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0:4-Pleite in Leverkusen : So ist der HSV nicht mehr zu retten

  • -Aktualisiert am

Immerhin Leverkusens Kießling kümmert sich um den Bundesliga-Patienten HSV Bild: AFP

Auch mit dem neuen Trainer Peter Knäbel wird nichts besser – ganz im Gegenteil. Der HSV blamiert sich in Leverkusen und geht mit 0:4 unter. Der Abstand zum rettenden Platz 15 vergrößert sich für die Hamburger.

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          Neuer Trainer, altes Leid: Der Hamburger SV hat auch im siebten Punktspiel nacheinander nicht gewinnen können und ist als Gründungsmitglied erster Klasse dem ersten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga noch einen Schritt nähergekommen. Hilflos sah Peter Knäbel, der vor zwei Wochen zum Coach berufene Direktor Profifußball, der ebenso deutlichen wie angemessenen 0:4-Niederlage des Tabellen-Sechzehnten beim Ligavierten Bayer 04 Leverkusen durch Treffer von Castro (7./63. Minute) und Kießling (44./56.) zu.

          Knäbels Einstand geriet zu einem weiteren Dokument Hamburger Hilflosigkeit. Das 0:4 des HSV mutete wie ein Menetekel für den restlichen Saisonverlauf an, zumal weitere starke Gegner auf die Hamburger warten: beispielsweise der Tabellenzweite VfL Wolfsburg am kommenden Samstag (18.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET).

          Wer neu beim HSV ist, der kann was erleben: ständigen Abstiegskampf, permanente Wortmeldungen aus dem Verein und dem Kreis seiner Gönner und dazu unverhoffte Positionswechsel unter den leitenden Angestellten: Peter Knäbel hätte vor einem Monat kaum für möglich gehalten, dass er am Samstag als Nachfolger des entlassenen Josef Zinnbauer seine Trainerpremiere in der Bundesliga erleben würde.

          Leverkusen und Torjäger Kießling (links) hatten leichtes Spiel Bilderstrecke
          Leverkusen und Torjäger Kießling (links) hatten leichtes Spiel :

          Da aber beim Hamburger SV nichts mehr undenkbar ist, wird der 48 Jahre alte Westfale nun als Nothelfer gebraucht. Mag er auch nur einmal kurz als Spielertrainer in Winterthur praktische Erfahrungen als Fußballlehrer gesammelt haben, traut er sich den Job als Retter dennoch zu. „Jetzt ist Mut der richtige Ratgeber“, hat Knäbel zu seinem Kurzzeitengagement bis Saisonende gesagt, „ich bin überzeugt, aus der Mannschaft die Qualitäten herauszuholen, die es braucht, um im Abstiegskampf zu bestehen.“

          Einen früheren Bayer-Profi beförderte Knäbel in dieser Woche wieder zur Nummer eins im Hamburger Tor: René Adler, der von 2003 bis 2012 ein Rückhalt der Werkself war, und nun anstelle von Jaroslav Drobny zwischen den Pfosten steht. Er war am Samstag bester Hamburger in einer Mannschaft, die froh sein konnte, nicht noch deutlicher verloren zu haben.

          „Ich freue mich, dass ich den Platz mit dem besten Blick aufs Feld habe“, hatte Knäbel vor seinem Debüt im Scherz gesagt. Als es jedoch ernst wurde für ihn und seine Mannschaft, sah er nichts Gutes in der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften BayArena. Schon bei Halbzeit war die Begegnung praktisch entschieden für eine Werkself, die mit ihrem Tempofußball den Norddeutschen auf und davon gerannt war.

          Wenn dann noch ein Gegenstoß durch einen fatalen Fehlpass wie den von Kapitän Djourou auf Westermann begünstigt wird, Bellarabi dazwischen sprinten und den Ball zum mitgelaufenen Torschützen Castro vorlegen kann (7.), nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Dass kurz vor der Pause Kießling mit einem sehenswerten Flugkopfball nach Castros Volleyflanke auf 2:0 erhöhen konnte (44.), stellte die Verhältnisse vollends klar. „Wir kämpfen nicht, das ist unser Problem“, sagte Djourou. „Wir haben jetzt noch sieben Spiele und müssen zusammenhalten.“

          Hamburg bemühte sich, Leverkusen schlug zu. Und Knäbel? Schaute von seinem Stehplatz in der Coaching-Zone entgeistert zu, als er seinen ersten Realitätscheck als Trainer zu bestehen hatte. Außer ein paar Momenten, in denen der HSV sein eigenes Passspiel in die Spitze etwas zu beschleunigen versucht hatte, war da nichts, das im Abstiegskampf zu Hamburger Hoffnungen hätte Anlass geben können.

          Bayer dagegen überzeugte mit seinem Konzept und seiner Klasse. Der erfahrene Gonzalo Castro und der jugendliche Julian Brandt ragten aus dem spielfreudigen Team von Trainer Roger Schmidt heraus. Und natürlich Stefan Kießling, der nach abstinenten Wochen endlich wieder den Torjäger par excellence verkörperte und in der 56. Minute mit dem 3:0 aus kurzer Distanz die letzten Restzweifel am Leverkusener Sieg beseitigte. Castros 4:0 kam den Leverkusenern als Zugabe auch noch gerade recht (63.).

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