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1:2 gegen Leverkusen : Der HSV verliert den Anschluss

  • -Aktualisiert am

Der Anfang vom Ende: Leverkusens Torjäger Leon Bailey nimmt das HSV-Geschenk an Bild: dpa

Der HSV verteilt weiter Geschenke: Am Samstag nimmt Leon Bailey ein solches an und bringt Leverkusen auf den Weg zum Auswärtssieg. Der HSV muss schleunigst die Trendwende schaffen.

          Die nächste Zweitligasaison beginnt am 3. August. Diesem aus Hamburger Sicht erschreckenden Datum ist der HSV wieder ein Stück näher gekommen. Lange Zeit schwach und erst am Ende druckvoll, unterlag Trainer Bernd Hollerbachs Mannschaft 1:2 gegen Bayer Leverkusen. Der Abstand zu Rang 16 wächst, und in zwei Wochen kommt Mainz 05 zu einer Art Endspiel um den Relegationsrang. Der positive Effekt des Trainerwechsels ist ausgeblieben - zwei Punkte aus vier Spielen. Dementsprechend schlecht dürfte die Stimmung am Sonntag auf der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung sein, wenn der frühere Vorstand Bernd Hoffmann um das Präsidentenamt im e.V. antritt.

          Bundesliga
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          Trainer Heiko Herrlich auf der Leverkusener Bank ärgerte sich, dass seine Mannschaft den HSV nach der 2:0-Führung durch Nachlässigkeiten zurück ins Spiel holte. Als Hahn zum Anschlusstreffer getroffen hatte, wurde es tatsächlich nochmal eng, doch die Tore von Bailey und Havertz reichten zum zehnten Saisonsieg.

          Der arme Douglas Santos konnte einem leidtun. Im vergangenen Sommer schon fast nach Eindhoven verkauft, ist der Brasilianer auf typischen HSV-Wegen zum Stammspieler geworden und hat es dank seiner technischen Fertigkeiten gar nicht schlecht gemacht auf der linken Abwehrseite. Santos, einer der wenigen stabilen Hamburger seit Monaten, patzte am Samstagnachmittag allerdings folgenschwer - bei einer Abwehraktion sieben Meter vor dem Tor wollte er den Ball annehmen und ruhig aufbauen, übersah aber Leon Bailey, der ihm das Spielgerät wegschnappte, noch einen Kringel drehte und im Fallen zur Bayer-Führung einschoss (40. Minute). Pechvogel Santos griff sich an den Kopf. Das Stadion pfiff - zumindest die, die nach wie vor mit dem HSV leiden.

          10.000 Plätze blieben gegen den Champions-League-Anwärter leer; längst wendet sich das fußballinteressierte Hamburg von dieser Mannschaft ab.

          Verunsicherung beim HSV

          Im vierten Spiel unter Hollerbach war diesmal Verunsicherung spürbar, sobald seine Elf die Mittellinie überquerte. Da war keine offensive Spielidee erkennbar. Sehr schnell haderten die Angreifer Filip Kostic und Fiete Arp mit den Bedingungen, den Gegnern, sich selbst. Oder sie standen im Abseits. Der HSV hat aus den neun Partien bis Leverkusen vier Tore geschossen, und man sah wieder, warum - technische Fehler, ungenaue Pässe nach vorn und ein Umschaltspiel, das diesen Namen nicht verdiente: der HSV war in der ersten Halbzeit ungefährlich.

          Da fehlten auch Spielglück und die nötige Prise Aggressivität, um einer hübschen Mannschaft wie Leverkusen mal weh zu tun. Bayer 04 ließ den Ball laufen und hatte Pech, als Charles Aranguiz’ Kopfball in der 26. Minute am Tor vorbeistrich. Hollerbach war unzufrieden, schickte die Bank nach 25 Minuten zum Warmlaufen und feuerte einmal seinen Wintermantel weg.

          Vor einem Jahr hatte der HSV unter Trainer Markus Gisdol 1:0 gegen Leverkusen gewonnen und in ähnlicher Lage die Aufholjagd begonnen. Dieses Mal ist die Situation noch viel verfahrener, den kurz nach der Pause erhöhte Bayer auf 2:0 - erst konnte Benjamin Henrichs unbedrängt passen, dann Kai Havertz ebenso allein einschießen (50.). Als Leverkusen nachließ, kam der HSV durch Andre Hahn zum 2:1 (71.). Mit Härte und Gift wehrte sich der HSV nun endlich, kam aber trotz fünf Minuten Nachspielzeit und einer dicken Chance von Bobby Wood nicht mehr zum Ausgleich.

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