geben. Allerdings besteht nun die Möglichkeit, zumindest Profis zu verpflichten, die vorher ganz sicher nicht den Weg ins Olympiastadion gefunden hätten.

          Bei den Fans geht derweil die Angst vor zu viel Einfluss von außen um. Zwei Sitze im Aufsichtsrat wird Tennor bekommen, ein sportliches Mitspracherecht sei bei der auf unbegrenzte Zeit angelegten Partnerschaft aber nicht geplant. „Hertha BSC ist eines der attraktivsten Investments, die man in diesem Segment in Europa machen kann“, sagte Windhorst dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

          Klar ist, dass ein Unternehmer wie der einst als Wunderkind der deutschen Wirtschaft gefeierte Windhorst vor allem investiert, um Gewinne zu erzielen. „Wir wollen Geld verdienen“, sagte der 42-Jährige, der erstmals in das Millionengeschäft Fußball einsteigt. Sportlich ernst wird es für Hertha ab Montag wieder. Dann bittet Covic ab 16.00 Uhr als Nachfolger des Ungarn Pal Dardai zum ersten Training vor der neuen Saison. Nach Platz elf in der abgelaufenen Spielzeit wollen sich die Berliner nach oben orientieren.

          Fehlen wird dann wohl Valentino Lazaro. Der Nationalspieler aus Österreich steht vor einem Wechsel zu Inter Mailand. Bis zu 25 Millionen Euro könnte der Klub als Ablöse für den Leistungsträger erhalten, der Vollzug soll erst in der kommenden Woche vermeldet werden. Am Wochenende will sich auch Marko Grujic entscheiden, ob er nach Berlin zurückkehrt. Der 23 Jahre alte Serbe war in der Vorsaison vom FC Liverpool ausgeliehen. Der Klub will ihn gerne halten. Auch das neue Geld könnte helfen, den Mittelfeldspieler zu überzeugen.

          Bislang ist Stürmer Davie Selke der teuerste Spieler in Herthas Vereinsgeschichte. 2017 kam er für rund 8,5 Millionen Euro aus Leipzig in die Hauptstadt. Die Voraussetzungen scheinen gut, dass diese eher bescheidene Bestmarke bald übertroffen werden könnte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson

          Brief an Tusk : Johnson will Brexit-Deal neu verhandeln

          Bisher wollte der britische Premier sein Land auch ohne Deal aus der EU führen. Nun schreibt er an EU-Ratspräsident Tusk, ein Austrittsabkommen habe „oberste Priorität“. Zugleich fordert er, die Backstop-Regelung zu streichen – und schlägt Alternativen vor.
          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.