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Hummels in München : Zurück bei einem der „drei größten Vereine der Welt“

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Wieder da und fotografisch belegt: Mats Hummels am Samstag in der Allianz-Arena Bild: AFP

Mats Hummels ist wieder bei seinem Stammverein. Und er formuliert große Ziele. Dem Wiedersehen mit seiner alten Liebe Borussia Dortmund blickt er gelassen entgegen.

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          Davon träumt jeder. Insofern hat’s Mats Hummels ab sofort richtig gut. Der jährliche Besuch in der Zahnarztpraxis im Norden Münchens, der Heimspielstätte des FC Bayern, entfällt künftig für den 27-Jährigen. Schließlich gehört er nun gewissermaßen zum Ärzteteam, das den Besuchern weh tun muss. Als der Innenverteidiger am Samstagmittag während der Pressekonferenz in der Fröttmaninger Arena auf die Atmosphäre an seinem künftigen Arbeitsplatz angesprochen wurde, zitierte er, leicht abgewandelt, den Spruch des ehemaligen Bremer Profis Sebastian Prödl: „In München zu spielen ist wie ein Zahnarztbesuch. Einmal im Jahr muss man hin, und es tut meist weh.“ Ein schönes Bild.

          Kommenden Sonntag steht das erste Pflichtspiel des FC Bayern in der neuen Saison an, der Supercup beim Meisterschafts- und Pokalzweiten Borussia Dortmund. Für den München-Rückkehrer Hummels wird es somit ein schnelles Wiedersehen mit der alten “echten“  Liebe. Und wohl ein unangenehmes vor 80.000 Fans in Dortmund, die dem früheren Kapitän des BVB den Wechsel mehr oder weniger übelnehmen. „Es wird ein sehr besonderes Spiel für mich“, sagte Hummels, der im Januar 2008 zur Borussia gegangen war.

          Verdrehte Welten

          Achteinhalb Jahre BVB haben ihn geprägt. „Einige Leute werden mich nicht so freundlich empfangen, das ist klar, gehört aber dazu. Wenn ich die nächsten 15 Male dort gnadenlos ausgepfiffen werde, wird es nichts an meiner Haltung ändern, dass ich gerne zurückkomme.“ Cool fügte er hinzu: „Für mich ist es dann ein sehr lautes Nebengeräusch, wenn ich den Ball habe, aber es ist nichts, was mich beeinflussen sollte und wird.“

          Die Rückennummer von Beckenbauer: Mats Hummels bei der Vorstellung (neben Renato Sanches)

          Man merkt, dass Hummels bemüht ist, Dampf aus der Sache zu nehmen. Womöglich ergeht es ihm deswegen nicht ganz so schlimm wie Mario Götze, als dieser erstmals im Bayern-Trikot an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Damals, im November 2013, hatte er sich vor seiner Einwechslung vorsichtshalber im Kabinengang aufgewärmt. Am Sonntag wird Götze abermals Hummels’ Gegner sein – als Heimkehrer im BVB-Dress. Verdrehte Welten.

          Zurück beim Stammverein

          Hummels, der von 1995 bis 2006 alle Nachwuchsteams des FC Bayern durchlaufen hatte und im Mai 2007 sein erstes und bisher letztes Bundesliga-Spiel für die Münchner bestritt, hatte am Freitag erstmals nach vier Wochen Urlaub wieder trainiert. An der Säbener Straße, auf vertrautem Terrain. „Es war sehr schön, ich habe viele Physiotherapeuten, viele Ordner von früher gesehen“, erzählte er, „viele Leute kenne ich seit Jahren, Freunde von mir leben in München. Auch in der Mannschaft sind viele bekannte Gesichter.“ Dieser Schritt ist einfach. Die Entscheidungsfindung für den Wechsel war es nicht. Es sei „ein sehr langer und schwieriger Prozess“ gewesen, „die Entscheidung hat mir einige Wochen Kopfzerbrechen bereitet“, so Hummels.

          ZWei, die sich lange kennen: Hummels mit Thomas Müller (l.)

          Das Hauptargument für die Rückkehr: „Bayern ist einer der drei größten Vereine der Welt. Von daher ist ein sehr großer Reiz da, ein Teil dieser Mannschaft zu sein, die jedes Jahr alles gewinnen kann.“

          Nur vielleicht nicht den Supercup. Dreimal in Folge verlor man zuletzt die Saison-Ouvertüre. 2013 und 2014 in Dortmund, 2015 in Wolfsburg, im Elfmeterschießen. Böse Zungen sagen, es sei das einzige Triple gewesen, das Pep Guardiola in seinen drei Jahren in München gewonnen habe. Nun soll Carlo Ancelotti dieses Titelchen sichern – mit Hummels und den anderen Nach-EM-Urlaubern, die außer dem wegen seines Muskelbündelrisses im Oberschenkel noch pausierenden Jerome Boateng am Freitag wieder die Arbeit aufnahmen. „Wir wollen diesen Titel holen, er ist wichtig“, meinte Ancelotti. Ausreden lässt er nicht gelten: „Wir haben acht Tage Zeit zur Vorbereitung, werden in guter Verfassung sein.“

          Am Samstagnachmittag präsentierten die Bayern sich den Fans in der Arena – bei freiem Eintritt wurden die Spieler einzeln vorgestellt und gefeiert – besonders Hummels sowie Renato Sanches, der Europameister aus Portugal, und die deutschen Nationalspieler Manuel Neuer, Thomas Müller und Joshua Kimmich.

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