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Zweite Bundesliga : HSV bricht gegen Regensburg zusammen

  • Aktualisiert am

Trauerspiel im Volkspark: Der HSV unterliegt Regensburg 0:5. Bild: dpa

Das ist der gute Start schon wieder fast vergessen: Der HSV erlebt im eigenen Stadion ein Debakel. Magdeburg rettet einen Punkt, bleibt aber weiter sieglos. Fürth verliert erstmals.

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          Blamage statt Tabellenführung: Nach einer desaströsen Leistung hat der Hamburger SV im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr einen üblen Dämpfer hinnehmen müssen. Vor 42.000 maßlos enttäuschten Zuschauern verloren die Hanseaten ihr Heimspiel gegen Außenseiter Jahn Regensburg auch in dieser Höhe verdient mit 0:5 (0:3), anstatt wie geplant den sechsten Pflichtspielsieg in Serie einzufahren. Strahlender Matchwinner für die Gäste war Stürmer Sargis Adamjan. Dem armenischen Nationalspieler gelang bereits in der ersten Halbzeit binnen 24 Minuten ein Hattrick, von diesem Schock erholten sich die Norddeutschen nicht mehr. Die Tabellenführung geht somit an den 1. FC Köln, der schon am Freitagabend in Sandhausen gewonnen hatte.

          Schon kurz nach dem vierten Gegentor verließen die ersten Besucher das Volksparkstadion, für Regensburg war dieser Triumph der erste Auswärtssieg seit fünf Monaten.  Bezeichnend war, wie kläglich Aaron Hunt noch vor dem Seitenwechsel die Chance auf ein erstes Tor für den HSV vergab. Mit einem erbärmlich schwach getretenen Foulelfmeter scheiterte der Hamburger Kapitän in der 41. Minute an Jahn-Torhüter Philipp Penkte. Dessen Gegenüber Julian Pollersbeck leitete in der elften Minute das HSV-Debakel ein. Der U21-Europameister verstolperte einen Rückpass von Gotoku Sakai, Adamjan traf ein erstes Mal. Auch bei den Treffern zwei und drei in der 21. und 35. Minute half die Defensive der Platzherren kräftig mit. Für das 0:4 sorgte Marcel Correia (53.), den Endstand stellte Jann George (75.) her.

          2. Bundesliga

          HSV-Trainer Christian Titz hatte seine Startformation gegenüber dem Nachholspiel in Dresden auf sechs Positionen verändert. Dies sorgte in den ersten 45 Minuten fast für Chaos in den Hamburger Reihen. In dieser Verfassung dürfte der Bundesliga-Absteiger auch im Stadtderby in genau einer Woche gegen den FC St. Pauli chancenlos sein. Nach dem Seitenwechsel versuchte der Coach, durch die Einwechslung von Pierre-Michel Lasogga, das sportliche Unheil doch noch abzuwenden. Doch die erste Torchance nach Wiederbeginn gehörte wieder Regensburg: Adamjan traf mit einem Distanzschuss (48.) den linken Außenpfosten.

          Auch in der Folgezeit fanden die Gastgeber nicht mehr in die Partie. Das Team von Trainer Achim Beierlorzer war ballsicherer und kombinationsstärker und hätte weitere Tore erzielen können. Titz vergrub bei diesen Situationen mehrfach sein Gesicht zwischen den Händen.

          Duisburg bleibt Letzter

          Der MSV Duisburg bleibt nach der fünften Saisonniederlage Tabellenletzter. Die Zebras verloren am 6. Spieltag gegen Erzgebirge Aue mit 1:2 (1:0) und stehen mit nur einem Punkt auf dem 18. Platz. Aue (7) liegt auf Rang 14. Kapitän Kevin Wolze brachte die Duisburger vor 13.119 Zuschauern mit einem Foulelfmeter in Führung (42.). Pascal Testroet (49.) per Handelfmeter und Mario Kvesic (84.) drehten jedoch das Spiel für Aue. Eine Woche zuvor hatte der MSV beim 2:2 gegen Union Berlin den ersten Zähler eingefahren. Vor dem ersten Elfmeter war der Duisburger Borys Taschtschy nach einer leichten Berührung im Strafraum zu Boden gegangen. Vor dem Ausgleich berührte Andreas Wiegel bei einem Luftzweikampf den Ball mit dem Oberarm.

