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Sieg in Sandhausen : Der HSV kann doch zweite Bundesliga

  • Aktualisiert am

Lewis Holtby und die Hamburger bejubelten den ersten Sieg in der zweiten Liga. Bild: Picture-Alliance

Nach der schlimmen Niederlage zum Saisonstart zeigt Hamburg eine starke Reaktion. In Sandhausen gewinnt der Bundesliga-Absteiger klar. Dabei profitiert er von schweren Torwartfehlern.

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          Der Hamburger SV kann also doch zweite Liga. Nach der herben Pleite zum Saisonauftakt gegen Holstein Kiel (0:3) hat der Bundesliga-Absteiger im ersten Zweitliga-Auswärtsspiel seiner Historie einen ungefährdeten Premierensieg gefeiert. Der HSV gewann 3:0 (2:0) beim SV Sandhausen – dem Synonym für Fußball-Provinz in Deutschland. Khaled Narey (7. und 59.) sowie Rick van Drongelen (30.) erzielten die ersten Hamburger Zweitligatore. Begünstigt wurde der HSV-Sieg von SVS-Torwart Marcel Schuhen, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Bei beiden Narey-Treffern leistete der Keeper unfreiwillig die Vorarbeit. „Wir haben das Spiel mit viel Ballbesitz und gutem Körpereinsatz dominiert. Das frühe Tor hat uns auch geholfen reinzukommen. Die Fans haben uns klasse unterstützt. Es war wie ein kleines Heimspiel“, sagte Narey.

          2. Bundesliga

          Schon vor dem Anpfiff wurde den Hamburgern deutlich gemacht, dass sie endgültig im Unterhaus angekommen sind. „Gestrandet in 2. Liga – Ahoi HSV“, stand auf einem Plakat, das über der Zufahrtsstraße zum Stadion am Hardtwald hing. Zahlreiche mitgereiste Fans machten Erinnerungsfotos mit dem Ortsschild im Hintergrund und freuten sich über die 5000 Liter Freibier, die ein SVS-Sponsor locker machte. HSV-Trainer Christian Titz, der sich als gebürtiger Kurpfälzer bestens in der Region auskennt und als C-Jugendlicher sogar das SVS-Trikot trug, baute seine Startelf im Vergleich zum Kiel-Spiel nur auf zwei Positionen um. Pierre-Michel Lasogga und Neuzugang Orel Mangala vom VfB Stuttgart durften von Beginn an ran. Der zweite Neue, Leo Lacroix von AS St. Etienne, saß zunächst auf der Ersatzbank.

          Dem HSV fehlten Kapitän Aaron Hunt, Stephan Ambrosius, Gideon Jung, Kyriakos Papadopoulos und Matti Steinmann. Zudem verzichtete Titz auf Albin Ekdal und Filip Kostic (beide kurz vor dem Absprung) sowie Talent Jann-Fiete Arp Vor 14.508 Zuschauern in der ausverkauften Arena war Sandhausen zunächst gut in der Partie. Nach dem ersten Patzer von Schuhen gingen dennoch die Gäste in Führung. Narey erzielte das erste Zweitligator des HSV.

          Die Gastgeber, die ohne Tim Knipping, Nejmeddin Daghfous, Korbinian Vollmann, Karim Guede und Andrew Wooten auskommen mussten, waren nur kurz geschockt. Der Isländer Rurik Gislason, der bei der WM-Endrunde als Frauenschwarm von sich Reden gemacht hatte, vergab eine gute Möglichkeit für die Kurpfälzer (14.), die im ersten Spiel bei der Spielvereinigung Greuther Fürth verloren hatten (1:3). Auch im Anschluss blieb des SVS dran, Felix Müller konnte die nächste Chance nicht nutzen (17.).

          Auf der Gegenseite war es Lasogga, der das zweite HSV-Tor auf dem Fuß hatte (24.). Danach übernahmen die Hamburger das Kommando. Nach einem Freistoß von Douglas Santos war van Drongelen mit dem Kopf zu Stelle. Kevin Behrens vergab kurz vor der Pause die Möglichkeit zum Anschlusstreffer (39.). Nach dem Seitenwechsel passierte erst einmal nicht viel. Dann leistete sich Schuhen einen weiteren Aussetzer. Die Slapstick-Einlage des Keepers nutzte abermals Narey, der nur noch einschieben musste. Danach ließ der HSV kaum noch etwas anbrennen.

          Holstein Kiel kassierte derweil nach dem Raketenstart den ersten Dämpfer. Gegen den 1. FC Heidenheim reichte es für die teils wackeligen Störche nur zu einem 1:1 (1:1). Zum Saisonauftakt hatte Kiel den HSV in der Vorwoche überraschend deutlich mit 3:0 geschlagen. Für Holstein erzielte der abermals gute Neuzugang Jae-sung Lee (20.) gegen Heidenheim den Ausgleich, nachdem Robert Glatzel (15.) die Gäste in Führung gebracht hatte. Im zweiten Durchgang sah Kiels Außenverteidiger Johannes van den Bergh (47.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Erzgebirge Aue und Aufsteiger 1. FC Magdeburg kommen unterdessen nicht auf Touren. Die beiden Ost-Traditionsklubs trennten sich nach einem Spiel ohne große Höhepunkte 0:0. Nach ihren jeweiligen Auftaktniederlagen in der Vorwoche feierten die Mannschaften immerhin ihren ersten Punktgewinn der noch jungen Spielzeit.

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