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Im Gespräch: Felix Magath : „Ich war von den Worten des Richters gerührt“

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Felix Magath: „Wer das Rechtsverständnis des DFB kennt, musste mit einem solchen Urteil rechnen” Bild:

Das DFB-Sportgericht hat die 10.000-Euro-Geldstrafe gegen Felix Magath wegen „unsportlichen Verhaltens“ bestätigt. Gegenüber FAZ.NET erzählt der Trainer des VfL Wolfsburg, warum er das Urteil nicht nachvollziehen kann und wie er über eine Berufung denkt.

          Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die 10.000-Euro-Geldstrafe gegen Felix Magath wegen „unsportlichen Verhaltens“ am Donnerstagnachmittag bestätigt. Magath hatte die Spielleitung des Schiedsrichters Dr. Helmut Fleischer im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart als „unter aller Sau“ bezeichnet. Gegenüber FAZ.NET erzählt der Trainer des VfL Wolfsburg, warum er das Urteil nicht nachvollziehen kann, wie er über eine mögliche Berufung denkt und warum ihm die Unterstützung der Wolfsburger Fans gut tut.

          Herr Magath, Ihr Einspruch war nicht erfolgreich - Sie sollen 10.000 Euro Strafe zahlen. Überrascht Sie das Urteil?

          Nein, denn damit musste man rechnen, wenn man, wie ich, das Rechtsverständnis des DFB kennt.

          Sie begründeten Ihren Einspruch vor Gericht damit, dass es Ihnen „um Gerechtigkeit“ gehe. Fühlen Sie sich gerecht behandelt?

          Das Gerechtigkeitsgefühl ist bei mir durch dieses Urteil nicht hergestellt.

          Werden Sie Berufung gegen das Urteil einlegen?

          Das überlege ich mir in Ruhe - der Richter hat mir ja erklärt, dass ich dazu ein paar Tage Zeit habe. Das wird nicht so hektisch entschieden, wie es beim DFB zugeht. Aber ich schließlich die Berufung definitiv nicht aus.

          Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz hat Ihre Disziplin - in 14 Jahren Trainertätigkeit waren Sie zum ersten Mal vor dem Sportgericht - in höchsten Tönen gelobt ...

          Ich war von den Worten des Richters ganz gerührt ...

          ... dennoch sagte er, Sie könnten sich über die „außerordentlich maßvolle Strafe“ nicht beschweren.

          Wenn er mich so lobt, wie soll ich die Strafe nachvollziehen können? Außerdem: Könnte ich die Strafe nachvollziehen, dann hätte ich kaum Einspruch eingelegt und wäre heute nicht hier erschienen. Nein, ich kann die Strafe nicht nachvollziehen.

          Am vergangenen Sonntag haben die Fans beim Heimspiel gegen Hannover in Ihrem Namen für den guten Zweck gesammelt (siehe: „Spenden für Magath“-Protest: „Sein Einspruch passt zur Gemütslage“). Wird Ihr Rechtsstreit mit dem DFB zu einer charakterbildenden Maßnahme für den VfL Wolfsburg?

          Unsere Fans sind anscheinend, anders als der DFB, ebenfalls der Meinung, dass es mit der Strafe nicht gerecht zugeht.

          Sie freuen sich über die moralische Unterstützung der Wolfsburger Fans?

          Ich fühle mich dabei sehr wohl.

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