          Pech hatten die Gastgeber kurz vor ihrem Führungstor, als Cauly Oliveira-Souza die Latte traf (40.). Kvesic gelang sehenswert aus rund 17 Metern die späte Führung der Gäste.

          Magdeburg rettet Punkt

          Der SC Paderborn hat eine Woche nach dem beeindruckenden Sieg beim 1. FC Köln einen Dämpfer im Aufsteigerduell der 2. Fußball-Bundesliga kassiert. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart kam am 6. Spieltag gegen den 1. FC Magdeburg trotz klarer Führung nicht über ein 4:4 (2:1) hinaus und verpasste es mit nun neun Punkten, Anschluss zu den Aufstiegsplätzen herzustellen. Magdeburg (4) wartet weiter auf den ersten Saisonsieg.

          Mit dem Schwung des 5:3-Erfolges bei den favorisierten Kölnern kam Paderborn hervorragend ins Spiel. Babacar Gueye (3.) und Bernard Tekpetey (7.) gelang ein früher Doppelschlag, Sebastian Vasiliadis (62.) und Tobias Schwede (77.) trafen zudem in der zweiten Halbzeit. Marcel Costly (26.), Christian Beck (63.), Felix Lohkemper (82.) und Philip Türpitz (90+1., Foulelfmeter) sicherte den Magdeburgern noch das Remis in einem umkämpften Spiel. Vor 11.525 Zuschauern hatte Magdeburg dabei vor allem zu Beginn große Probleme mit dem Tempo der Gastgeber, ab Mitte der ersten Hälfte bekam der frühere Europapokalsieger der Pokalsieger allerdings etwas mehr Kontrolle über das Spiel. Die zweite Halbzeit gestaltete sich bei Dauerregen dann ausgeglichen und erinnerte an die engen Duelle der beiden Teams in der vergangenen Drittligasaison. Die Gäste zeigten große Moral und ließen sich auch von einem Zwei-Tore-Rückstand nicht entmutigen.

          Erste Niederlage für Fürth

          Die SpVgg Greuther Fürth hat die erste Saisonniederlage in der 2. Fußball-Bundesliga kassiert. Beim 1. FC Heidenheim verloren die Franken 0:2 (0:0) und verpassten den Sprung an die Tabellenspitze. Heidenheim mit Jubiläums-Trainer Frank Schmidt, der zum 400. Mal an der Seitenlinie stand, machte einen großen Schritt aus dem Tabellenkeller. Der eingewechselte Robert Glatzel traf doppelt (66./90.+1). Die Gastgeber, die auf den erkrankten Stammtorhüter Kevin Müller verzichten mussten, begannen zwar mit der defensiveren Grundausrichtung.

          In der Anfangsphase war Heidenheim dem ersten Tor aber näher als die Gäste. Fürth, das mit dem Selbstvertrauen von zuletzt zwei Siegen in Folge angereist war, hatte seine erste gute Chance nach 25 Minuten, die Sebastian Ernst aber freistehend vergab. Acht Minuten später tauchte Heidenheims Nikola Dovedan vor dem Kleeblatt-Tor auf, der Abschluss des 24-Jährigen war aber zu unplatziert. Zu Beginn der zweiten Halbzeit spielte Fürth zwar ein wenig zielstrebiger, und auch die Heidenheimer, die zuvor zweimal in Folge verloren hatten, suchten ihre Möglichkeiten. Schnell hatten sich beide Mannschaften aber wieder neutralisiert. Glatzel traf 86 Sekunden nach seiner Einwechslung und in der Nachspielzeit.

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