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Im Gespräch: Klaus Allofs : „Wir haben zwei Jahre gelitten“

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Tief durchatmen: Allofs (m.) und Schaaf nach der Niederlage in Dortmund Bild: dpa

Viel Lob, aber keine Punkte nach einem couragierten Auftritt in Dortmund: Manager Klaus Allofs über das neue Werder Bremen, das Risiko im eigenen Kader und die angestrebte Rückkehr nach Europa.

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          Die Zuschauer begeistert, aber keinen Punkt gewonnen - kann man den Saisonstart von Werder Bremen nach der 1:2-Niederlage gegen Dortmund so auf den Punkt bringen?

          Das ist die nüchterne Betrachtung dessen, was am Ende herauskam. Wir haben eine Mannschaft mit Perspektive beisammen. Die hat eines gezeigt: Wenn man viele Dinge richtig macht, dann macht man dem BVB das Leben schwer. Aber man hat eben auch die Unterschiede zwischen Werder und dem BVB gesehen. Dortmund hat großes Selbstvertrauen, wirkte auch in gefährlichen Phasen gefestigt. Wir haben zweimal gut reagiert, nach dem 0:1 und auch nach dem 1:2. Das hat mir besonders gefallen. So ein Spiel wie am Freitag muss für uns eine Verpflichtung sein. Das ist unsere Messlatte für die Saison.

          Trotz des guten Spiels bleiben null Punkte und das Aus im DFB-Pokal.

          Spiele wie am Freitag sind unheimlich wichtig, wenn man die richtigen Schlüsse zieht. Wir haben noch genug Möglichkeiten, uns noch zu verbessern.

          Was ist der größte Unterschied zur Vorsaison?

          Uns hat in den vergangenen beiden Jahren etwas ganz entscheidendes gefehlt: Tempo. Wir wollen als Werder Bremen Dynamik und Schnelligkeit verkörpern. Durch Eljero Elia und auch Gebre Selassie oder Kevin de Bruyne haben wir mehr Tempo im Spiel. Insgesamt können wir variantenreicher spielen.

          Ist es kein Risiko, auf nicht gerade pflegeleichte Spieler wie Elia und Arnautovic zu setzen?

          Die Geschichten über sie liegen in den Schubladen bereit. Die Spieler müssen die richtigen Antworten auf dem Platz geben. Der Freitag war ein guter Anfang.

          Man hatte bei Aaron Hunt und Clemens Fritz das Gefühl, sie würden auf altem, hohem Niveau spielen.

          Beide sind fit und wissen, dass sie gebraucht werden. Das beflügelt sie. Gerade bei Aaron kann man immer davon ausgehen, dass er noch einmal einen Schub bekommt. Mir hat auch die Innenverteidigung gut gefallen oder Sebastian Mielitz, der hat als Torwart ja kaum zehn Bundesligaspiele.

          Auf viele wirkt diese junge, neue, offensive Werder-Mannschaft ohne Wiese, Naldo, Pizarro und Marin in ihrer Zusammensetzung als sehr riskant. Auf sie nicht?

          Wir mussten doch etwas ändern. Wir haben zwei Jahre gelitten, wir waren nicht zufrieden, das wollen wir nicht mehr. Es soll wieder um internationalen Fußball gehen in Bremen. Wir hatten eine Vorstellung, wie die Mannschaft auszusehen hat. Das erste Spiel hat unsere Entscheidungen schon ein wenig bestätigt. Aber mal abwarten, wie es passt, denn bei aller Freude: es fehlen die Punkte.

          Mit welchen Gedanken haben sie die Partie verfolgt, mal abgesehen von Werder?

          Ach, man sieht einfach, dass die Bundesliga ein Phänomen ist. Die Bundesliga ist in diesen 49 Jahren eine richtig große Nummer geworden, und das Spiel in Dortmund war ein würdiger Rahmen. Es war eine Werbung für den Fußball. Was ich mir wünsche, ist, dass jedes Spiel den Charakter eines Fußballfestes hat, wo man gern mit der Familie hingeht. Daran müssen wir noch arbeiten.

          Die Fragen stellte Frank Heike.

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