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HSV-Kommentar : Magath? Absurd, aber denkbar

  • -Aktualisiert am

Kehrt Felix Magath auf die Bundesliga-Bühne zurück? Bild: dpa

Der Hamburger SV hat viele Baustellen, aber kein Geld. Mäzen Kühne könnte Magath als starken Mann mitbringen. Dass dieses Modell Tücken hat, dürfte hinlänglich bekannt sein.

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          Natürlich, eventuell, aber nicht im Moment –- mit diesen Worten hat Felix Magath am Mittwoch nicht nur auf die Frage reagiert, ob er sich ein Comeback als Trainer beim Hamburger SV vorstellen könnte. Nebenbei hat er so die Phantasie vieler Anhänger befeuert, wie sich hoch im Norden alles wieder zum Guten wenden könnte beim Bundesliga-Gründungsmitglied. So einfach aber ist die Sache natürlich nicht, denn eine Rückkehr zum HSV verbindet Magath schließlich mit der Forderung an ein Engagement von Mäzen Klaus-Michael Kühne.

          Aus guten Gründen, denn die Hamburger haben viele Baustellen, aber kein Geld, um diese zu beseitigen. Voraussetzung für die Unterstützung von Kühne aber wäre die von der Initiative „„HSV-Plus““ um den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst-Otto Rieckhoff angestrebte Ausgliederung des Profifußballs. Der Antrag soll im Januar eingebracht werden, und vor April, so ist in Hamburg zu hören, sei keine Entscheidung zu erwarten.

          Klingt also alles nicht allzu wahrscheinlich und ein bisschen absurd – und ist trotzdem denkbar. Schließlich hat niemand erwartet, dass Felix Magath irgendwo still und leise wieder ins Bundesligageschäft einsteigen würde, wenn er denn überhaupt zurückkehren sollte. Und die Not in Hamburg ist groß, nicht nur angesichts der angespannten Finanzsituation. Magath hat seine Worte nicht nur so in einem unbedachten Moment dahin gesagt –- es kann nur Teil einer Strategie sein, den Druck auf den HSV-Vorstand zu erhöhen.

          Denn bei vielen Fans wird die kaum verschlüsselte Botschaft ankommen, dass unter gewissen Umständen eine Lösung so nahe liegt: Der HSV muss sich nur ganz in die Hände des Mäzens begeben, der Magath zunächst als „Berater“ und Bernd Hollerbach, den ehemaligen HSV-Spieler und Ko-Trainer von Magath bei dessen Stationen in Wolfsburg und auf Schalke, als Trainer installieren möchte.

          Magath wäre dann wieder das, was er schon in Wolfsburg und Gelsenkirchen war -– und was er nie wieder sein würde, wie man danach glaubte. Der starke Mann im Verein, der in der Winterpause mit dem Geld von Kühne auf Einkaufstour gehen und den HSV so aus der Bredouille bringen könnte. Dass dieses Modell Tücken hat, dürfte hinlänglich bekannt sein –- aber die Bundesliga war schon für manche Überraschung gut. Und Felix Magath erst recht.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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