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Im Gespräch: Dortmunds Neven Subotic : „Powerbar statt Kinderriegel - hört sich besser an“

  • Aktualisiert am

Shooting-Star Subotic: „Es ist für mich bislang traumhaft gelaufen” Bild: AP

Neven Subotic hat bei beiden Dortmunder Siegen in dieser Saison den entscheidenden Treffer erzielt - erstaunlich für einen Spieler, der vor kurzem noch in einem Park in Florida kickte. Im Gespräch mit FAZ.NET spricht er über Powerriegel und Dortmunder Euphorie.

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          Neven Subotic ist die Entdeckung der ersten drei Spieltage. Der 19 Jahre alte Innenverteidiger hat nach seinem Wechsel von Mainz 05 zu Borussia Dortmund nicht nur auf Anhieb einen Stammplatz erobert, sondern auch maßgeblichen Anteil am starken Saisonstart der Borussen.

          Subotic, der Trainer Jürgen Klopp aus Mainz folgte und fast fünf Millionen Euro Ablöse kostete, hat bei den beiden Dortmunder Siegen den entscheidenden Treffer erzielt. Eine erstaunliche Bilanz für einen Spieler, der vor vier Jahren noch in einem Park in Florida gekickt hat. Im Gespräch mit FAZ.NET spricht Subotic über Powerriegel, Dortmunder Euphorie und Überlegungen bezüglich einer Nationalmannschaft.

          Herr Subotic, es ist Länderspielwoche. Haben Sie da als Nicht-Nationalspieler Zeit für ein Interview?

          Ja, wir haben heute frei.

          Subotic (l.) im Duell mit Toni: „Wenn ein junger Spieler Fehler macht, wird das in den Medien immer sofort auf die Jugend und das fehlende Alter geschoben. Bei einem alten Spieler ist es dann nur ein schlechter Tag”
          Subotic (l.) im Duell mit Toni: „Wenn ein junger Spieler Fehler macht, wird das in den Medien immer sofort auf die Jugend und das fehlende Alter geschoben. Bei einem alten Spieler ist es dann nur ein schlechter Tag” : Bild: REUTERS

          Das haben Sie sich mit dem guten Saisonstart verdient, oder?

          Ja, ich denke schon. Wir haben sieben Punkte in drei Spielen. Darauf kann man aufbauen.

          Sie sind der Shootingstar bei der Borussia und vielleicht sogar in der Bundesliga. Sie haben als Neuzugang gute Spiele in der Innenverteidigung abgeliefert und außerdem bei beiden Saisonsiegen die Siegtreffer erzielt. Geht es noch besser?

          Es ist für mich bislang traumhaft gelaufen. Ich kann aber noch viel mehr, als ich bisher gezeigt habe.

          Gemeinsam mit Ihrem ebenfalls 19 Jahre jungen Innenverteidigerkollegen Mats Hummels wurden sie von den Medien als „Kinderriegel“ getauft. War das etwas despektierlich?

          Wir sind halt beide jung. Ich habe das nicht als Beleidigung empfunden. Jetzt wurden wir aber vom Kinderriegel zur Powerbar umbenannt - das hört sich besser an.

          Powerriegel klingt nach Unbezwingbarkeit. Haben Sie Angst vor schwächeren Phasen in der Saison?

          Mats und ich werden auch mal Fehler machen. Wichtig ist dann nur, dass wir daraus lernen. Es darf uns dann nicht interessieren, was die Zeitungen schreiben. Wenn ein junger Spieler Fehler macht, wird das in den Medien immer sofort auf die Jugend und das fehlende Alter geschoben. Bei einem alten Spieler ist es dann nur ein schlechter Tag. Wir Jungen müssen auch schlechte Tage haben dürfen, ohne dass an unserer Fähigkeit gezweifelt wird.

          Man denkt aber nun mal gemeinhin, dass gerade Innenverteidiger Erfahrung und Routine brauchen. Da verwundert es schon, dass Jürgen Klopp zwei jungen Spielern vertraut. Worauf kommt es als Innenverteidiger an?

          Auf gute Ausbildung. Du musst ganz exakt, vielleicht noch viel genauer als auf allen anderen Positionen wissen, wie Deine Laufwege funktionieren. Mats wurde bei Bayern München ausgebildet. Er weiß deshalb seit zwei, drei Jahren, wo er hin zulaufen hat. Ich habe das in Mainz gelernt und lerne immer noch jeden Tag aus meinen Fehlern. Mats macht das genauso.

          Sind Sie ein Duo mit Zukunft?

          Wir haben keine Abstimmungsprobleme, deshalb spiele ich extrem gerne neben Mats. Wie lange wir zusammen spielen, werden wir sehen. Mats Hummels ist von den Bayern nur ausgeliehen bis zum Saisonende. Deshalb will ich erst einmal dieses Jahr genießen. Aber es wäre wohl schön, wenn das so weiterginge.

          Sie beide kommen natürlich auch so gut zurecht, weil Dortmund so gut wie seit Ewigkeiten nicht mehr in eine Saison gestartet ist. Herrscht Aufbruchstimmung durch den neuen Trainer Jürgen Klopp?

          Ja, zum großen Teil liegt das an „Kloppo“. Die Leute haben ihn sofort in ihr Herz geschlossen. Er ist sehr gut aufgenommen worden.

          War es auch für Sie die Grundlage, dass Ihr „Ziehvater“ Klopp gut zurechtkommt?

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