https://www.faz.net/-gtm-9mgnn

Zweite Bundesliga : Das nächste Debakel für den HSV

  • Aktualisiert am

Am Ende war der Hamburger SV im Duell mit Ingolstadt klar unterlegen. Bild: dpa

Die Krise der Hamburger im Kampf um den Wiederaufstieg spitzt sich dramatisch zu. Gegen Kellerkind Ingolstadt blamiert sich der HSV im eigenen Stadion. Die Fans zeigen ihre Enttäuschung deutlich.

          Die Krise beim einstigen Aufstiegsfavoriten Hamburger SV nimmt dramatische Formen an. Der Bundesligaabsteiger unterlag am 32. Spieltag Abstiegskandidat FC Ingolstadt 0:3 (0:1) und verpasste damit die Rückkehr auf den zweiten Tabellenplatz, den vorerst weiterhin der SC Paderborn trotz einer 0:2-Niederlage im Ostwestfalen-Derby bei Arminia Bielefeld belegt. Der SCP hat zwei Spieltage vor Schluss einen Punkt Vorsprung auf den HSV, der seit sieben Spielen auf einen Sieg wartet. Am Sonntag könnte Union Berlin durch einen Sieg beim SV Darmstadt 98 nicht nur Platz zwei erobern, sondern den Vorsprung auf Bundesliga-Absteiger Hamburg auf drei Zähler ausbauen.

          2. Bundesliga
          ANZEIGE

          Dario Lezcano (8.), Thomas Pledl (68.) und Marcel Gaus (72.) trafen für die Bayern, die sich auf Relegationsplatz 16 verbesserten. Ingolstadt blieb auch im fünften Spiel unter seinem neuen Trainer Thomas Oral ungeschlagen. Der HSV ist Tabellen-Sechzehnter der Rückrundentabelle der zweiten Liga. Vor 50.768 Zuschauern im Volksparkstadion wurde der HSV bereits in der achten Minute kalt erwischt. Nach einem Stellungsfehler von Leo Lacroix entwischte Paraguays Nationalspieler Lezcano der Hamburger Abwehr und erzielte seinen achten Saisontreffer. Nur vier Minuten später hätte Ingolstadt den Vorsprung ausbauen können, aber HSV-Torwart Julian Pollersbeck klärte in höchster Not gegen Thomas Pledl.

          Auch in der Folgezeit bekam der HSV nicht viel auf die Reihe, auch wenn das Team gegen Ende der ersten Hälfte etwas mehr Druck aufbaute. Angesichts der insgesamt leblosen Vorstellung wurde der Favorit mit einem Pfeifkonzert in die Kabine begleitet. Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Hamburger stark verbessert und erspielten sich mehrere gute Möglichkeiten. Orel Mangala (48.) und Khaled Narey (60.) konnten ihre Gelegenheiten aber nicht nutzen. Auch der in der 63. Minute eingewechselte Torjäger Pierre-Michel Lasogga konnte dem Spiel keine Wende mehr geben. Im Gegenteil: Pledl und Krauße machten das Debakel für den HSV perfekt, bei dem nach der sechsten Heimpleite in dieser Saison die Kritik an Coach Wolf weiter zunehmen dürfte. „Ich kann den Unmut der Fans total nachvollziehen, auch in der Gesamtbetrachtung der letzten Wochen“, sagte Wolf.

          Der 1. FC Heidenheim nutzte seine Chance, noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen, nicht. Gegen den SV Sandhausen verlor das Team 2:3 (1:0), der SVS machte einen Riesenschritt in Richtung Klassenverbleib. Allerdings führte eine Fehlentscheidung zum 1:1-Ausgleich, denn der Foulelfmeter, den Andrew Wooten verwandelte (57.), war nicht berechtigt. Mit 49 Punkten belegt der FCH den fünften Platz und hat fünf Zähler Rückstand auf den Tabellenzweiten SC Paderborn, der am Freitag 0:2 im Ostwestfalenderby bei Arminia Bielefeld verloren hatte. Denis Thomalla (45.) erzielte vor 10.400 Zuschauern das 1:0 für die Heidenheimer.

