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Hamburger SV : Der Dino kämpft gegen seinen Niedergang

  • -Aktualisiert am

HSV-Mitglieder am Sonntag in der Imtech-Arena in Hamburg Bild: dpa

8800 Mitglieder stimmen in der Hamburger Arena über die Zukunft des HSV ab. Es geht um die umstrittene Ausgliederung der Profiabteilung. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

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          Was will „HSVPlus“, und wer steckt dahinter?

          Die sehr professionell arbeitende und durch clevere PR geschickt inszenierte Initiative arbeitet seit einem dreiviertel Jahr daran, aus dem HSV e.V. eine HSV AG zu machen. Die Argumente der Männer um den ehemaligen HSV-Aufsichtsratschef Ernst-Otto Rieckhoff und die früheren Profis Thomas von Heesen, Ditmar Jacobs und Holger Hieronymus sind stark: Der HSV könne nur aus der sportlichen und finanziellen Misere befreit werden, wenn die Profiabteilung ausgegliedert und in eine AG überführt werde. Damit einhergehen soll eine Öffnung für Investoren, die Rieckoff und Co. lieber strategische Partner nennen. Ein erster wäre der reiche Reeder Klaus-Michael Kühne. Er würde sofort 20 bis 25 Millionen Euro auf den Tisch legen. Wie viel Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG das wären, muss allerdings noch geklärt werden. Strategisch wäre an Kühne allerdings wenig – er ist ein Mäzen alter Prägung. Zuletzt hieß es, Kühne könnte ganz auf Anteile verzichten, einfach eine Anschubfinanzierung leisten. Mit Blick auf die Bayern und Adidas, Audi oder Allianz hofft HSVPlus, den HSV attraktiv für große Unternehmen werden zu lassen. Die Aktien würden nicht frei gehandelt.

          Den ersten Schritt zu HSVPlus hatte es im Januar bei der Mitgliederversammlung gegeben. Damals hatten 79,4 Prozent der Mitglieder dafür gestimmt, die Ausgliederungspläne auf den Weg zu bringen. Damit wurde seinerzeit der Vorstand beauftragt. Nach monatelanger Arbeit mit Fach-Anwälten und Steuerberatern liegen die Pläne des Vorstands zur Umwandlung in eine AG nun vor.

          Das eingenommene Geld soll zum einen zum Schuldenabbau genutzt werden, aber auch in die Mannschaft fließen. Derzeit verhindert die Schuldenlast große Sprünge, „frisches Geld“ wird dringend benötigt. HSVPlus will das ewige Misstrauen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand beenden, Ethikrichtlinien benennen und das Kontrollgremium mit Profis statt mit Laien besetzen. Ihre Kandidaten für den Aufsichtsrat der AG sind vom Klitschko-Manager Bernd Bönte über den früheren Profi Peter Nogly bis zu Karl Gernandt, Kühnes Vertrautem, allesamt Männer von gutem Ruf. Gernandt sagt: „Es wird kein „weiter so“ geben. Es wird wenig von dem bleiben, was für Niedergang steht. Es gibt keine Kompromisse, keine Tabus.“ Gernandt bemüht sich, bescheiden zu argumentieren. Er sagt: „Wir wollen in drei Jahren ein ernstzunehmendes Team der Bundesliga sein.“

          Woran kann HSVPlus scheitern?

          Sollten weniger als 75 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder für die Reform stimmen, würde HSVPlus zu den Akten gelegt. Viele „harte Fans“ aus der Kurve und viele Mitglieder der Fanvereinigung „Supporters“ bezeichnen die Ausgliederung als Ausverkauf, obwohl der Verein nach deutschem Fußballrecht weiter die Stimmenmehrheit in einer AG halten würde. Sie werden gegen HSVPlus stimmen. Verhindern sie die Ausgliederung, ginge es beim HSV weiter als e.V. – das große Vakuum wäre die Folge, weil der aktuelle Aufsichtsrat die Vorstände Carl Jarchow und Oliver Kreuzer loswerden will. Der HSV wäre nicht führungslos, aber weiterhin zerstritten zwischen Vorstand und Aufsichtsrat.

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