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Krise in 2. Bundesliga : Das HSV-Desaster und seine Folgen

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Enttäuschung pur beim Hamburger SV nach der Niederlage gegen Ingolstadt. Bild: dpa

Durch das siebte Spiel in Serie ohne Sieg gefährden die Hamburger ihren Wiederaufstieg. Der Frust der Fans ist immens. Nach dem Heim-Debakel gegen Ingolstadt darf der unglücklich agierende Trainer aber bleiben.

          Es wurde eng für Hannes Wolf. Nach einem abermaligen Debakel mit dem Hamburger SV im Aufstiegskampf der zweiten Fußball-Bundesliga trafen sich die Klub-Oberen am Samstagabend zu einer Krisensitzung, um zu entscheiden, ob sie am unglücklich agierenden Trainer noch festhalten sollen. „Wir haben jetzt 0:3 verloren. Bevor ich mich hinstelle, muss ich mir in Ruhe Gedanken machen, müssen wir die Situation besprechen. Am Ende geht es immer nur um das Beste für den Verein“, sagte Sportvorstand Ralf Becker am Samstag direkt nach dem 0:3 (0:1) gegen den abstiegsgefährdeten FC Ingolstadt. Nach der Sitzung am Abend stand dann auch fest: Wolf darf bleiben. Das bestätigte der Verein auch offiziell.

          2. Bundesliga
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          Noch in den vergangenen Wochen hatten Becker und Vorstandschef Bernd Hoffmann ihrem Cheftrainer den Rücken gestärkt. Das siebte Spiel ohne Sieg und vor allem die Art und Weise des Auftritts gegen die Oberbayern aber machten die Verantwortlichen nachdenklich. „Wir haben eine ganz junge Mannschaft. Fakt ist, sie kann mit dieser Drucksituation, die entstanden ist, nicht umgehen“, meinte Becker. Die auch in der Höhe verdiente Pleite gegen Ingolstadt war ein weiterer Tiefpunkt in der Negativ-Entwicklung seit Anfang des Jahres. Selbst die treuesten Fans unter den 50.768 Zuschauern zeigten keine Geduld mehr und forderten die Spieler nach ihrem inspirations- und hilflosen Auftritt an den Zaun zum Gespräch.

          „Ich kann den Unmut der Fans total nachvollziehen“, gab sich der 38 Jahre alte Wolf einsichtig. „Auch in der Gesamtbetrachtung der letzten Wochen. Ich finde es wichtig, dass wir uns den Menschen noch einmal gestellt haben.“ Dass die Hamburger zwei Spieltage vor dem Ende noch immer Chancen haben, aufsteigen zu können, ist fast schon absurd. „Wir haben heute verloren und haben noch zwei Spiele. Wenn wir die gewinnen, werden wir Dritter“, meinte Wolf. „Wir müssen uns jetzt aufrichten. In acht Tagen kann man noch einmal gut trainieren, die Sinne schärfen“, sagte er weiter, doch es klang mehr wie Durchhalteparolen: „Fußball macht verrückte Sachen. Da kann es ganz schnell in die eine Richtung gehen.“

          Die Richtung sollte sich schon gegen Ingolstadt ändert. Die Grundlage sollte im Drei-Tage-Krisencamp in Rotenburg/Wümme gelegt werden. Doch es fruchtete nichts. Auch das 0:2 des Aufstiegskonkurrenten SC Paderborn in Bielefeld am Vorabend und die Aussicht, wieder auf den Aufstiegsplatz zwei zurückzukehren, beflügelte die Mannschaft nicht. Der FC Ingolstadt hatte wenig Mühe, mit einer starken Defensive und guten Kontern den HSV auflaufen zu lassen. Dario Lezcano (8.), Thomas Pledl (69.) und Marcel Gaus (72.) erzielten die Tore. Die Oberbayern feierten unter ihrem neuen Trainer Tomas Oral im fünften Spiel den vierten Sieg und verbesserten sich auf Relegationsplatz 16. Der HSV schielt jetzt auf den anderen Relegationsplatz drei. Das nächste Spiel ist am kommenden Sonntag beim Tabellenzweiten SC Paderborn.

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