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1:2 gegen Ingolstadt : Die zweite Liga rückt für Wiesbaden in weite Ferne

  • -Aktualisiert am

Jubel nach dem Elfmetertor: Ingolstadts Torschütze Dario Lezcano (rechts) jubelt mit Thomas Pledl (links) und Stefan Kutschke. Bild: dpa

Der FC Ingolstadt kann auf ein weiteres Jahr in der zweiten Bundesliga hoffen: Der Drittletzte gewinnt beim Drittligadritten SV Wehen Wiesbaden das Relegationshinspiel. Die Hessen dürfen dank eines späten Tores immerhin noch ein wenig hoffen.

          Ein später Treffer hat die Hoffnungen des SV Wehen Wiesbaden auf den Aufstieg in die Zweite Fußball-Bundesliga am Leben gehalten. Sekunden vor Ablauf der Nachspielzeit des Relegations-Hinspiels sorgte Angreifer Daniel-Kofi Kyereh dafür, dass die Hessen nicht auf verlorenem Posten, sondern einigermaßen guten Mutes ins Rückspiel am kommenden Dienstag gehen können. 1:2 unterlag der SVWW am Freitagabend vor 7700 Zuschauern dem FC Ingolstadt. Zwei Gegentreffer zur Unzeit bedeuten nun eine große Bürde, konnten den Wehenern die Zuversicht aber nicht rauben. „Wir haben oft genug bewiesen, dass wir aufstehen können, dass wir Steherqualitäten haben“, sagte Cheftrainer Rüdiger Rehm. „Nun müssen wir das Matchglück in unsere Richtung drehen.“

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          Die Statistik der Relegationsspiele zwischen zweiter und dritter Liga machte jedenfalls Mut: In den vergangenen zehn Jahren setzte sich sieben Mal der klassentiefere Klub durch. Und die Wehener gerierten sich vor ihrem Auftritt auf der ungewohnt großen Fußballbühne nicht als Außenseiter. 71 Tore und 70 Punkte in der abgelaufenen Spielzeit machen selbstbewusst. So nah sind die Wehener nach zehn Drittligajahren dem großen Ziel noch nicht gekommen. Und dann drohte die Aussicht, in der neuen Saison ein Zweitligaklub zu sein, schon nach wenigen Spielsekunden erheblichen Schaden zu nehmen. Genau 33 Sekunden waren gespielt, als der Ball im SVWW-Tor lag. Die verunglückte Kopfballabwehr von Innenverteidiger Sascha Mockenhaupt begünstigte den Treffer des Ingolstädters Dario Lezcano – der kapitale Fehlstart war perfekt.

          Coach Rehm senkte nicht einen Augenblick den Kopf, sondern munterte seine Profis auf. Und tatsächlich schien der frühestmögliche Nackenschlag an den Hessen abzuperlen. Denn das Spiel war inklusive des Ingolstädter Torjubels noch keine 100 Sekunden alt, als SVWW-Angreifer Manuel Schäffler per spektakulärem wie lehrbuchmäßigen Fallrückzieher das Ziel knapp verfehlte. Die Wehener waren fortan im Spiel, kombinationssicher, zweikampfstark, nur zu torungefährlich. Es dauerte übrigens weniger als neun Minuten, bis FCI-Trainer Tomas Oral, laut zeternd, seinem Nachbarn Rehm an der Seitenlinie den ersten Besuch abstattete. Es war der Auftakt für so manches verbale Scharmützel zwischen dem Bankpersonal beider Klubs im Relegations-Ausnahmezustand.

          Wehener Chancen

          Rehm, gemeinhin ebenfalls ein Heißsporn bei der Berufsausübung, ließ sich von den bayrischen Spitzen aber nicht provozieren. Dafür rückte die einzige Wehener Sturmspitze Schäffler vor der Pause nochmal in den Blickpunkt. Doch vermochte der 30-Jährige eine Hereingabe von Maximilian Dittgen nicht am FCI-Schlussmann Tschauner vorbeizuspitzeln (34.). Ein aussichtsreicher Vorstoß von Rechtsverteidiger Moritz Kuhn wurde gerade noch abgeblockt (38).

          Auf der Gegenseite hatten die Wehener indes Glück, dass FCI-Kapitän Lezcano in der Nachspielzeit nicht aus dem zweiten aussichtsreichen Gäste-Angriff das zweite Tor machte.

          „Wir hatten uns viel vorgenommen für die zweite Halbzeit – und dann ist der nächste Nackenschlag nur schwer zu verkraften“, sagte Rehm. Denn auch im zweiten Durchgang waren keine 60 Sekunden gespielt, als SVWW-Keeper Marius Kolke seinem Team einen Bärendienst erwies, als er einen unnötigen Elfmeter verursachte. Zwar bekam Kolke noch die Finger an den Strafstoß von Lezcano, den Einschlag ins Netz verhindern konnte er indes nicht (47.). Dieses Mal benötigten die Hessen mehr Zeit, um sich von dem Schreck zu erholen. Es fehlte fortan in den entscheidenden Aktionen an Tempo, Stringenz und Schärfe. Zumal die Auswechslung des angeschlagenen Torjägers Schäffler eine herbe Schwächung bedeutete.

          Die Wehener Vorstöße prallten entweder ab an den Ingolstädtern, die sich angesichts des Vorsprungs auf eine die Defensive priorisierende Formation zurückzogen. Oder gerieten zu schwächlich, wie der Schussversuch und der Kopfball von Gökhan Gül (80. und 82.). Die Cleverness und Ruhe der namhaft besetzten, die mit einem der höchsten Etats in der zweiten Liga ausgerüstet, ursprünglich als Bundesliga-Kandidat galten, setzte sich mehr und mehr durch. Nach der überzeugenden Leistung in den ersten 45 Minuten musste sich der SVWW am Ende sogar glücklich schätzen, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist. Mockenhaupt rettete in der 90. Minute mit vollem Einsatz auf der eigenen Torlinie (90.). Als sich die Hoffnungen auf den Aufstieg gerade zu verflüchtigen drohten, sorgte Kyereh für den finalen Tusch, als er den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte – in der 96. Minute.

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