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Neuer Sponsor, neues Trikot : Die Eintracht in Nadelstreifenoptik

Im neuen Gewand: Timothy Chandler, Harun Gürler und Vanessa Klich als Eintracht-Models. Bild: Jan Huebner

Das amerikanische Jobportal Indeed ist neuer Hauptsponsor des Bundesligaklubs und lässt sich sein Drei-Jahres-Engagement rund 20 Millionen Euro kosten. Der nächste Japaner steht vor der Tür.

          Dass sich die Dinge mitunter ungeplant entwickeln, hat die Eintracht in den vergangenen agen wiederholt und mit spürbarem Unbehagen zur Kenntnis nehmen müssen. Die schweren Verletzungen ihrer als Stammkräfte vorgesehenen Profis Alexander Meier und Carlos Salcedo, die bis in den Herbst hinein ausfallen, trübten die Stimmung im Kreis des Frankfurter Bundesligaklubs und ließen die Planungen für die kommende Saison noch einen Tick komplizierter werden. Mitte kommender Woche nehmen Trainer Niko Kovac und ein Teil seiner Akteure die Vorbereitung auf die nächste Runde auf, in der es dann Anfang August mit dem Erstrundenspiel im Pokal wieder ernst wird. Seit Freitag, der aus Eintracht-Sicht wohltuend erwartungsgemäß verlief, ist zumindest klar, wie das Trikot ausschaut, in dem sie sich künftig ans Werk machen – und wer als Hauptsponsor einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Aufgaben leisten soll.

          Fortan steht der amerikanische Konzern Indeed der Eintracht als zahlungskräftiger Partner zur Seite. Indeed ist nach eigenen Angaben das weltweit größte Jobportal im Internet mit Websites in mehr als sechzig Ländern und 28 Sprachen. In Deutschland ist das vor 13 Jahren gegründete Unternehmen seit 2012 tätig. Es lässt sich sein Engagement, das zunächst bis Ende Juni 2020 befristet ist, dem Vernehmen nach rund 20 Millionen Euro kosten; Indeed löst die Brauerei Krombacher ab.

          Offiziell bekanntgemacht wurde der Deal, der sich seit Anfang Juni abgezeichnet hatte, im Leistungszentrum des Klubs am Riederwald. Weder Axel Hellmann, Vorstandsmitglied der Eintracht, noch Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed, machten zu den exakten Rahmenbedingungen ihres Abschlusses Angaben. Hellmann nannte es aber das „werthaltigste und wirtschaftlich attraktivste“ Sponsoring, das der Klub „jemals abgeschlossen hat“. Er sprach von einem „Feiertag“ für die Eintracht und einem „Meilenstein in der Entwicklung von Partnerschaften“. Krombacher, das nun als „Premiumpartner“ in die zweite Reihe rückt, zahlte zuletzt pro anno rund sechs Millionen Euro.

          Die Aktivitäten von Indeed erstrecken sich nicht nur auf die Erstliga-Mannschaft, wie es hieß. Alle im Fußball vertretenen Auswahlteams sowie die übrigen 51 Sportarten in den 17 Abteilungen des inzwischen 46.000 Mitglieder zählenden Vereins sollten in den Genuss der Zuwendungen kommen. „Als moderner, wachstumsstarker Traditionsverein war es unser Ziel, einen Hauptsponsor zu finden, mit dem wir die für die Bundesliga bedeutenden Zukunftsthemen Digitalisierung und Internationalisierung offensiv angehen können“, sagte Hellmann. „Indeed hat enorme Kompetenz in diesem Bereich und wir sind uns sicher, dass wir davon profitieren. Darüber hinaus wollen wir das Profil von Eintracht auf internationaler Ebene und insbesondere in den USA weiter schärfen.“

          „Meilenstein in der Entwicklung von Partnerschaften“: Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann.

          An die Westküste der Vereinigten Staaten reist Kovac mit seinem Kader im Juli zum ersten Trainingslager. „Bei der Auswahl eines Partners im deutschen Fußball war es uns wichtig, einen Klub zu finden, der sowohl unseren Erfolgsanspruch als auch unsere Ausrichtung auf Innovationen teilt“, sagte Hensgens. Der Verein verbinde „eine lange Tradition mit einer klaren Vision für die Zukunft“. Darüber hinaus bezeichnete er die „leidenschaftliche, loyale und konstant wachsende“ Fangemeinde der Eintracht als „beeindruckend“. Er sprach von einer „idealen“ Kombination. Die Stadt und das Rhein-Main-Gebiet mit dem Flughafen als Drehkreuz seien der Standort für unzählige Betriebe aus unterschiedlichsten Branchen: „Hier entstehen jeden Tag Jobs, und auch in Zukunft werden hier viele Stellen geschaffen“, sagte Hensgens, der mit seinem Arbeitgeber im Zusammenspiel mit der Eintracht „einen Teil zur Dynamik Frankfurts und der Region beitragen“ wolle, wie er es formulierte.

          Fredi Bobic, der Sportvorstand der Hessen, saß bei der Zeremonie in der Wolfgang-Steubing-Halle in der ersten Reihe und nahm die anerkennenden Worte mit Wohlwollen zur Kenntnis. Er begrüßte die Kooperation ausdrücklich: „Der Einstieg von Indeed schafft Synergien, gibt Planungssicherheit und tut der Eintracht gut.“ Nach einem kurzen Plausch mit Verteidiger Timothy Chandler, der den neuen, in Nadelstreifenoptik gehaltenen Dress zusammen mit D-Jugend-Spieler Harun Gürler und Vanessa Klich aus der Regionalliga-Frauenauswahl vorstellte, verließ der 45-Jährige die Veranstaltung aber zügig, um Gespräche zu führen, wie er sagte, die sich auf das Erscheinungsbild von Kovacs Kollektiv auswirken. Übers Wochenende sei „unheimlich viel zu tun“, sagte er, „wir müssen investieren“.

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          Unter anderem führt dies wohl zu einer Verpflichtung von Daichi Kamada. Er wäre nach Takahara, Inamoto, Inui und Hasebe der nächste Japaner in Diensten der Frankfurter. Bislang steht der 20-Jährige noch beim J-League-Verein Sagan Tosu unter Vertrag. In der laufenden Saison gelangen ihm fünf Treffer in 16 Spielen. Beide Klubs sind sich offenbar über den Transfer einig, lediglich die Unterschrift des 1,80 Meter großen offensiven Mittelfeldmanns und der obligatorische Medizincheck stehen noch aus. Medien in Kamadas Heimat spekulieren über eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro. Bobic nahm dazu keine Stellung und verwies stattdessen auf eine Pressekonferenz am Dienstag, bei der er sich konkreter äußern werde.

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