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2:3 in Augsburg : Nächstes Ingolstädter Lebenszeichen

  • Aktualisiert am

Ein Herz für Mittelfeldspieler: Sonny Kittel feiert sein Tor für Ingolstadt. Bild: AFP

Beinahe wäre es noch schief gegangen: Mitten im Abstiegskampf führt Ingolstadt lange klar gegen Augsburg. Drei wichtige Punkte scheinen sicher – doch dann bäumt sich der Gastgeber nochmal auf.

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          Der zu früh abgeschriebene FC Ingolstadt hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga das nächste Lebenszeichen ausgesendet. Der Tabellenvorletzte gewann das bayerische Kellerduell beim FC Augsburg am Ende knapp mit 3:2 (2:0) und rückte mit dem zweiten Sieg in der Englischen Woche bis auf vier Punkte an den FCA heran, der mit 29 Zählern weiterhin den Relegationsplatz 16 belegt.

          „Alle haben uns für tot gehalten, aber wir leben wieder. Ingolstadt hat wieder Puls“, sagte FCI-Kapitän Marvin Matip. Sonny Kittel (24. Minute) und der nur 1,70 Meter große Almog Cohen mit zwei Kopfballtoren (35./67.) brachten den FC Ingolstadt am Mittwochabend mit 3:0 in Führung. FCA-Kapitän Paul Verhaegh (76./Foulelfmeter) und der eingewechselte Halil Altintop (82.) sorgten mit ihren Toren noch für eine spannende Schlussphase, doch am Ende haderten die Augsburger mit ihrer Abwehrschwäche. „Sechs Stück in München, heute wieder drei, das war alles zu billig“, sagte Verteidiger Martin Hinteregger.

          Den Ingolstädtern bietet sich urplötzlich die Chance, am Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Darmstadt 98 weiter nachzulegen. Sogar der 15. Platz, der die direkte Rettung bedeuten würde, ist bei fünf Punkten Abstand für die Oberbayern wieder in Reichweite. „Die Nerven werden wir definitiv nicht verlieren“, sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter. Natürlich spreche er Trainer Baum, der im Dezember das Traineramt von Dirk Schuster übernommen hatte, das Vertrauen aus, antwortete Reuter auf eine entsprechende Nachfrage und betonte: „Dafür stehen wir (in Augsburg), dass wir geschlossen an der Sache arbeiten.“ Den Gedanken an die zweite Liga wolle er gar nicht aufkommen lassen, sagte Reuter: „Wir konzentrieren uns jetzt auf das nächste Spiel in Berlin.“

          Dario Lezcano (Mitte), Markus Suttner (rechts) und Marcel Tisserand von Ingolstadt jubeln nach der 0:1-Führung. Bilderstrecke
          Dario Lezcano (Mitte), Markus Suttner (rechts) und Marcel Tisserand von Ingolstadt jubeln nach der 0:1-Führung. :

          Baum selbst mochte sich nicht an der Diskussion um seine Person beteiligen. „Da mache ich mir gar keine Gedanken“, sagte der 37 Jahre alte Coach. Der FCA lag bis zur 76. Minute mit 0:3 in Rückstand. Er mache sich Gedanken, um Ideen und Lösungen für die Partie am Sonntag bei der heimstarken Berliner Hertha zu finden, sagte Baum.

          Fußball für Ästheten bekamen die 29.528 Zuschauer erwartungsgemäß nicht geboten. Aber die Ingolstädter schöpften ihre begrenzten Möglichkeiten lange besser aus. Im Gegensatz zum Gastgeber, der an das 0:6 von München anknüpfte. Zwar hatte FCA-Coach Manuel Baum sein Team kräftig umgekrempelt, aber kein taugliches Konzept verordnet. Der nach wochenlanger Pause ins Mittelfeld zurückgekehrte Daniel Baier bemühte sich vergeblich um Ordnung und durchdachte Angriffe, die der isländische Torjäger Alfred Finnbogason bei seinem Comeback nach mehr als einem halben Jahr Verletzungspause vollenden sollte. Doch bis zur Schlussphase ging nichts, Schüsse von Raúl Bobadilla (19.) und Konstantinos Stafylidis (20) flogen über das Tor.

          Die Gäste standen hinten lange stabil und nutzten vornedie Abwehrfehler des FCA aus. Nach einer Flanke von Pascal Groß waren sich FCA-Torwart Marwin Hitz und Verteidiger Kevin Danso uneinig. Das Geschenk nahm Kittel mit seinem ersten Bundesligator für den FCI dankbar an. Augsburg agierte danach noch verunsicherter. Und der Tabellenvorletzte legte nach. Einen Freistoß von Groß durfte ausgerechnet der kleine Mittelfeldmann Cohen ungestört einköpfen.

          Erstaunlicherweise nahm Baum zur Pause weder personelle Wechsel noch taktische Veränderungen vor. Das spielte dem Gäste-Team von Trainer Maik Walpurgis in die Karten. Gefahr strahlte bei Augsburg fast nur Bobadilla aus, der Finnbogason bediente, aber der Isländer konnte bei seinem Kaltstart den Ball nicht kontrollieren (63.). Als Baum dann gerade die Dreierkette aufgelöst hatte, durfte Cohen ein zweites Mal einköpfen, diesmal nach Suttner-Flanke. Ein Fallrückzieher am Mann von Roger im eigenen Strafraum ermöglichte Verhaegh das Elfmetertor. Altintop legte bedient von Verhaegh nach, aber zum 3:3 reichte es für den viel zu spät leidenschaftlich spielenden FC Augsburg nicht mehr.

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