          Nach dem Ausgleich schoss Patrick Mainka (60.) die Heidenheimer wieder in Führung. Leart Paqarada (67.) sorgte für das 2:2, Wooten (69.) machte den Sandhäuser Doppelschlag perfekt. Sandhausen blieb auch im achten Spiel in Folge ohne Niederlage und holte im 17. Duell gegen Heidenheim den ersten Sieg. Beim Kopfballtor von Thomalla war Sebastian Griesbeck, der sich im Mittelfeld rustikal gegen SVS-Kapitän Dennis Diekmeier durchgesetzt hatte, der Vorbereiter. Torwart Marcel Schuhen konnte den Ball nicht mehr parieren. Beim Strafstoß hatte Oliver Steurer gegen Wooten den Ball gespielt, trotzdem entschied Schiedsrichter Martin Thomsen (Kleve) auf den Punkt. Norman Theuerkauf leistete beim 2:1 die Vorarbeit für Mainka. Paquarada und erneut Wooten sorgten dann für die Wende zugunsten der Gäste.

          Der 1. FC Magdeburg steht derweil vor dem direkten Wiederabstieg aus der zweiten Bundesliga. Der Neuling unterlag am drittletzten Spieltag 2:4 (0:1) beim VfL Bochum und rutschte damit als Tabellen-17. erstmals im Jahr 2019 auf einen direkten Abstiegsplatz. Tom Weilandt (61./84.), Silvere Ganvoula (42.) und Dominik Baumgartner (50.) trafen für Bochum, Dennis Erdmann (64.) und Christian Beck (87.) verkürzten für die Magdeburger, die zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und zudem ein hammerhartes Restprogramm haben: Am vorletzten Spieltag geht es zu Aufstiegskandidat Union Berlin, zum Finale gegen Tabellenführer 1. FC Köln. Bochum, das bereits den Klassenverbleib sicher hatte, liegt auf Platz zehn.

          Vor 17.339 Zuschauern – 700 bis 1000 Anhänger der Gäste wurden nach Angaben der Magdeburger Fanszene bei der Anreise per Sonderzug am Bochumer Hauptbahnhof festgesetzt – drückte der FCM in der Schlussphase der ersten Halbzeit auf den Führungstreffer, hatte gute Torchancen durch Beck (31./38.) und Marius Bülter (40.). Dann wurden die Gäste aber von Ganvoula kalt erwischt, der nach schöner Vorarbeit von Lukas Hinterseer sicher verwandelte. Kurz nach der Pause erhöhte 1,87-Meter-Hüne Baumgartner per Kopf nach einem Freistoß, Weilandt sorgte nur 122 Sekunden nach seiner Einwechslung für die Vorentscheidung.

          2. Bundesliga

          Weitere Themen

          Das IOC schickt die Aiba auf die Bretter

          Aus für Boxverband : Das IOC schickt die Aiba auf die Bretter

          Mit einem brachialen Finale geht die IOC-Session zu Ende. Die Olympier versetzen dem Boxverband Aiba den K.o.-Schlag und reformieren die Vergabe der Spiele. Präsident Thomas Bach ist auf dem Gipfel seiner Macht.

          Topmeldungen

          69 Prozent der Deutschen sind stolz auf ihr Zuhause.

          Überraschende Glücks-Studie : Die Deutschen lieben ihre Häuser

          Die Deutschen hegen und pflegen gerne Haus und Hof – und sind auch sehr zufrieden damit. Nur eine andere Nation empfindet beim Anblick des eigenen Zuhause mehr Stolz als sie. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

          Klimawandel in einer Grafik : Maßlos überhitzt!

          Der Plot, der die Weltklimakrise besser begreifen lässt als jede Zahl: Unter #Showyourstripes“ hat ein Klimaforscher Daten aus aller Welt gesammelt und die Erwärmung in Streifenmustern visualisiert. Eine Ikonographie des Unheils.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.