https://www.faz.net/-gtm-9a0df

HSV : Titz soll Trainer bleiben

  • Aktualisiert am

Soll weiter die Richtung vorgeben: Christian Titz Bild: dpa

Unabhängig vom Ausgang des letzten Spieltags: Der HSV will die Zusammenarbeit mit Trainer Christian Titz auch im Abstiegsfall fortsetzen.

          3 Min.

          Volksfest am Hamburger Volkspark. Vor dem Bundesliga-Fernduell um den Klassenverbleib mit dem VfL Wolfsburg hat der HSV am Himmelfahrtstag seine Anhängerschaft mobilisiert und mit der Nachricht über die voraussichtliche Vertragsverlängerung mit Trainer Christian Titz einen Akzent gesetzt. In Hamburg hat sich Titz im Schnellverfahren nicht nur das Vertrauen von Anhang und Spielern, sondern auch der Verantwortlichen gesichert. Denn der HSV teilte vom Zeitpunkt her überraschend mit, dass der Vertrag mit dem 47-Jährigen ligaunabhänging verlängert werden soll. Titz ist erst seit dem 12. März als Cheftrainer im Amt, überzeugte aber durch seine lockere Art, seine mutige Spielidee und sein Wissen.

          „Es geht nur noch um abschließende Detailfragen, die nach der Saison geklärt werden, um den aktuellen sportlichen Fokus nicht zu stören“, erklärte Vorstand Frank Wettstein. Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann ergänzte: „Vorstand und Aufsichtsrat sind sich einig, dass die Zusammenarbeit mit Titz ligaunabhängig fortgesetzt werden soll.“ Der Coach selbst bestätigte „sehr gute Gespräche“ und erhielt wie sein Team durch den Vertrauensbeweis weiteren Rückenwind für den Endspurt.

          Neue Art Fußball

          Wenige Stunden zuvor betrat der große Hoffnungsträger als Letzter den Trainingsplatz und wurde noch mehr beklatscht und gefeiert als seine Akteure. Statt wie donnerstags üblich unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu trainieren, lud der Dino ausdrücklich zum Zuschauen ein. Die Fans kamen in Scharen und sorgten trotz akuter Abstiegsgefahr für prima Stimmung. „Das war eine richtig tolle Aktion. Sie hat gezeigt, dass die Mannschaft es geschafft hat, die Fans abzuholen“, schwärmte HSV-Trainer Christian Titz. „Ich habe immer betont, dass es wichtig ist, den zwölften Mann zu haben. Wir werden nun noch stärker ins letzte Saisonspiel gehen“, meinte Titz. Das zeige die große Leidenschaft in der Stadt. Davon kann Bruno Labbadia nur träumen. In Wolfsburg regieren Häme und Spott: Stadion-Gesänge wie „Wir steigen ab und kommen nie wieder, aber wir haben Bruno Labbadia“, haben längst die Runde gemacht. „Gänsehaut im vollen Volkspark“, hatte der HSV zur Mittagszeit getwittert, denn am Donnerstag waren rund 2000 Trainings-Kiebitze erschienen.

          Dank Titz ist die Stimmung in Hamburg gewaltig umgeschlagen. Dessen Art, Fußball spielen zu lassen und die Hinzunahme von Nachwuchskickern haben dem früher erfolglos und pomadig agierenden HSV die letzte Chance auf den Klassenverbleib überhaupt erst ermöglicht. Das wird honoriert. Die Hoffnung auf das Happy End einer miesen Saison ist unter dem früheren U21-Erfolgscoach erwacht. Die Ausgangslage ist eindeutig: Der HSV (28 Punkte) muss am Samstag (15.30 Uhr) zum Saisonfinale sein Heimspiel gegen die noch auf die Europa-League-Teilnahme hoffenden Gladbacher gewinnen und zugleich auf eine Heimpleite des VfL (30) gegen den bereits als Absteiger feststehenden Tabellenletzten 1. FC Köln (22) hoffen. Dann würde er zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren in die Relegation gehen, in der am 17. und 21. Mai der Zweitliga-Dritte Holstein Kiel wartet. Bereits am Dienstag hatten sich die HSV-Profis eine nette Geste einfallen lassen. „Die Mannschaft gibt jedem von euch eine Kugel Eis aus“, verkündete Kapitän Gotoku Sakai den knapp 200 versammelten Zuschauern. Zwei Tage später trainierten sie dann vor vollem Haus. Dicht gedrängt verfolgten die Kiebitze die Übungen der Profis, bei denen nur der erkrankte Jungstürmer Fiete Arp fehlte.  

          Nordrivale Wolfsburg hat dank seines Zwei-Punkte-Vorsprungs zwar die bessere Ausgangsposition, doch nach nur einem Sieg unter dem im Februar geholten Labbadia ist die Stimmung deutlich schlechter. Am Donnerstag trainierten die „Wölfe“ nicht öffentlich, anders als in Hamburg erschienen nur ein paar Unentwegte am Trainingsgelände. „Wir wollen bewusst kein Trara, wir wollten einfach nicht viel ändern“, verteidigte Labbadia das Festhalten am Vorbereitungsprozedere. „Heute wollten wir uns speziell auf Köln vorbereiten. Und das ging so am besten“, meinte Labbadia, der Riechedly Bazoer (Meniskus-OP) ersetzen muss. Bis Freitagmittag gab Labbadia seinen Kickern frei. „Es gibt noch mal fast einen ganzen Tag zur Erholung. Es ist auch wichtig, den Nachmittag noch mal mit den Familien zu verbringen“, sagte Labbadia, der fest an die VfL-Rettung glaubt. „Ich weiß genau, was zu tun ist. Ich konnte diese Situationen eigentlich immer meistern.“ 2014/15 bewahrte „Retter Bruno“ den HSV vor dem Abstieg, diesmal kann er den Dino erstmals in die 2. Liga stürzen.

          Weitere Themen

          BVB entgeht der Blamage nur knapp

          Nach 0:3-Rückstand : BVB entgeht der Blamage nur knapp

          Gegen Bundesliga-Schlusslicht SC Paderborn kann Borussia Dortmund ein weiteres Debakel nur mit großer Mühe abwenden: Ideenlos und ängstlich erkämpfen sich die Schwarz-Gelben gerade noch ein Unentschieden.

          Wellenreiten für zwischendurch Video-Seite öffnen

          Lagerhalle in Berlin : Wellenreiten für zwischendurch

          Wellenhöhe wie auch Wasser-Fließgeschwindigkeit lassen sich individuell an die Bedürfnisse des Wellenreiters anpassen. Für Anfänger steht zusätzlich eine Haltestange bereit, bis zu sechs Neulinge können gleichzeitig üben.

          Topmeldungen

          Darf´s ein bisschen mehr sein? Wenn es nach ARD und ZDF geht, gilt das für den Rundfunkbeitrag immer.

          Gutachten zu Finanzen : Gehälter bei ARD und ZDF sind zu hoch

          Die Finanzkommission Kef schlägt vor, wie hoch der Rundfunkbeitrag sein soll. Sie prüft, wofür die Öffentlich-Rechtlichen Geld ausgeben. Jetzt stellt die Kommission fest, die Gehälter bei ARD und ZDF seien zu hoch. Besonders bei einigen Sendern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.