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HSV : Noch eine Blamage

  • -Aktualisiert am

Sicherer Abstieg: Immerhin kommt das HSV-Team noch die Treppe unfallfrei runter Bild: dpa

Acht Stunden für den nächsten Tiefschlag: Der HSV-Aufsichtsrat kann sich nicht einigen. Und verspielt womöglich die Chance auf Retter Magath.

          Es war alles vorbereitet. Felix Magath als neuer Trainer und Sportchef; Aufsichtsrat Christian Strauß als neuer Vorstandsvorsitzender, das Aus für die aktuelle Führungsriege um Carl Jarchow, Joachim Hilke und Sportchef Oliver Kreuzer. Trainer Bert van Marwijk sollte nach dem Spiel im DFB-Pokalviertelfinale gegen Bayern München abtreten.

          Die Aktion „Rettung“ sollte am nächsten Samstag beim Spiel in Braunschweig beginnen. Aber sie kam dann doch nicht richtig ins Rollen: Acht Stunden tagten die elf Aufsichtsräte des Hamburger SV am Sonntagabend in einem Hotel am Dammtor. Am Ende der Diskussion gab es keine klare Mehrheit für den Magath-Plan. Er hätte acht Stimmen benötigt. Es gebe kein Ergebnis, teilte Medienchef Jörn Wolf mit. Also keine Entscheidung für und keine gegen den 60 Jahre alten Magath - was heißt: alles bleibt, wie es ist. Erst einmal.

          Viele Telefonate

          Magath selbst war einige Male telefonisch in die Sitzung geschaltet worden, um sein Modell und seine Rolle darin zu beschreiben; ihm war klar, dass es im Kontrollgremium unterschiedliche Auffassungen gab. Mit der Zusage, den HSV vom Sommer an als Vorstandsvorsitzender zu führen, wäre er bereit gewesen, den Job als Feuerwehrmann für die letzten 14 Spiele anzutreten. Eine eher emotionale als rationale Entscheidung, ließ er durchblicken; die zuletzt sechsmal nacheinander sieglose Mannschaft wirke leblos, sagte Magath. Vom Sommer an wäre Bernd Hollerbach sein Wunschkandidat als Trainer gewesen.

          Peinlich: Statt einem Aufsichtsrat muss Pressesprecher Jörn Wolf ran

          Über das Ob und Wann gibt es nun viele Spekulationen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Jens Meier soll weiter versuchen, eine Mehrheit für den Magath-Plan zu mobilisieren. Magath will aber nicht länger hingehalten werden. Es hieß, er sei nach einer möglichen Niederlage in Braunschweig nicht mehr bereit einzusteigen. „Wir haben keine Zeit mehr“, sagte Magath, „es muss jetzt etwas passieren.“ Der aktuelle Vorstand und einige Räte wollen hingegen Trainer van Marwijk noch die Chance des Spiels in Braunschweig geben. Das wäre dann sein Endspiel. Die Möglichkeit Magath könnte dann allerdings vertan sein.

          Passt das noch zusammen? Bert van Marwijk und die Raute

          Schlimm an dieser Situation sind der fortwährende Schlingerkurs und der abermalige Imageschaden. Längst schüttelt man in der deutschen Fußballszene ja nur noch den Kopf über diesen HSV. Der versuchte Eingriff des Aufsichtsrates in das sportliche Geschehen, über die Entlassung des Vorstandes den Trainer zu feuern, ist misslungen. Wieder einmal fehlte es dem höchsten Vereinsgremium an Einigkeit. Man muss nicht für eine Entmachtung des ordentlich bestellten Vorstandes sein, aber in der aktuellen sportlichen Lage hätte es gute Argumente dafür gegeben. Dass man Magath kontaktiert, ohne sicher zu sein, eine Mehrheit für ihn zu finden, zeugt von schlechter Kenntnis der Stimmungslage im Aufsichtsrat. Es sollte ein Befreiungsschlag werden. Es wurde die nächste Blamage.

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