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Im Gespräch: FCK-Trainer Kurz : „Das Kopfballpendel ist ein wunderbares Gerät“

  • -Aktualisiert am

FCK-Trainer Kurz: „Die Erwartungen sind groß bei Traditionsklubs” Bild: dpa

Marco Kurz ist der Modernisierer des antiquierten 1. FC Kaiserslautern: Der Trainer hat dem Ball beim Zweitliga-Tabellenführer das Fliegen verboten. Vor dem Spiel gegen 1860 München (20.15 Uhr) steht Kurz aber auch zu Methoden der Generation Lorant.

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          Marco Kurz gilt als der sportliche Modernisierer des antiquierten 1. FC Kaiserslautern. Nach Jahren des schlechten Fußballs steht der Traditionsklub vor dem Montagsspiel in der Zweiten Bundesliga gegen den ehemaligen Kurz-Klub 1860 München (20.15 Uhr/ FAZ.NET-2. Bundesliga-Liveticker) mit einem Bein in der Bundesliga.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Und das, obwohl die „Roten Teufel“ aufgrund jahrelanger Misswirtschaft in den Zeiten vor dem neuen Vorstandschef Stefan Kuntz klamm sind und nur dank sechs ausgeliehener Volltreffer eine starke Saison spielen. Der 40 Jahre alte Kurz nähert sich der Bundesliga also sozusagen im Mietwagen.

          Haben Sie eigentlich ein eigenes Auto?

          „Der Verein stellt mir ein Auto zur Verfügung. Warum fragen Sie?“

          FCK-Trainer Kurz: „Ich will eigentlich immer Fußball spielen und animiere meine Spieler auch dazu”
          FCK-Trainer Kurz: „Ich will eigentlich immer Fußball spielen und animiere meine Spieler auch dazu” : Bild: dpa

          Weil Sie ja auch auf Leihbasis in die Bundesliga aufsteigen wollen. Die Hälfte ihrer Mannschaft, darunter fast alle Leistungsträger, ist von anderen Klubs ausgeliehen.

          „Wir haben viele Spieler, die auf Leihbasis bei uns sind. Mandjeck und Sam waren ja keine Unbekannnten hier in Kaiserslautern, sondern schon vor dieser Saison auf Ausleihbasis hier. Rodnei war ein Glückstreffer und Ilicevic war Stefan Kuntz aus Bochum bekannt. Da haben wir Volltreffer gelandet. Auch wenn sie nur ausgeliehen sind, gehören alle diese Spieler derzeit zu unserem Kader. Darauf konzentriere ich mich. Am Ende der Spielzeit machen wir uns dann Gedanken, wie wir eventuell ausgeliehene Spieler weiter an uns binden können.“

          Seinen Job in der Pfalz trat Marco Kurz Ende Juni des vergangenen Jahres an. Seinen Arbeitsvertrag hatte er damals nur wenige Tage zuvor unmittelbar vor Beginn der Saisonvorbereitung unterschrieben. Eigentlich viel zu spät, um eine eigene Mannschaft zu formen. Der gebürtige Stuttgarter war nur dritte Wahl, wenn nicht gar fünfte oder fünfzehnte. Zuvor hatte sich Vorstandschef Stefan Kuntz eine Absage bei Wunschkandidat Franco Foda eingehandelt. Der ehemalige Nationalspieler wollte lieber bei Sturm Graz bleiben, als zu seinem Stammverein zurückzukehren.

          Danach verhinderte der DFB den Wechsel seines damaligen Juniorentrainers und heutigen Bochumer Coaches Heiko Herrlich nach Kaiserslautern. Im Nachhinein ist das ein großer Glücksfall für den FCK. „Für uns ist das super gelaufen, Marco ist ein absoluter Volltreffer. Er ist Fachmann und pflegt einen ausgezeichneten Umgang mit den Spielern“, sagt Kuntz und fügt scherzhaft hinzu: „Und außerdem ist es ganz gut, dass ich gegen ihn als Gegenspieler auch ein paar Buden gemacht habe.“ Ob das ein Einstellungkriterium war?

          Sie selbst kamen erst in allerletzter Minute vor Beginn der Saisonvorbereitung zum FCK. Wie haben Sie es geschafft, aus einem zuvor chaotischen Team und einer Reihe an Leihspielern die bis jetzt überragende Mannschaft der Zweiten Bundesliga zu bauen?

          „Wir haben in der Vorbereitung die Ruhe bewahrt. Das war ein ganz schmaler Grat. Wir haben schlechte Ergebnisse in den Testspielen der Vorbereitung gehabt, aber ich konnte immer sehr genau einschätzen, woran es lag. Wir haben lange Zeit kaum Stürmer zur Verfügung gehabt und erst ganz am Ende die entscheidenden Verstärkungen getätigt und uns beispielsweise erst kurz vor Toreschluss für Adam Nemec entschieden. Das Erweckungserlebnis war dann das Erstrundenspiel im Pokal. Da haben wir uns in Braunschweig in Unterzahl durchgesetzt. Das hat unsere Gruppe zusammengeschweißt.“

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