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Bundesliga-Rückrunde : Die größte Prüfung für Borussia Dortmund

  • -Aktualisiert am

„Angespannt, richtig angespannt“: Trainer Jürgen Klopp vor dem Rückrundenstart Bild: dpa

Dortmund startet in Leverkusen (18.30 Uhr) in die Rückrunde. Reichen die Fortschritte in der Winterpause, um die größte anzunehmende Blamage in der Bundesliga-Geschichte zu verhindern?

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          Vor dem Start in die Rückrunde wird Jürgen Klopp gefragt, wie es in seinem Inneren aussehe. Ein Reporter begehrt nicht bloß zu wissen, wie es so geht, wenn man mit einer der teuersten Mannschaften der Bundesliga als Tabellen-Siebzehnter, punktgleich mit dem Letzten, den Kampf gegen den Abstieg aufnimmt. Der Fragesteller hofft, etwas über „das Seelenleben“ des Trainers zu erfahren, der im Laufe der Zeit in Dortmund zur Lichtgestalt geworden ist; dem nicht wenige den Nimbus zuerkannt haben, (sportlich) nahezu unfehlbar zu sein.

          Klopp ist kein Mensch, dem es behagt, sein seelisches Befinden zu Markte zu tragen, aber einen kleinen Einblick in sein Innenleben gewährt er doch. Er sei „angespannt, richtig angespannt“, sagt der Fußball-Lehrer. „Wie vor einer wichtigen Prüfung.“ Vor einer besonders schwierigen Prüfung, „in die man, egal wie gut man sich vorbereitet hat, nicht einfach reingeht und sagt: Fragt, was ihr wollt, ich hab die Antwort schon“.

          Anspruchsvolle Prüfungen halten immer auch Aufgaben bereit, die vorher nicht geübt wurden; so auch bei den Dortmundern. Die Mannschaft weiß, wie man deutscher Meister wird, kennt sich im Abstiegskampf aber kaum aus. Manche Spieler besitzen Grundkenntnisse, weil sie diese Situation erlebt haben, bevor sie nach Dortmund kamen: Marco Reus bei Borussia Mönchengladbach, Ilkay Gündogan beim 1. FC Nürnberg.

          Lukasz Piszczek und Adrian Ramos sind mit Hertha BSC Berlin abgestiegen. Auch Klopp hat diese Erfahrung, in Mainz, schon gemacht. Und Oliver Kirch hat sogar schon mit drei Vereinen vergeblich gegen den Abstieg gekämpft. Aber eine so geballte Ladung Misserfolg ist natürlich auch keine Hilfe.

          Großer Fortschritt für Borussia Dortmund

          Wie es ist, mit einer Mannschaft gegen den Abstieg zu spielen, die vor der Saison als Bayern-Jäger gehandelt wurde, weiß niemand von den Dortmunder Kandidaten. Also mussten sie mächtig lernen für die große Prüfung; die größte, die der BVB seit langem zu bewältigen hat. Klopp bescheinigt seinen Schülern großen Eifer. Die Vorbereitung sei „toll verlaufen, die Jungs sind beim Lernen hochmotiviert gewesen“, sagt er. „Jetzt kann es losgehen. Wir sind wettbewerbsfähig und in der Lage, wieder ein unangenehmer Gegner zu sein.“

          Das wäre schon ein großer Fortschritt - im ersten Halbjahr gingen die Borussen zehnmal als Verlierer vom Platz, und es gelang ihnen nicht, Spiele zu drehen, wenn sie in Rückstand geraten waren. Sie machten in der Abwehr viele Fehler, leichte und schwere, vor allem vermeidbare. Und vorne vergaben sie viel zu viele Chancen. All das minderte nach und nach das immense Selbstbewusstsein, das dem Team sonst über spielerische Schwächen hinweggeholfen hatte.

          Die Dortmunder hoffen vor allem auf die Tore von Marco Reus

          Jüngst soll ein Hypnotiseur seine Hilfe angeboten haben, auf dass die Mannschaft das Grauen der Hinrunde vergesse. In solchen Situationen zeigt sich Klopp, allem Prüfungsstress zum Trotz, von seiner lustigen Seite. Diese Hinrunde komplett zu vergessen sei „wohl wirklich nur unter Hypnose möglich“, sagt er. Auf Hokuspokus kann und will er sich nicht verlassen. Das wird auch deutlich, als ein Mitarbeiter des Vereins ihm allerlei statistisches Material liefert, das für ein gutes Ergebnis in Leverkusen spricht. „Schreib es auf einen großen Zettel, ich hänge ihn dann in die Kabine“, sagt Klopp.

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