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Ingolstadt-Trainer Hasenhüttl : „Ein Ösi bekommt keine zweite Chance“

  • -Aktualisiert am

„Erfolge steigern die Lebensqualität dramatisch“ - Der Österreicher Ralph Hasenhüttl hat den FC Ingolstadt in die Bundesliga geführt Bild: dpa

Der FC Ingolstadt geht in seine erste Bundesligasaison: Im Interview erklärt Trainer Ralph Hasenhüttl wie der 54. Verein der Ligageschichte im Fußball-Oberhaus bestehen will und warum falscher Respekt fehl am Platz ist.

          Spüren Sie noch eine Aufstiegseuphorie in Ihrer Mannschaft?

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die Definition von „Euphorie“ fällt mir ein bisschen schwer. Ich spüre eine gewisse Vorfreude, seitdem der Aufstieg feststeht, dass wir nun gegen die ganz Großen in Deutschland spielen dürfen. Jeder strebt nach Höherem und nach mehr.

          Wie lautet Ihr Fußball-Credo?

          Mein Name steht für ein sehr laufintensives, schnelles Umschaltspiel, in dem auch defensiv eine gewisse Stabilität herrscht, für Spieler, die einen respektvollen Umgang untereinander pflegen und nach außen sehr sympathisch wirken.

          Wollen Sie Ihren Fußball in der Bundesliga genauso weiterspielen, oder bringt es die stärkere Konkurrenz mit sich, dass Sie etwas verändern?

          Das weiß ich noch nicht. Wir werden unsere Erfahrungen machen, und vielleicht können wir unsere Dinge nicht mehr so durchziehen wie in der zweiten Liga. Wir werden dennoch ohne Angst in die Spiele gehen. Es gibt keinen Grund dazu. Von uns erwartet kaum jemand irgendetwas. Außer wir von uns selbst. Wir werden neben Darmstadt als Absteiger Nummer eins gesehen. Das ist eine angenehme Situation gegenüber dem letzten Jahr. Nach dem achten Spieltag hatten wir als Gejagter von Spieltag zu Spieltag nur zu verlieren.

          Angst ist unnötig, es sei denn, Sie und Ihre Mannschaft wären nicht vom eigenen Können überzeugt, gegen die nun stärkere Konkurrenz mithalten zu können.

          Ich hoffe nicht, dass wir uns so viel Respekt einreden müssen, dass wir nicht mehr funktionieren. Die Befürchtung habe ich aber auch nicht, weil wir eine Mannschaft plus Trainerteam haben, die eine Siegermentalität besitzen und sich so leicht vor keinem verstecken. Wir werden auf Mannschaften treffen, die uns trotz unseres Mutes und unserer Automatismen und perfekten Abläufen keine Chance lassen werden. Aber das ist nicht schlimm. Daraus werden wir lernen und es das nächste Mal besser machen.

          Wissen Sie schon, was Sie Ihrer Mannschaft sagen werden, wenn Sie die ersten vier Spiele verloren haben?

          Nein. Erstens habe ich in meinem Leben als Trainer noch nie vier Spiele hintereinander verloren, und zweitens habe ich auch davor keine Angst, wenn es passieren würde. Je schlechter es läuft, desto mehr ist der Trainer gefordert, die richtigen Schlüsse zu ziehen und die richtigen Ansprachen zu halten. Und es ist uns in der Vergangenheit gelungen, zwar nicht auf allerhöchstem Niveau, schnell wieder in die Spur zu kommen. Ich glaube, wir werden von so einem Ereignis verschont bleiben.

          „Ich glaube, man kann alles entwickeln. Auch eine Mannschaft, die unangenehm Fußball spielt und schwer zu schlagen ist“

          In einem Interview kündigten Sie schon an: Wir werden keine Prügelknaben. Sagten Sie das, um Ihren Spielern Mut zu machen oder weil es Ihre Überzeugung ist?

          Es ist ja legitim, uns ein bisschen Respekt vor dieser Liga einzujagen. Wir haben auch genügend Respekt. Aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass wir mit unserer Mannschaft komplett zerlegt werden. Gegen die Bayern kann es sicherlich passieren, dass wir vier, fünf Stück kassieren, das ist schon möglich. Vorstellen kann ich es mir trotzdem nicht. Wenn es dann eingetreten ist, dann sage ich, danke, jetzt weiß ich es. Aber vorher will ich es auch gar nicht wissen.

          Kann man als Trainer, die von Ihnen angesprochene Siegermentalität der Spieler entwickeln, oder muss man Spieler mit Siegermentalität verpflichten?

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